Was geschah im April 1969

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1.4.1969, Dienstag

Der UN-Sicherheitsrat in New York verurteilt in einer Resolution den israelischen Luftangriff auf jordanisches Gebiet im Raum Salt vom 26. März. Die Resolution wird von den Mitgliedern mit elf Stimmen bei vier Enthaltungen (USA, Großbritannien, Kolumbien, Paraguay) angenommen.

Auf einer Sondersitzung verurteilt das Präsidium des Zentralkomitees der tschechoslowakischen KP die Angriffe von Demonstranten auf sowjetische Einrichtungen in Prag. Nach einem Sieg der tschechoslowakischen Eishockeymannschaft über die Sowjetunion war es zu Ausschreitungen gekommen.

In Amsterdam endet ein siebentägiges “Bed-in” des “Beatles” John Lennon und seiner Frau Yoko Ono.

In Peking beginnt der neunte Partei-Kongress der herrschenden Kommunistischen Partei Chinas (bis 24.4.). Dabei wird Lin Piao zum designierten Nachfolger von Parteichef Mao Zedong gewählt.

2.4.1969, Mittwoch

Nach einem Übereinkommen zwischen Inselpräsident Ronald Webster und Großbritannien wird die Karibikinsel Anguilla vorläufig unter direkte Oberhoheit der britischen Krone gestellt. Im März war es zu Unruhen in der ehemaligen Kronkolonie gekommen, woraufhin Großbritannien Fallschirmjäger entsandte.

Der Iran gibt den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Libanon bekannt. Das Land begründet den Schritt mit der Weigerung der libanesischen Regierung, den ehemaligen iranischen Geheimdienstchef und früheren stellvertretenden Ministerpräsidenten Teymour Bakhtiar auszuliefern.

Der Staatschef von Ghana, Joseph Arthur Ankrah, tritt im Verlauf einer Korruptionsaffäre zurück. Ankrah soll Wahlkampfgelder von einer Privatfirma angenommen haben. Der 53-Jährige war vor drei Jahren nach dem Sturz von Präsident Kwame Nkrumah an die Macht gekommen. Der 33-Jährige bisherige Finanzminister Akwasi Amankwa Afrifa wird zum neuen Befreiungsrats-Vorsitzenden und Staatschef gewählt.

3.4.1969, Donnerstag

Der kanadische Ministerpräsident Pierre Elliott Trudeau gibt einen Beschluss seiner Regierung bekannt, nach dem Kanada seine NATO-Verpflichtungen abbauen und die in Europa stationierten Truppen vermindern will.

Für bundesweites Aufsehen sorgt das vorübergehende Verschwinden des Bundeswehrmajors Hans-Joachim Kruse. Mitte April erklärt Kruse, er habe sich in die DDR abgesetzt. Ihm missfalle der zunehmende Einfluss der rechtsextremen NPD in der Bundeswehr. Außerdem wolle er mit seinem Schritt ein Zeichen setzen, “um den Graben zwischen beiden deutschen Staaten zuzuschütten”.

Auf einer Sandbank vor St.-Peter-Ording an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste verendet ein 600 Zentner schwerer Pottwal. Pottwale leben normalerweise gesellig in polygamem Verband und tauchen bis in 1000 m Tiefe.

4.4.1969, Freitag

In den USA wird der Diskontsatz von 5,5% auf 6% erhöht. Zugleich wird eine Erhöhung der Mindestreserven um durchschnittlich 0,5% beschlossen. Die US-amerikanische Zentralnotenbank begründet den Schritt mit der zunehmend inflationären Entwicklung in den USA.

Als erster Mensch der Welt erhält der US-Amerikaner Haskell Karp vorübergehend ein künstliches Herz eingepflanzt.

5.4.1969, Samstag

Eine vierköpfige britische Transarktis-Expedition unter Leitung von Wally Herbert erreicht den Nordpol. Die u.a. mit vier Schlitten und 34 Schlittenhunden ausgerüstete Gruppe war am 8. Februar 1968 von Point Barrow (Alaska) gestartet. Nach insgesamt 476 Tagen und einer zurückgelegten Strecke von über 6000 km beendet sie auf einer Insel Spitzbergens ihre Expedition.

6.4.1969, Sonntag

In den USA demonstrieren Tausende von Bürgern im Rahmen der sog. Anti-Vietnam-Märsche am Osterwochenende gegen den Krieg in Vietnam. Am Vortag gedachten Farbige in mehr als 20 US-Großstädten des ersten Todestages des Bürgerrechtlers Martin Luther King, der 1968 einem Attentat zum Opfer fiel.

7.4.1969, Montag

Mit zahlreichen Staus, Unfällen und Todesopfern endet der Osterreiseverkehr. Bei wolkenlosem Himmel und Temperaturen um 22 in der gesamten Bundesrepublik kommt es zu einem “Massenverkehr ins Grüne”. Über 30 Menschen sterben über Ostern allein auf den Straßen Nordrhein-Westfalens, die bayerische Polizei spricht von 20 Toten in ihrem Bundesland.

8.4.1969, Dienstag

Bundesaußenminister Willy Brandt (SPD) beendet einen dreitägigen Arbeitsbesuch in Kanada. Dabei kommt er u.a. zu Gesprächen mit dem kanadischen Außenminister Mitchell Sharp und Verteidigungsminister Leo Cadieux zusammen. Zu den Hauptthemen zählen die Ost-West-Beziehungen und der am 3. April bekanntgegebene Abzug kanadischer Truppen aus Europa.

9.4.1969, Mittwoch

Einem Schreiben des DDR-Außenministers Otto Winzer an den Generalsekretär der Vereinten Nationen Sithu U Thant zufolge will die DDR der UN-Konvention über Nichtverjährung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beitreten. Die DDR ist – ebenso wie die Bundesrepublik – nicht Mitglied der Vereinten Nationen.

Bei sozialen Unruhen in der süditalienischen Stadt Battipaglia kommen zwei Menschen ums Leben, über 200 werden verletzt. Nach Einführung von Kurzarbeit in einem staatlichen Unternehmen haben sich die 600 meist weiblichen Beschäftigten zusammen mit anderen Arbeitern zu Protesten versammelt. Dabei kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen mit den über 2000 z.T. auswärtigen Polizisten, die die Stadt hermetisch abriegeln.

10.4.1969, Donnerstag

Der jordanische König Hussein II. legt im Rahmen eines Besuches in der US-Hauptstadt Washington (seit 8.4.) einen Sechs-Punkte-Friedensplan für den Nahen Osten vor. Der mit dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abd an Nasser abgestimmte Plan sieht u.a. die Einstellung aller Kriegshandlungen, die Respektierung der Souveränität und territorialen Integrität aller Staaten und eine gerechte Lösung des Flüchtlingsproblems vor.

Großbritannien gibt seinen Ausstieg aus dem sog. Airbus-Projekt bekannt. Nach Beratungen zwischen dem britischen Technologieminister Anthony Wedgwood Benn, dem französischen Verkehrsminister Jean Chamant und dem Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Klaus von Dohnanyi begründet die britische Regierung ihren Schritt mit fehlendem Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

11.4.1969, Freitag

In Washington endet die zweitägige Jubiläumssitzung des NATO-Rates anlässlich des 20. Jahrestages der NATO-Gründung. Dabei fordert US-Präsident Richard M. Nixon die Schaffung eines neuen Apparates für politische Konsultationen, u.a. einer besonderen politischen Planungsgruppe unter den NATO-Staaten. Die Sowjetunion hatte in einer Erklärung zum 20. Jahrestag am 9. April die Schaffung eines gesamteuropäischen Sicherheitssystems gefordert.

12.4.1969, Samstag

Zum zweitägigen Gründungsparteitag der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) versammeln sich in Essen 773 Delegierte.

In der Zentralafrikanischen Republik ist nach Regierungsangaben ein Staatsstreich gegen Staatschef General Jean, Bedel Bokassa gescheitert. Der Initiator des Putsches, der 37-Jährige Gesundheitsminister Alexandre Banza, wird am 13. April hingerichtet.

Unter der Regie von Jaroslav Dudek wird im Akademietheater Wien das Stück “August August August” des tschechoslowakischen Dramatikers Pavel Kohout aufgeführt (deutschsprachige Erstaufführung). Die Uraufführung fand am 12. Mai 1967 in Prag statt. Kohout wurde 1968 aus der Kommunistischen Partei seines Landes ausgeschlossen und hat seitdem in der Tschechoslowakei Publikationsverbot.

13.4.1969, Sonntag

Das Langstreckenrennen für Automobilrennwagen im britischen Brands Hatch gewinnen Joe Siffert/Jim Redman (Schweiz/Großbritannien) auf Porsche bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 159,754 km/h.

14.4.1969, Montag

In der vom FDP-Vorstand verabschiedeten sog. Wahlkampfplattform stehen Fragen der Außen- und Deutschlandpolitik im Mittelpunkt. Die Freien Demokraten sprechen sich dabei u.a. für “normale Beziehungen” zur DDR aus.

Nordkoreanische Jagdflugzeuge schiesen ein US-amerikanisches Aufklärungsflugzeug mit 31 Mann Besatzung ab. Nach US-Angaben befand sich die Maschine über internationalen Gewässern, nach nordkoreanischer Darstellung über dem Hoheitsgebiet Nordkoreas. Als Reaktion auf den Abschuss gibt die US-Regierung am 21. April bekannt, sie werde künftig zum Schutz ihrer Aufklärungsflugzeuge einen Flottenverband im Japanischen Meer operieren lassen.

In Wien beginnen dreitägige sowjetisch-US-amerikanische Gespräche über die friedliche Nutzung atomarer Sprengungen. Nach Einschätzung beider Seiten können unterirdische Atomexplosionen in naher Zukunft auch zu wirtschaftlichen Zwecken eingesetzt werden, u.a. bei der Suche und Förderung von Erdöl und Erdgas.

Peru nimmt diplomatische Beziehungen zu Polen auf. Außerdem vereinbart das Land in diesem Jahr ständige Kontakte mit der UdSSR, Ungarn und Bulgarien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ohnehin nur geringen diplomatischen Beziehungen zwischen Lateinamerika und Osteuropa aufgrund der dortigen Herrschaft kommunistischer Parteien fast ausnahmslos abgebrochen. Erst seit 1964 setzt eine zögernde Wiederaufnahme ein.

15.4.1969, Dienstag

In der Brooklyn Academy in New York wird das Ballett “Canfield” von der Merce Cunningham and Dance Company uraufgeführt. Die choreographische Leitung führt der US-amerikanische Tänzer und Choreograph Merce Cunningham, die Musik stammt von Pauline Oliveras.

16.4.1969, Mittwoch

Der kambodschanische Staatschef Prinz Norodom Sihanouk und die US-Regierung kündigen die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern an. Zuvor hatte US-Präsident Richard M. Nixon in einer Botschaft gemäß der UN-Charta die “Souveränität, Unabhängigkeit und Neutralität” Kambodschas anerkannt.

Victoria Eugenia, Witwe des letzten Königs von Spanien, Alfonso XIII., stirbt im Alter von 81 Jahren im schweizerischen Lausanne. Die spanische Regierung verfügt eine dreitägige Staatstrauer.

In einem Qualifikationsspiel zur Fußballweltmeisterschaft in Mexiko 1970 trennen sich die deutsche Nationalmannschaft und Schottland in Glasgow 1:1.

17.4.1969, Donnerstag

Der tschechoslowakische KP-Chef Alexander Dubcek – führender Repräsentant des “Prager Frühlings” – wird auf Druck Moskaus abgelöst und durch Gustav Husák ersetzt. Zugleich wird das Exekutivkomitee der Partei aufgelöst und ein neues Präsidium gewählt.

In der gesamten Tschechoslowakei führt die Polizei in der Nacht vom 16. zum 17. April Razzien durch. Dabei werden über 3000 Personen überprüft. Nach Ansicht westlicher Beobachter will die Regierung damit die Schlagkraft der Polizei unter Beweis stellen und nach den März-Ereignissen neue Demonstrationen und Protestaktionen verhindern.

18.4.1969, Freitag

Auf einem außerordentlichen Parteitag in Bad Godesberg (seit 16.4.) greifen die Sozialdemokraten die Politik der CDU/CSU scharf an.

Bei Nachwahlen zum britischen Unterhaus in Ulster (Nordirland) wird die 21-Jährige irische Unabhängigkeitskämpferin Bernadette Devlin gewählt.

Der Zentralbankrat der Deutschen Bundesbank beschließt die Erhöhung des Diskontsatzes von 3 auf 4%. Nach eigenen Worten trägt die Bundesbank damit der “zunehmenden konjunkturellen Anspannung” Rechnung und will eine Stabilisierung des Preisniveaus erreichen.

In Bonn beginnen die internationalen deutschen Hallenschwimm-Meisterschaften (bis 20.4.). Dabei bleibt der Mannheimer Hans Faßnacht über 400 m Freistil als erster Schwimmer der Welt unter der Vier-Minuten-Grenze.

19.4.1969, Samstag

Der Iran kündigt das am 4. Juli 1937 mit dem Irak geschlossene Abkommen über die Grenzziehung am Schatt al-Arab auf. Die irakische Regierung dagegen bezeichnet die Aufkündigung als einseitig und ungültig. Anschließend kommt es zu Flottendemonstrationen beider Staaten. Bei dem Streit geht es u.a. um die freie Zufahrt zum iranischen Ölhafen Abadan.

Bei schweren Auseinandersetzungen in Nordirland werden über 180 Personen verletzt.

20.4.1969, Sonntag

Die West-Berliner CDU wählt auf einem Landesparteitag den 46-Jährigen Peter Lorenz zu ihrem neuen Vorsitzenden. Lorenz, der bisher stellvertretender Vorsitzender war, wird damit Nachfolger des seit acht Jahren amtierenden und jetzt nicht mehr kandidierenden Franz Amrehn.

Der französische Außenminister Michel Debré beendet in Rom viertägige Gespräche mit seinem italienischen Amtskollegen Pietro Nenni. Dabei werden unterschiedliche Standpunkte der Regierungen zu der vom Ostblock vorgeschlagenen europäischen Sicherheitskonferenz (sog. Budapester Appell) deutlich. Während Frankreich den Vorschlag ablehnt, steht ihm Italien positiv gegenüber.

21.4.1969, Montag

Die Landwirtschaftsminister der Europäischen Gemeinschaft setzen die Preise für bestimmte Agrarprodukte fest. Zugleich werden Masnahmen zur Förderung des Absatzes von Milch und Milcherzeugnissen getroffen, u.a. Beihilfen für die Verwendung von Vollmilchpulver bei der Mischfutterherstellung. Nach Angaben des Vizepräsidenten der EG-Kommission, Sicco Mansholt, kann das Überschussproblem jedoch nicht gelöst werden.

22.4.1969, Dienstag

Im Biafra-Krieg erobern nigerianische Regierungstruppen mit Umuahia die Hauptstadt der abtrünnigen Provinz Biafra.

Als zweiter Staat nach Polen hinterlegt die Sowjetunion bei der UNO die Ratifikationsurkunde zur Konvention über die Nichtverjährbarkeit von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Der US-amerikanische Schwergewichtsboxer Joe Frazier gewinnt in einem WM-Titelkampf gegen seinen Landsmann Dave Zyglewicz durch K. o. in der ersten Runde. Frazier wird jedoch nur von der New Yorker Boxkommission als Titelträger im Schwergewicht geführt.

23.4.1969, Mittwoch

In Moskau beginnt eine Gipfelkonferenz des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW; bis 26.4.). Die UdSSR als führender RGW-Staat zielt auf eine Integration der Mitgliedsländer mit übernationalen weisungsberechtigten Behörden und gemeinsamer Planung. Rumänien plädiert für eine weniger intensive Zusammenarbeit.

In Los Angeles wird der Attentäter von Robert F. Kennedy, Sirhan B. Sirhan, zum Tode verurteilt.

Die Mitglieder des Bundeskabinetts sprechen sich gegen ein Verbot der rechtsextremen NPD aus. Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl solle dem Wähler die “Entscheidung über das Schicksal der NPD” überlassen bleiben. In letzter Zeit hatten u.a. Informationen über die NPD-Zugehörigkeit hochrangiger Bundeswehroffiziere für Aufsehen gesorgt.

Das Bundeskabinett in Bonn verständigt sich auf eine Neuregelung der Verjährungsfristen für Mord. Im Hintergrund des Beschlusses steht die bevorstehende Verjährung von NS-Verbrechen.

Nach gewalttätigen Demonstrationen wird im Libanon der Ausnahmezustand verhängt. Am 24. April tritt der libanesische Ministerpräsident Rachid Karami zurück.

24.4.1969, Donnerstag

SPD, CDU, FDP und CSU unterzeichnen ein Abkommen über die Führung eines “fairen Wahlkampfes”. u.a. verzichten die Parteien darin auf jede kommerzielle Fernseh- und Rundfunkwerbung. Darüber hinaus wird die zeitliche Begrenzung bestimmter zentraler Aktionen vereinbart.

Nach zehntägigen Regierungsverhandlungen zwischen Tunesien und der Bundesrepublik in Bonn vereinbaren beide Länder Abkommen über finanzielle und technische Zusammenarbeit. Die Abkommen betreffen u.a. Bewässerungs- und Infrastrukturprojekte, land- und forstwirtschaftliche Vorhaben sowie den Tourismus.

Die niedersächsische Landesregierung beschließt die Errichtung einer neuen wissenschaftlichen Hochschule in ihrem Bundesland.

25.4.1969, Freitag

Im Rahmen einer sechsstündigen Deutschland-Debatte im Bundestag in Bonn lehnt die CDU/SPD-Koalition ein von der FDP angeregtes Vertragsangebot an die DDR “zum gegenwärtigen Zeitpunkt” ab. Die oppositionellen Freien Demokraten hatten auf die Notwendigkeit hingewiesen, aus dem “deutschen Dilemma” herauszukommen.

Im Musée des Beaux-Arts in Lyon beginnt eine Ausstellung des russischen Bildhauers Alexander Archipenko (bis 1.6.). Zu sehen sind rund 80 Plastiken und Reliefs sowie 40 Zeichnungen und Lithographien.

26.4.1969, Samstag

In Göttingen wird das Stück “Ein Dorf ohne Männer” des österreichischen Schriftstellers und Dramatikers Ödön von Horváth erstmals in Deutschland aufgeführt. Die Uraufführung fand am 24. September 1937 in Prag statt.

27.4.1969, Sonntag

In einem von Staatspräsident Charles de Gaulle mit der Vertrauensfrage verknüpften Referendum über eine Regional- und Senatsreform spricht sich die Mehrheit der französischen Bevölkerung gegen die Pläne ihres Staatsoberhauptes aus.

Bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in München erreichen Eberhard Schöler im Herreneinzel und die bundesdeutsche Herrenmannschaft jeweils das Endspiel.

Als elfter Staat ratifiziert Barbados den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen für Lateinamerika. Zuvor hatten u.a. Uruguay, Bolivien, Peru und Mexiko diesen Schritt vollzogen.

Der bolivianische Staatspräsident General René Barrientos Ortuño verunglückt bei einem Hubschrauberabsturz tödlich.

28.4.1969, Montag

Nach dem negativ verlaufenen Referendum vom 27. April tritt der französische Staatspräsident Charles de Gaulle zurück.

Einer von der Europäischen Gemeinschaft in Auftrag gegebenen Umfrage zufolge sprechen sich 62% der Bundesbürger für ein vereinigtes Europa aus. 19% wenden sich dagegen, weitere 19% der Bundesbürger haben zu diesem Thema keine Meinung.

29.4.1969, Dienstag

Der Vorstandsvorsitzende der Thyssen Röhrenwerke AG, Ernst Wolf Mommsen, gibt in Hannover den Abschluss eines Vertrages über Entwicklung und Bau von Großröhrenwerken mit der Sowjetunion bekannt. Am Vortag kamen im Rahmen der Hannover-Messe Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD) und der sowjetische Außenhandelsminister Nikolai S. Patolitschew zu einem Gespräch über sowjetische Erdöl- und Erdgaslieferungen zusammen.

30.4.1969, Mittwoch

Die Bundesrepublik weist Ende April mit 763 300 die höchste Zahl an offenen Stellen der Nachkriegszeit auf. Dies meldet die Nürnberger Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung (später Bundesanstalt für Arbeit).

In Bagdad gibt die irakische Regierung die volle diplomatische Anerkennung der DDR bekannt.