Unternehmen zögern bei Jobabbau

Arbeit und Soziales 2009:

Wenn die von der BA großzügig finanzierte Kurzarbeit wirklich zur »Beschäftigungsbrücke« wird, die Arbeitsplätze also auf Dauer erhalten bleiben, weil irgendwann mit Anziehen der Konjunktur wieder mehr Aufträge hereinkommen, hat sich die Inanspruchnahme dieses Instruments für Unternehmen in der Regel gelohnt. Sie können die Expertise ihrer Facharbeiter, die sie oft für hoch spezialisierte Tätigkeiten ausgebildet haben, weiterhin nutzen, sie sparen die Kosten für die neuerliche Personalakquise, vor allem aber müssen sie keine Abfindungen an Entlassene zahlen.

Experten erklären die Tatsache, dass Kurzarbeit 2009 besonders extensiv genutzt wird, auch daraus, dass es sich bei den aktuellen Verwerfungen um eine Nachfrage- und nicht um eine Struktur- oder Kostenkrise handele. Deutsche Unternehmen sind auf dem globalen Markt mittlerweile so konkurrenzfähig, dass viele wieder mit vollen Auftragsbüchern rechnen können, wenn es mit der Weltwirtschaft aufwärts geht.

Opfer der Krise sind befristet Beschäftigte und Zeitarbeiter, die bei einer Auftragsflaute am ehesten mit Entlassungen rechnen müssen, da sie explizit als »Puffer« dienen. Jeder dritte Zeitarbeiter verliert zwischen Juni 2008 und Juni 2009 seinen Job, doch für die Zeit danach meldet der Bundesverband Zeitarbeit schon wieder einen verhaltenen Aufschwung.