Mit dem Fahrrad durch Paris

Verkehr 2007:

Weil die Straßen der französischen Metropole dennoch chronisch mit Autos verstopft sind, stehen 2007 erstmals 20 000 Leihfahrräder an 1450 Abstellplätzen im ganzen Stadtgebiet bereit. In der ersten halben Stunde ist die Nutzung kostenlos, danach liegt die Gebühr bei 1 € pro Tag. Für einen Kontrakt über die Nutzung ihrer Werbeflächen hatte es die Stadt zur Bedingung gemacht, dass der Vertragspartner mindestens 6600 Fahrräder zu einem geringen Mietpreis zur Verfügung stellen müsse. Auch in deutschen Großstädten gibt es längst Leihfahrräder, allerdings nicht zu so günstigen Bedingungen. Im Trend liegen neuerdings Stadterkundungen per Fahrrad, sei es nun in München, Berlin, Leipzig oder sogar New York.

Bei der alltäglichen Nutzung stagniert dagegen der Radverkehr in Deutschland seit Jahren bei 9%, beklagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Dabei sieht der 2002 beschlossene nationale Radverkehrsplan vor, das Radfahren so zu fördern, dass sich sein Anteil am Gesamtverkehr bis 2012 verdoppelt. Zwar bringen es einige Städte wie Münster, Bremen und Freiburg mit besonderen Fördermaßnahmen auf Radverkehrsanteile von 20 bis 30%, doch ganz überwiegend ist das Fahrrad für die Deutschen eher Freizeitvergnügen als reguläres Verkehrsmittel. Dabei ist viel Potenzial vorhanden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gibt es in deutschen Privathaushalten 66,8 Mio. Fahrräder – das sind 6 Mio. mehr als 2000 –, aber nur 27,3 Mio. Privatkraftwagen. Dennoch legen die Deutschen, so der ADFC, pro Jahr durchschnittlich nur 300 km mit dem Fahrrad zurück, in Dänemark und den Niederlanden liegt dieser Wert dagegen bei 1000 km.