Privathaushalte als Arbeitgeber

Arbeit und Soziales 2007:

Eine positive Wirkung für den Arbeitsmarkt versprechen sich viele Experten von der Förderung von Arbeitsverhältnissen, bei denen Privathaushalte als Arbeitgeber fungieren. Schätzungsweise 4 Mio. Familien in Deutschland beschäftigen ständig oder gelegentlich Hilfskräfte – vom Babysitter für die Kleinsten über den Klavierlehrer für die Tochter und die helfende Hand im Garten bis zur Pflegekraft für den gebrechlichen Vater, vor allem aber Putzhilfen. Doch in den Statistiken tauchen nur knapp 40 000 Haushaltshilfen mit regulärer Sozialabgaben- und Steuerpflicht sowie 142 000 Minijobber im haushaltsnahen Bereich auf. Seitdem die damalige rot-grüne Bundesregierung im April 2003 ein vereinfachtes und hinsichtlich der Steuern und Abgaben gegenüber anderen Minijobs günstigeres Haushaltsscheckverfahren für solche Dienstleistungen einführte, hat sich die Zahl der geringfügig Verdienenden im Privathaushalt von damals 27 000 zwar mehr als verfünffacht, doch immer noch ist der Anteil der Schwarzarbeit hoch.

Im September schlägt Arbeitsminister Müntefering vor, Beschäftigungen in Privathaushalten stärker als bisher steuerlich zu fördern. Dazu sollten die Freibeträge, die für Handwerker- und haushaltsnahe Dienstleistungen angesetzt werden können, zusammengelegt und eventuell deutlich erhöht werden. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion geht noch einen Schritt weiter: Ihr Konzept sieht vor, private Haushalte wie normale Arbeitgeber zu behandeln, so dass diese ihre Personalkosten für angestellte Pfleger, Putz- oder Kinderfrauen in unbegrenzter Höhe von der Steuer absetzen können. Haushaltsnahe Dienstleistungen, die auf Rechnung erbracht werden, sollen in der Steuererklärung aufgewertet werden.