Mehrfamilienhaus ganz aus Holz

Architektur 2007:

In Zeiten des Klimawandels und steigender Energiepreise ist »ökologisches Bauen« das Schlagwort der Stunde. Passiv- und Niedrigenergiehäuser aus Holz finden sich bald in jedem Dorf und jeder Kleinstadt, und in den Großstädten macht der Begriff »Green Glamour« die Runde. Berlin hat hier die Nase vorn: Im Stadtteil Prenzlauer Berg wird im Sommer 2007 der Grundstein für das erste Mehrfamilienhaus gelegt, das ganz aus Holz gebaut sein wird. Es soll einmal großzügig geschnittene, familiengerechte Wohnungen, Gewerberäume und einen gemeinsam nutzbaren Garten bieten. »Bauherr« ist eine Gruppe aus sieben Parteien, die 2005 die Baulücke in einer Straße entdeckte, das Grundstück erwarb und sich nun ihren Traum von einem Haus erfüllt, das ökologischen Prinzipien entspricht und doch weder wie eine Zirbelstube noch wie eine Blockhütte, sondern wie ein modernes Wohnhaus aussieht. Um den feuerpolizeilichen Vorschriften Genüge zu tun, wird das Traggerüst feuerfest ummantelt, Brandmelder und kurze Fluchtwege kommen hinzu. Entworfen hat das Gebäude das Berliner Architekturbüro Kaden + Klingbeil.

Zu den namhaften Architekten, die das Thema »Nachhaltigkeit« vertreten, ohne auf »alternative« Baumaterialien zu setzen, gehört Stefan Behnisch, dessen Büro für Hamburgs Hafencity den Marco-Polo-Tower plant, einen Wohnturm, der mit seiner zentralen Lage ein Zeichen gegen das umwelt- und klimaschädliche Pendeln in die Vorstädte setzt. Die Dachfläche wird mit riesigen Sonnenkollektoren bestückt sein, für Energie sorgt ferner ein Erdreichwärmetauscher. Dieses Gebäude soll 2009 fertig sein.