4. November 1995: Mordanschlag auf Israels Premierminister

4. November 1995: Mordanschlag auf Israels Premierminister
Der amtierende Premierminister Shimon Peres gibt Jordaniens König Hussein während der Beerdigung des ermordeten Premierministers Yitzhak Rabin auf dem Berg Herzl in Jerusalem die Hand. (1995) - Government Press Office (Israel) [CC BY-SA]

+++ EREIGNISSE VOR 25 JAHREN +++

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Zeitungen zum 04.11.1995
Die Beisetzung des ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin wird zu einer Demonstration für die Fortsetzung des Friedensprozesses im Nahen Osten.

Rabin fällt bei einer Friedenskundgebung einem Mordanschlag zum Opfer. Täter ist ein Israeli, der 25jährige Jurastudent Yigal Amir.

Rabin hat sich in seinem persönlich gehaltenen Redebeitrag auf der Kundgebung vor 100 000 Menschen noch einmal zur Politik der Aussöhnung mit den Palästinensern bekannt und zum Abschluss der Veranstaltung an der Seite seines langjährigen politischen Weggefährten und Außenministers Shimon Peres ein Friedenslied gesungen. Die tödlichen Kugeln treffen ihn, als er von Sicherheitsbeamten umringt, die Treppe zur Bühne hinuntersteigt.

Der Attentäter bekennt sich offen zu seiner Tat. Der Student an der religiös-orientierten Bar-Ilan-Universität erklärt, er habe auf Geheiß Gottes gehandelt. Die Justiz geht von einer Verschwörung aus.

1 Mio. Menschen erweisen Rabin die letzte Ehre. Sein Nachfolger als Regierungschef wird Peres.

ZUR PERSON: Jitzchak Rabin Rabin (* 1.3.1922 in Jerusalem) trat 1940 der jüdischen Palmach-Miliz bei und nahm 1948/49 als Brigadekommandeur am ersten israelisch-arabischen Krieg teil (14.5.1948). 1965 wurde er Generalstabschef. Nach dem Sechstagekrieg (5.6.1967) ging Rabin in die Politik und wurde 1974 erstmals Premierminister (bis 1977). In der großen Koalition war er Verteidigungsminister (1984-1990), nach dem Wahlsieg seiner Arbeiterpartei 1992 erneut Regierungschef. Rabin leitete den Aussöhnungsprozess mit den Palästinensern ein (30.10.1991).