Was geschah im Juli 1971

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1.7.1971, Donnerstag

Auf der 119. Sitzung der Pariser-Vietnam-Gespräche legt die Delegation des Vietcong einen neuen Friedensplan vor. Er sieht den Abzug aller US-Truppen aus Vietnam und die Freilassung aller Kriegsgefangenen bis zum Ende des Jahres vor.

Der Streit zwischen Großbritannien und Argentinien um die Falklandinseln wird vorläufig beigelegt.

In der Bundesrepublik Deutschland erhalten Kinder, Männer und Frauen erstmals einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose ärztliche Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten.

Rudolf Augstein, Herausgeber und Gesellschafter des bundesdeutschen Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”, verkauft aus wirtschaftlichen Erwägungen 25% seiner Anteile an den Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr.

Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) führt allgemeine Zollpräferenzen zugunsten von 91 Entwicklungsländern ein. Deren Export von industriellen Halb- und Fertigwaren in die EWG genießt im Rahmen bestimmter Höchstmengen Zollfreiheit für die Dauer von zehn Jahren.

In den Niederlanden bildet der Fraktionsvorsitzende der Antirevolutionären Partei (ARP), Barend Willem Biesheuvel, 63 Tage nach den Parlamentswahlen eine aus fünf Parteien bestehende Koalitionsregierung.

Die Bundespost erhöht ihre Gebühren. Der Normalbrief (bis zu 20 g) verteuert sich um 10 auf 60 Pf. Die Gebührenskala wird neu in sieben Gewichtsstufen eingeteilt. Die Kosten für ein Ortsgespräch steigen von 18 auf 21 Pf.

2.7.1971, Freitag

In 24 Häfen an der US-amerikanischen Westküste legen 15 000 Hafenarbeiter die Arbeit nieder. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebervereinigungen über höhere Bezüge und eine verbesserte Altersversorgung waren am 30. Juni gescheitert.

3.7.1971, Samstag

Die wochenlangen Tarifauseinandersetzungen in der chemischen Industrie werden durch ein Übereinkommen zwischen der IG Chemie und den Arbeitgeberverbänden beendet. Beide Parteien einigen sich auf Lohnerhöhungen um 7,8%.

Die Australierin Evonne Goolagong gewinnt in Wimbledon das Endspiel im Damen-Einzel.

Pat Matzdorf (USA) verbessert in Berkeley (Kalifornien) den acht Jahre alten Weltrekord im Hochsprung von 2,19 m auf 2,29 m.

4.7.1971, Sonntag

Der Australier John Newcombe gewinnt zum drittenmal seit 1967 das Herren-Einzel in Wimbledon.

Der CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß erklärt in einem Interview, dass er auf dem Mitspracherecht seiner Partei bei der Nominierung des CDU-Kanzlerkandidaten bestehe.

Das UN-Flüchtlings-Kommissariat in Genf gibt bekannt, dass die Zahl der ostpakistanischen Flüchtlinge in Indien die Sechs-Millionen-Grenze überschritten habe.

5.7.1971, Montag

Frankreichs Staatspräsident Georges Pompidou trifft zu zweitägigen Regierungskonsultationen in der BRD ein. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Bundeskanzler Willy Brandt stehen Fragen der europäischen Einigung und aktuelle Währungsprobleme.

Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ergibt, dass die bundesdeutsche Bevölkerung über die Arbeitszeiten geteilter Meinung ist. 46% der Arbeitnehmer befürworten eine Woche mit vier Arbeitstagen zu je zehn Stunden und 47% der Befragten eine Fünf-Tage-Woche zu je acht Stunden.

6.7.1971, Dienstag

Bundeswirtschafts- und finanzminister Karl Schiller belegt das Verteidigungsministerium mit einer Ausgabensperre von 300 Mio. DM. Für das Bundesverkehrsministerium wird ein Etatstopp von 240 Mio. DM verordnet. Damit müssen die beiden Ressorts mehr als die Hälfte der von der Bundesregierung beschlossenen Haushaltseinsparung aufbringen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände fordert die Autofahrer in der Bundesrepublik auf, “preiskritisch” zu tanken. Freie Tankstellen würden den Liter Benzin bis zu 15% billiger anbieten als Markenfirmen.

In Berlin (West) gehen die 21. Berliner Filmfestspiele, die am 25. Juni begonnen haben, zu Ende. Mit dem Goldenen Bären ist “Der Garten der Finzi Contini” von Vittorio De Sica ausgezeichnet worden. Der Film behandelt die Judenverfolgung im faschistischen Italien.

In New York stirbt im Alter von 71 Jahren der US-amerikanische Jazzmusiker Louis Armstrong.

7.7.1971, Mittwoch

An der Medizinischen Fakultät der US-Universität in Miami weigern sich die angehenden Ärzte einstimmig, die Eidesformel des Hippokrates zu sprechen, da sie die Schwangerschaftsunterbrechung verbietet.

Die Hamburger SPD leitet gegen das Mitglied des Bundesvorstands der Jungsozialisten, Wolfgang Roth, ein Parteiordnungsverfahren ein.

Die jordanische Armee beginnt eine Großoffensive gegen palästinensische Freischärler.

Walter Scheel trifft als erster Außenminister der Bundesrepublik zu einem offiziellen Besuch in Israel ein.

8.7.1971, Donnerstag

Rund 1500 südvietnamesische Soldaten dringen nach Kambodscha in das Gebiet des sog. Papageienschnabels vor.

Das Parlament in Österreich beschließt eine “Kleine Strafrechtsreform”, durch die u.a. Homosexualität und Ehestörung straffrei werden.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden teilt mit, dass die Teuerungsrate in der Bundesrepublik Deutschland im Juni gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres die “Schallgrenze” von 5% erreicht hat.

9.7.1971, Freitag

In Washington veröffentlicht Senator William Proxmire erstmalig eine Aufschlüsselung der amerikanischen Militärhilfe nach Ländern. An der Spitze steht Süd-Korea mit 240 Mio. Dollar (840 Mio. DM) jährlich, gefolgt von Kambodscha mit 200 Mio. Dollar (700 Mio. DM) und der Türkei mit rund 100 Mio. Dollar (350 Mio DM).

Als erste Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland erhält die Universität Münster eine offizielle Vertretung ausländischer Studenten.

In Santa Clara in Kalifornien stellt die Australierin Shane Gould mit 4:21,2 min einen Weltrekord über 400 m Freistil auf.

Zum Auftakt der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Stuttgart erreicht Uwe Beyer vom USC Mainz im Hammerwurf 74.90 m.

11.7.1971, Sonntag

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Richard M. Nixon, Henry A. Kissinger, beendet einen geheimgehaltenen dreitägigen Besuch in der Volksrepublik China.

Mit 1:58,3 min stellt Hildegard Falck in Stuttgart einen Weltrekord über 800 m auf.

Mit scharfer Kritik des Bundesvorsitzenden der Schlesischen Landsmannschaft, Herbert Hupka (SPD), an der Deutschland- und Ostpolitik seiner eigenen Partei endet in München das Deutschlandtreffen der Schlesier. Hupka wirft der Bundesregierung vor, mit dem Warschauer Vertrag die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens anerkannt zu haben.

Der in Kairo tagende “Palästinensische Nationalkongress” beschließt, die elf palästinensischen Fedajin-Organisationen und die 7000 Mann starke Palästinensische Befreiungsarmee dem Oberbefehl Jasir Arafats zu unterstellen. Arafat soll den Kampf der Palästinenser gegen Jordanien anführen.

12.7.1971, Montag

In München wird Nikolaus Lobkowicz zum neuen Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität gewählt.

13.7.1971, Dienstag

Zum ersten Mal seit der Bergbaukrise Mitte der 60er Jahre kommt es im Ruhrgebiet zu Aktionen gegen die Gefährdung von Arbeitsplätzen. In Gelsenkirchen demonstrieren mehrere tausend Beschäftigte der Glasindustrie gegen die geplante Stilllegung der Glasproduktion der Delog AG.

Der Roman “Mephisto” (1933) von Klaus Mann darf auch weiterhin in der Bundesrepublik nicht veröffentlicht werden. Das Bundesverfassungsgericht entscheidet gegen eine Klage der Nymphenburger Verlagshandlung GmbH in München. Das Gericht begründet sein Urteil damit, dass der Roman das Leben des Schauspielers Gustaf Gründgens behandle und dessen Persönlichkeitsrechte verletze.

14.7.1971, Mittwoch

Der Österreichische Nationalrat spricht sich mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ nur eineinhalb Jahre nach den Wahlen für eine vorzeitige Auflösung und Festsetzung von Neuwahlen für den 10. Oktober aus. Die Minderheitsregierung von Bruno Kreisky (SPÖ) erhofft sich dadurch eine verbesserte parlamentarische Grundlage.

Die europäischen Kernkraftwerkhersteller Kraftwerk Union AG (BRD), Agip Nucleare (Italien), Belgonucléaire S.A. (Belgien), Interatom GmbH (BRD), Nuclear Power Group (Großbritannien), Nuclear Fuel (Großbritannien) und Neeratom (Niederlande) unterzeichnen Kooperationsabkommen, um ihre Weltmarktposition im Atomenergiesektor auszubauen.

15.7.1971, Donnerstag

Bei der Fahndung nach Mitgliedern der terroristischen Baader-Meinhof-Gruppe in Hamburg wird die zwanzigjährige Petra Schelm von einem Polizisten erschossen.

US-Präsident Richard M. Nixon gibt bekannt, dass er auf Einladung des chinesischen Ministerpräsidenten Zhou Enlai Peking besuchen werde.

In Österreich wird die Wehrgesetznovelle verabschiedet, die den Wehrdienst von neun auf sechs Monate herabsetzt.

16.7.1971, Freitag

Der spanische Staatschef General Francisco Franco Bahamonde ernennt Prinz Juan Carlos zu seinem Stellvertreter.

Das Bundesministerium für Städtebau und Wohnungswesen in Bonn teilt mit, dass die Mieten im Juni des Vorjahres um 6,1% niedriger lagen als im gleichen Monat dieses Jahres.

Der Fernseh-Delphin Flipper stirbt in Grassy Key im US-Bundesstaat Florida an Herzversagen.

17.7.1971, Samstag

In Rom unterzeichnen die Außenminister Italiens und Österreichs ein Abkommen zur Schlichtung des Konflikts um Südtirol.

Das Bundesverwaltungsgericht in Berlin (West) entscheidet, dass der Schutz der Bevölkerung vor Lärmbelästigungen auch dann gerechtfertigt ist, wenn dadurch die Gewerbefreiheit eingeschränkt wird. Das Urteil gab Nachbarn einer Fischgroßhandlung Recht, die sich durch den nächtlichen Ladebetrieb gestört fühlten.

Die Bundesregierung in Bonn bietet der DDR erstmals eine “konkrete Zusammenarbeit” in Fragen des Umweltschutzes an.

18.7.1971, Sonntag

Die jordanische Regierung kündigt das Kairoer Abkommen von 1970, das die Auseinandersetzungen zwischen Jordanien und den palästinensischen Guerillas beenden sollte.

Der Belgier Eddy Merckx gewinnt zum drittenmal nacheinander die Tour de France.

19.7.1971, Montag

Der Deutsche Bundestag in Bonn verabschiedet das “Städtebauförderungsgesetz”.

Die südvietnamesische Regierung schlägt eine Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam mit Hilfe von allgemeinen Wahlen unter internationaler Aufsicht vor.

Der sudanesische Staats- und Regierungschef Dschafar Muhammad An Numairi wird von linksgerichteten Putschisten gestürzt.

20.7.1971, Dienstag

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft in Koblenz empfiehlt dem Bundesgesundheitsministerium in Bonn, sämtliche Appetitzügler unter Rezeptpflicht zu stellen, da eine Gesundheitsgefährdung durch solche Mittel nicht auszuschließen sei.

21.7.1971, Mittwoch

In der Türkei verbietet das Verfassungsgericht die “Türkische Arbeiterpartei”, die einzige im Parlament vertretene sozialistische Partei, da sie dem Aufbau einer modernen Türkei entgegenstehen würde.

Bei Rheinweiler in Südbaden entgleist wegen überhöhter Geschwindigkeit der Schweiz-Express Basel- Kopenhagen. Der Zug stürzt eine Böschung hinunter und zerstört ein Wohnhaus. Das Unglück fordert 23 Tote.

Bischof Hanns Lilje führt Eduard Lohse als seinen Nachfolger in das Amt des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Hannovers ein.

Die US-Illustrierte “Life” kürt den Amerikaner Clint Eastwood zum beliebtesten Schauspieler der Welt.

22.7.1971, Donnerstag

Die Schiedskommission der Hamburger SPD schließt acht Mitglieder des Landesvorstands der Jungsozialisten aus der Partei aus. Sie hätten aktiv an einer auch von kommunistischen Gruppen organisierten Demonstration teilgenommen.

23.7.1971, Freitag

Die Europäische Kommission veröffentlicht die Grundlinien eines gemeinsamen Programms zum Umweltschutz. Zu den wichtigsten Aufgaben zählt die Bekämpfung der Luft- und Wasserverschmutzung.

In der Bundesrepublik werden die Gebühren der Technischen Überwachungsvereine (TÜV) für Kontrollen nach 29 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung erhöht. Danach kostet die Pflichtuntersuchung für PKW statt 12,66 jetzt 14,77 DM.

24.7.1971, Samstag

In Uruguay beschließt die Abgeordnetenkammer, dem Staatspräsidenten Jorge Pacheco Areco “wegen verfassungswidriger Handlungen” den politischen Prozess zu machen. Areco hatte erneut den gemilderten Ausnahmezustand über das Land verhängt, obwohl dieser zuvor vom Kongress aufgehoben worden war.

In Moskau stellt Gewichtheber Wassili Alexejew (UdSSR) vier Weltrekorde im Superschwergewicht auf.

Im Bundesliga-Bestechungsskandal verurteilt das Sportgericht des DFB die Spieler Tasso Wild (Hertha BSC), Manfred Manglitz (1. FC Köln), Lothar Ulsaß (Eintracht Braunschweig) und Bernd Patzke (Hertha BSC) zu langjährigem Lizenzentzug.

Die achtzehnjährige “Miss Libanon”, Georgina Rizk aus Beirut, wird in Miami Beach im US-Bundesstaat Florida zur “Miss Universum” gekürt.

Der Sudan bricht die diplomatischen Beziehungen zum Irak ab. Die irakische Regierung hatte den Putschversuch vom 19. Juli gegen den sudanesischen Partei- und Regierungschef Dschafar Muhammad An Numairi positiv bewertet.

Die Bayreuther Festspiele, die bis zum 27. August dauern, werden eröffnet.

25.7.1971, Sonntag

Syrien schließt als Antwort auf die Zerschlagung der palästinensischen Guerillaeinheiten durch Truppen König Husseins II. seine Grenzen zu Jordanien.

In Offenbach wird ein Bund der kroatischen Kommunisten im Ausland gegründet. Die neue Organisation will gegen extremistische Exilgruppen auftreten und kroatischen Gastarbeitern die problemlose Wiedereingliederung in Jugoslawien ermöglichen.

Der Deutsche Touring Automobil Club (DTC) und die Kraftfahrer-Vereinigung Deutscher Beamter (KVDB) sprechen sich in München gegen die von Bundesverkehrsminister Georg Leber (SPD) geplante Einführung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf Bundes- und Landstraßen aus: Bislang könne keine wissenschaftliche Untersuchung einen solchen Schritt begründen.

26.7.1971, Montag

In Kap Kennedy startet “Apollo 15” zum fünften bemannten Mondlandeunternehmen der US-Raumfahrt.

In Fort McPherson im amerikanischen Bundesstaat Georgia beginnt das Kriegsgerichtsverfahren gegen den US-Hauptmann Ernest Medina, dem die Ermordung von mindestens 102 südvietnamesischen Zivilisten vorgeworfen wird. Medina war der direkte Vorgesetzte von Oberleutnant William Calley, der wegen des Massakers in dem südvietnamesischen Dorf My Lai zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war.

27.7.1971, Dienstag

In Bonn legt Bundesarbeitsminister Walter Arendt ein Fünf-Punkte-Programm zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung vor. Darin wird u.a. die Einführung eines “Baby-Jahres” für versicherte Frauen vorgeschlagen.

Zum Abschluss seiner zweitägigen Sitzung in Brüssel beschließt der Ministerrat der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit den Staaten der EFTA (European Free Trade Association = Europäische Freihandelszone) eine Freihandelszone für gewerbliche Erzeugnisse zu errichten.

Im Sudan wird der Generalsekretär der kommunistischen Partei, Abdel Khalek Mahjub, zum Tode verurteilt. Er soll zu den Organisatoren des Putschversuchs gegen Staatschef Dschafar Muhammad An Numairi gehört haben. Das Urteil wird bereits am 28. Juli vollstreckt.

28.7.1971, Mittwoch

In London stimmt der Vorstand der oppositionellen Labour Party mit 16 zu sechs Stimmen gegen den EWG-Beitritt Großbritanniens.

Die bundesdeutsche Illustrierte “Quick” veröffentlicht die geheimen “Berlin-Papiere” vom März dieses Jahres, die als Grundlage der Viermächteverhandlungen dienen. Darin besteht die Sowjetunion u.a. auf dem Verzicht der Bundespräsenz in Berlin (West). Regierungssprecher Rüdiger von Wechmar bezeichnet die Papiere als “längst überholt”. Moskau reagiert auf diese Indiskretionen verärgert.

29.7.1971, Donnerstag

Die US-Regierung gibt bekannt, dass sie in nächster Zeit auf alle Aufklärungsflüge über China verzichten wolle, um den geplanten China-Besuch von Präsident Richard M. Nixon nicht zu gefährden.

Mit dem Inkrafttreten einer Verfassungsänderung erfolgt in Jugoslawien die Konstituierung des neugeschaffenen Präsidialrats.

In London wird ein Buch des sowjetischen Wissenschaftlers A. Medwedjew veröffentlicht, das aus der UdSSR herausgeschmuggelt wurde. Darin wird berichtet, dass die Wissenschaft in der Sowjetunion durch Bürokratie und politische Ideologie beeinträchtigt wurde.

30.7.1971, Freitag

Auf einer Gipfelkonferenz in Tripolis fordert der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi die Regierungschefs der anwesenden arabischen Staaten zu einer gemeinsamen militärischen Intervention in Jordanien auf.

Die Bundesregierung verabschiedet eine Novelle zum Wasserhaushaltsgesetz. Künftig sollen bei Gewässerverunreinigung Bußgelder bis zu 50 000 DM verhängt werden können.

In Frankfurt wird die Nachrichtenagentur “Deutscher Depeschen-Dienst GmbH” (ddp) gegründet. Sie beginnt am 1. Dezember mit ihrer Arbeit.

Bei Tokio stürzt nach einer Kollision mit einem Düsenjäger eine japanische Boeing 727 ab.

31.7.1971, Samstag

Der Präsident der Bolivianischen Bischofskonferenz, Kardinal José Clemente Maurer, verurteilt in La Paz den Reichtum der katholischen Kirche. Es sei Zeit, sich von diesen Besitztümern zu trennen und damit die Armen zu unterstützen.