5. September 1970: Ein Toter wird Weltmeister

5. September 1970: Ein Toter wird Weltmeister
1970 Formel-I Grand Prix der Niederlande, Zandvoort; Jochem Rindt (links) mit Kranz, rechts Lotusbauer Colin Chapman. -

+++ EREIGNISSE VOR 50 JAHREN +++

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Zeitungen zum 05.09.1970
Als uneinholbar Führender in der Weltmeisterschaftswertung fällt der Formel-1-Pilot Jochen Rindt einem Unfall zum Opfer.

Beim Training zum 41. Großen Preis von Italien verunglückt der Automobilrennfahrer Jochen Rindt tödlich. Der in Österreich aufgewachsene gebürtige Deutsche wird später postum zum Formel-1-Weltmeister erklärt.

Mit gebrochener Bremswelle fliegt der rot-gelb-lackierte Lotus in der Parabolica-Kurve mit rd. 250 km/h aus der Bahn. Der Wagen überschlägt sich mehrmals und zerbricht. Rindt stirbt an zerissener Luftröhre und eingedrücktem Brustkasten. Nach dem Unglück wird Kritik an der Leichtbauweise von Formel-1-Rennwagen laut, die nach Ansicht von Fachleuten jeden Defekt zu einer tödlichen Gefahr werden lassen.

Rindt, der am 16. April 1942 in Mainz geboren worden war, verlor seine Eltern nach einem Bombenangriff auf Hamburg und wuchs bei seinen Großeltern in Graz auf. Seinen ersten Erfolg fuhr er 1965 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans heraus. 1969 gewann Rindt den Grand Prix in Watkins Glen, erlitt aber auch einen schweren Unfall beim Großen Preis von Spanien auf der Montjuich-Rennstrecke. Als er 1970 die ersten fünf Grand-Prix-Rennen siegreich beendet hatte, beschloss er, mit dem Weltmeistertitel seine Karriere zu beenden.