Sport per Videogame und im Verein

Urlaub und Freizeit 2009:

Laut der OECD-Studie wird 7% der Freizeit in Deutschland für sportliche Betätigung genutzt. Dem Drang nach Bewegung entsprechen mittlerweile auch die Anbieter von Videospielen, z.B. Nintendo mit seiner höchst erfolgreichen Konsole »Wii«. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Sportspielen für den bewegungssensitiven Controller, und das Ganzkörper-Gaming wird zum Freizeitsport.

Auf der Videospielmesse Electronic Entertainment Expo (E3) Anfang Juni in Los Angeles zieht die Konkurrenz nach: Sony stellt einen Körper-Controller für die Playstation vor (sog. Motion Controller), Microsoft eine Erweiterung seiner XBox 360. Das »Project Natal« getaufte Eingabegerät erkennt nicht nur die Bewegungen des Spielers im Raum, sondern kann auch auf seinen Gesichtsausdruck und seine Stimme reagieren und die Informationen in Spielbewegungen übersetzen.

Konsolenspiele sind allerdings kein vollwertiger Sport-ersatz. Nach einer Studie am Institut für Sportmedizin der Universität Münster ist virtueller Sport bestenfalls Bewegung, nicht aber Körperertüchtigung. Das Belastungsniveau und damit der Trainingseffekt halten mit dem »echten« Sport nicht mit, auch deshalb, weil die Sensoren an den Steuergeräten der Konsolen schon bei geringen Bewegungen ansprechen.

Gut 27,4 Mio. Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes Mitglied in einem Sportverein. Beliebteste sportliche Betätigung ist nach dem Ergebnis einer im Juni veröffentlichten Studie das Fitnesstraining, gefolgt vom Joggen, Radfahren und Inline-Skating. Der aktuelle Sportentwicklungsbericht sagt aus, dass 15% aller Sportvereine in Deutschland Existenzsorgen haben, insbesondere mangelt es an ehrenamtlichen Helfern, sportlichem Nachwuchs und tauglichen Sportstätten. Für die Herrichtung von maroden Turnhallen und stark sanierungsbedürftigen Schwimmbädern fehlen selbst in Zeiten großzügiger Konjunkturprogramme oft die öffentlichen Mittel. Nicht zuletzt die Einführung von Ganztagsschulen macht den Vereinen zu schaffen: Den Jugendlichen fehlt zunehmend die Zeit für den Sport.