Was geschah im November 1951

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1.11.1951, Donnerstag

Während der Gemeindewahlen in Marokko kommt es in Casablanca zwischen nationalistischen Demonstranten und französischer Polizei zu schweren Zusammenstößen, die fünf Tote und 70 Verletzte fordern.

5000 Soldaten der US-amerikanischen Armee nehmen an Nuklearwaffenmanövern in der Sierra Nevada teil.

Das britische Oberkommando in Ägypten trägt der bedrohlichen Situation im Konflikt mit der ägyptischen Regierung Rechnung und evakuiert ein Drittel der Familienangehörigen britischer Soldaten.

Ein Regierungsentwurf zur Wahl einer gesamtdeutschen Nationalversammlung wird in einem Bulletin des Bundespresseamtes veröffentlicht. Neben einer Nationalversammlung soll auch ein Länderausschuss gewählt werden. Vertreter sollen nicht von den Landesregierungen bestimmt, sondern in den Ländern gewählt werden.

2.11.1951, Freitag

Professor Brutt von der Universität Syracuse im US-Bundesstaat New York gibt bekannt, dass zum ersten Mal über New York “Atom-Schnee” niedergegangen sei. Ursache seien offenbar die letzten Atombombentests in der Salzwüste von Nevada.

Sämtliche Gebäude des Obersalzbergs – von Adolf Hitler als Sommersitz genutzt – werden laut Vereinbarung zwischen dem US-amerikanischen Landeskommissar und der bayerischen Regierung in deutsche Hände gegeben. Die Bauten sollen dem Erdboden gleichgemacht werden.

Aus dem Auswärtigen Amt in Bonn wird bekannt, dass die Sandbank “Großer Knechtsand” in der Elbemündung bei Cuxhaven von der britischen Regierung als Ersatzbombenziel für Helgoland ausersehen ist. Helgoland soll bis März 1952 an die Deutschen zurückgegeben werden.

Der ehemalige Reichskanzler Heinrich Brüning kehrt aus dem amerikanischen Exil nach Deutschland zurück und übernimmt eine Lehrtätigkeit an der Universität Köln.

3.11.1951, Samstag

Bundesregierung und Alliierte Hochkommission veröffentlichen ein Kommuniqué über ihre Besprechungen zum Abschluss eines Generalvertrages, die Rechte stationierter alliierter Truppen, einen Schiedsgerichtshof und die Entflechtung der deutschen Industrie.

Vertreter der vier Länder aus dem Sendegebiet des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) – Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg – und NWDR-Delegierte einigen sich auf den Entwurf eines Staatsvertrags.

Der sowjetische Botschafter in Ankara, Layryschow, überreicht eine scharfe Protestnote an die türkische Regierung gegen den Anschluss der Türkei an die NATO.

4.11.1951, Sonntag

Der zweite Vorsitzende der SPD, Erich Ollenhauer, fordert Neuwahlen zum Bundestag. Er wirft der Regierung insbesondere in der Wirtschaftspolitik Versagen vor.

In der Stuttgarter Staatsoper wird Igor Strawinskis Oper “The Rake’s Progress” unter dem Titel “Der Wüstling” in Deutschland erstaufgeführt. Die musikalische Leitung hat Ferdinand Leitner. Am 11. September fand die Uraufführung in Venedig statt.

5.11.1951, Montag

Bundeskanzler Konrad Adenauer und sechs weitere Politiker treffen sich in Königswinter mit 22 evangelischen Kirchenvertretern, die ihre Vermittlung in Fragen der deutschen Einigung anbieten.

Die staatliche iranische Ölgesellschaft nimmt nach dem Abzug der Briten einen Teil der Raffinerien von Abadan wieder in Betrieb.

6.11.1951, Dienstag

In Paris beginnt die sechste Vollversammlung der Vereinten Nationen. Für die Bundesrepublik Deutschland nimmt Ministerialdirektor Herbert Blankenhorn als Beobachter an den Tagungen teil.

Die Regierungsparteien CDU, FDP und DP sprechen sich für die dritte Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne aus. Laut Bulletin des Bundespresseamtes unterstützen 75% der erwachsenen Bevölkerung diesen Vorschlag.

In Colmar-Berg heiratet die 26-Jährige Marie-Gabrielle von Luxemburg den dänischen Grafen Knud Holsberger Ledreborg.

7.11.1951, Mittwoch

Bundespräsident Theodor Heuss lehnt “aus staatsrechtlichen Gründen” eine Einladung von DDR-Ministerpräsident Wilhelm Pieck zu einem Meinungsaustausch ab.

Der sowjetische Außenminister Andrei J. Wyschinski fordert von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in Paris, die Frage der Vertretung Chinas in der UNO auf die Tagesordnung zu setzen. Das Problem, ob China durch die nationalchinesische Regierung auf Taiwan oder die kommunistische Regierung vertreten werden soll, war auf der fünften Vollversammlung nicht geklärt worden.

In New York wird der Monumentalfilm “Quo vadis” uraufgeführt. Peter Ustinov als Nero und Leo Glenn als Petronius ernten Lob für ihre schauspielerische Leistung. Kritik vor allem aus Kirchenkreisen wird laut, weil Jesus dargestellt wird.

Der Bundestag in Bonn lehnt den vom Kabinett eingebrachten Gesetzentwurf zur Einführung einer Aufwandsteuer einmütig ab.

Ein schweres Eisenbahnunglück ereignet sich auf der Strecke von München nach Mühldorf: Ein Personenzug fährt auf einen stehenden Güterzug auf. 15 Menschen sterben, zwölf werden schwer verletzt.

9.11.1951, Freitag

Der Bundesrat lehnt das Gesetz über die von Bundesfinanzminister Fritz Schäffer vorgeschlagene Autobahngebühr ab.

Jugoslawien unterbreitet der Vollversammlung der Vereinten Nationen Beschwerden über feindseliges Verhalten der Sowjetunion.

10.11.1951, Samstag

Der bundesdeutsche “Ring der Mitfahrerzentralen” erhebt beim hessischen Verwaltungsgericht in Wiesbaden Klage gegen die Schließung der Kasseler Mitfahrerzentrale durch das hessische Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft. Das Vorgehen gegen die Mitfahrerzentrale wird mit einem Erlass des Reichsverkehrsministeriums von 1936 begründet, der “ungesetzliche Personenbeförderung” verbietet.

Die Herren-Riege des Deutschen Turner-Bundes gewinnt in der Frankfurter Festhalle einen Länderkampf gegen die schweizerische Weltmeister-Mannschaft mit 350,85:348,95 Punkten. Bester Turner in der Einzelwertung ist der Kölner Helmut Bantz vor Sepp Stalder (Schweiz).

11.11.1951, Sonntag

Die Wahl in Argentinien festigt die Stellung von Juan Domingo Perón. Er gewinnt die Mehrheit in beiden Häusern des Parlaments. Erstmals durften Frauen wählen.

In Düsseldorf wird ein deutsch-französischer Industrieausschuss gegründet. Vertreter des Bundesverbandes der deutschen Industrie und der Conseil National du Patronat Français wollen gemeinsame Vorarbeiten zum internationalen Industriellenkongress, der im Dezember stattfindet, leisten.

12.11.1951, Montag

Im US-Bundesstaat Wyoming fordert ein schweres Zugunglück 21 Tote. Ein Schnellzug kollidiert mit einem stehenden Waggon.

In einem Briefwechsel tauschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und SPD-Chef Kurt Schumacher ihre kontroversen Ansichten zu Entwurf und Wahlordnung für eine gesamtdeutsche Nationalversammlung aus.

Erstmals in der japanischen Geschichte steht der Kaiser im Mittelpunkt von Studentenunruhen. Bei einem Besuch an der Universität in Kyoto umringen 1000 demonstrierende Studenten den Monarchen und fordern einen Verzicht auf Wiederaufrüstung.

13.11.1951, Dienstag

Die Vereinten Nationen setzen bei ihrer sechsten Vollversammlung in Paris die Deutschlandfrage auf die Tagesordnung. Es beginnen Erörterungen über die Einsetzung einer Kommission, die feststellen soll, ob die Voraussetzungen für freie Wahlen in ganz Deutschland gegeben sind.

14.11.1951, Mittwoch

Der Bundestag verabschiedet ein Sofortprogramm zur Arbeitsbeschaffung. Aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung sollen bis zum 30. Juni 1952 200 Mio. DM zur Verfügung gestellt werden.

In der Hauptstadt Kairo demonstrieren 500 000 Menschen mit einem Schweigemarsch gegen die Präsenz der Briten in Ägypten.

Die USA und Jugoslawien schließen ein Abkommen über die Bedingungen amerikanischer Unterstützung für den Balkanstaat.

In Frankreich treten 30 000 Bergarbeiter der nordfranzösischen Kohlenreviere in den Streik. Sie protestieren vor allem gegen die Anordnung des Arbeitsministeriums, nach der Bergarbeiter 15% der Kosten für die ärztliche Behandlung übernehmen müssen.

Nach schweren Unwettern brechen die Dämme des Po. 450 000 Menschen werden durch die Überschwemmungskatastrophe obdachlos.

15.11.1951, Donnerstag

Der Bundestag beschließt höhere Beamtenbezüge. Rückwirkend vom 1. Oktober werden die Bezüge von aktiven Beamten, Normal-Pensionären und Empfängern von Übergangsgehältern und Übergangsbezügen aufgrund des Gesetzes 131 um 20% erhöht.

Die schwedische Akademie der Wissenschaften gibt die Nobelpreisträger dieses Jahres bekannt: Pär Lagerkvist (Literatur), John Cockroft und E. T. S. Walton (Physik).

16.11.1951, Freitag

Die Bundesregierung stellt beim Bundesverfassungsgericht einen Verbotsantrag gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und die Sozialistische Reichspartei (SRP).

17.11.1951, Samstag

Der französische Ministerpräsident René Pleven stellt die Vertrauensfrage zur Durchsetzung finanzpolitischer Maßnahmen. Erneut gerät die Regierung in eine Krise. Mit 246 gegen 228 Stimmen bei 118 Stimmenthaltungen spricht die Nationalversammlung der Regierung am 21. November knapp das Vertrauen aus.

In Hannover wird in Anwesenheit von Bundeskanzler Konrad Adenauer der “Bund der vertriebenen Deutschen” gegründet. Erster Vorsitzender der 10 Mio. Mitglieder starken Vereinigung wird Linus Kather.

In Düsseldorf wird die mit 206 m längste Flussbrücke über den Rhein eingeweiht.

Die sowjetische Regierung übermittelt den drei Westmächten gleichlautende Protestnoten zur sog. Triester Frage. Sie kritisiert die Vorbereitungen der westlichen Regierungen, den 1947 geschaffenen Freistaat Triest unter Aufsicht der Vereinten Nationen zwischen Italien und Jugoslawien aufzuteilen.

18.11.1951, Sonntag

Die ägyptische Regierung erkennt die Bundesrepublik Deutschland an. In Kürze sollen diplomatische Vertreter ausgetauscht werden, gibt der stellvertretende Außenminister Ibrahim Farag Pascha bekannt.

19.11.1951, Montag

Bischof Otto Dibelius, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands, ist bei DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl zu Gast. Er betont den dringenden Wunsch der Evangelischen Kirche nach einer schnellen Verständigung in Fragen der deutschen Einheit.

Die SPD ist gegen ein Verbot der KPD. Ihr Parteivorstand teilt mit, dass die Initiative der Bundesregierung, einen Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu stellen, ohne Absprache mit den Sozialdemokraten erfolgt sei.

Mit der Unterzeichnung der Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen in New York schreitet die Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in die internationale Politik immer weiter voran.

Die ehemalige argentinische Oppositionszeitung “La Prensa”, die von der Regierung enteignet wurde, erscheint wieder – als Organ des von der Regierung kontrollierten allgemeinen Gewerkschaftsverbandes.

20.11.1951, Dienstag

Am Ober- und Mittellauf des Po in Norditalien steigt nach schweren Regenfällen erneut das Hochwasser. Oberitalien wird von einer zweiten Flutwelle bedroht.

Wegen seiner Verdienste auf dem Gebiet der Biophysik und beim Wiederaufbau der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität erhält der ehemalige Rektor Prof. Rajewsky die Goethe-Medaille.

21.11.1951, Mittwoch

Mit einem 2:0 revanchiert sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für die 1:2-Heimniederlage gegen die Türkei vom 17. Juni.

22.11.1951, Donnerstag

In Paris findet die erste Außenministerkonferenz der Westmächte unter Teilnahme von Bundeskanzler und Außenminister Konrad Adenauer statt. Nach zweieinhalbstündigen Verhandlungen einigen sich die vier Politiker auf den Entwurf eines Generalvertrags, der das Besatzungsstatut für die Bundesrepublik ablösen soll.

In Korea erzielen die Unterhändler der Vereinten Nationen und der Kommunisten weitgehende Einigung über eine Waffenstillstandslinie, deren Verlauf ein Ausschuss von Stabsoffizieren beider Seiten in den nächsten Tagen bestimmen soll. Damit ist ein erster praktischer Schritt zur Beendigung der Kämpfe getan.

Der Bundestag verabschiedet gegen die Stimmen der Kommunisten das neue Paßgesetz, das nach Übertragung der Paßhoheit auf die Bundesrepublik die Paßformalitäten nach deutschem Recht regelt. Vertreter aller Fraktionen sprechen sich gegen noch bestehende alliierte Beschränkungen aus.

Die Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik (ARD) beschließt die Aufnahme eines gemeinsamen Kurzwellendienstes.

Die Internationale Ruhrbehörde senkt für das laufende Quartal die Kohlenexportquote für die Bundesrepublik von 6,2 auf 6 Mio. t.

Die Dekartellisierungs- und Entflechtungsabteilung der Alliierten Hohen Kommission (DIDEG) untersagt den Herstellern von Elektrozubehör sowie der Glühbirnenindustrie mit sofortiger Wirkung jegliche Art von Wettbewerbsverzerrungen wie z. B. Preisabsprachen.

23.11.1951, Freitag

Ein Munitionslager im Kopenhagener Hafen fliegt in die Luft: Diese bislang schwerste Explosionskatastrophe in Dänemark fordert 18 Tote und 80 zum Teil lebensgefährlich Verletzte.

Eine vietnamesische Delegation unter Führung des Ministerpräsidenten Tran Van Huu reist nach Paris, um gemäßigte Forderungen nach einer Loslösung von der französischen Oberhoheit zu stellen.

Der Bundestag protestiert gegen die Vertreibung von Deutschen aus dem rumänischen Teil des Banat.

24.11.1951, Samstag

In Rom beginnt eine Konferenz der NATO-Staaten. General Dwight D. Eisenhower fordert, die Verteidigungslinie in Europa so weit wie möglich östlich des Rheins zu legen. Ein deutscher Verteidigungsbeitrag sei dafür unabdingbar.

Österreichs ehemaliger Minister für Vermögenssicherung und Wirtschaftsplanung Peter Krauland wird festgenommen. Gegen ihn werden schwere Beschuldigungen wegen Amtsmissbrauchs gerichtet.

Mit einem Ballettgastspiel des französischen Tänzers und Choreographen Serge Lifar wird das neue Haus der städtischen Bühnen Mainz eröffnet.

25.11.1951, Sonntag

Der SPD-Vorsitzende Kurt Schumacher kritisiert in einer Rede in Hannover das Ergebnis der Pariser Verhandlungen zwischen Konrad Adenauer und den Westalliierten. Er bezeichnet das Resultat als “eindeutige Annahme der alliierten Wünsche”.

In der DDR läuft das erste Fernseh-Versuchsprogramm an.

In Nürnberg wird der “Graf von Ratzeburg”, ein Drama von Ernst Barlach, uraufgeführt. Das Stück aus dem Nachlass des 1938 verstorbenen Dichters entstand schon 1927. Barlach, für dessen Dramen während des Nationalsozialismus Aufführungsverbot bestand, überarbeitete es selbst mehrmals in den 30er Jahren.

Die Kestner-Gesellschaft zeigt in Hannover erstmals in Deutschland Plastiken des italienischen Bildhauers Marino Marini. Die Ausstellung dauert bis zum 7. Januar 1952.

26.11.1951, Montag

Im Hamburger Hotel “Alsterhof” treffen sich Vertreter des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland und des Nationalen Olympischen Komitees der DDR. Ihr Versuch, sich auf die Teilnahme einer gesamtdeutschen Mannschaft bei den Olympischen Spielen 1952 zu einigen, scheitert.

In der DDR tritt eine Kommission zur Ausarbeitung eines Wahlgesetzentwurfs für gesamtdeutsche Wahlen unter dem Vorsitz von Walter Ulbricht zusammen. Vorlage soll das Reichswahlgesetz der Weimarer Republik vom 6. März 1924 werden.

27.11.1951, Dienstag

In Prag wird der stellvertretende Ministerpräsident Rudolf Slánský verhaftet. Ministerpräsident Klement Gottwald schaltet seinen langjährigen Rivalen mit Billigung Moskaus aus.

In Korea billigen die Delegationen der Vereinten Nationen und der Kommunisten die von ihren Stabsoffizieren gezogene Waffenstillstandslinie, die dem gegenwärtigen Frontverlauf entspricht. Sie soll jedoch erst dann endgültig anerkannt werden, wenn sich die Unterhändler in den kommenden 30 Tagen über die restlichen Punkte der Waffenstillstandsverhandlungen einigen.

Bundespräsident Theodor Heuss ruft eine “Dankspende des deutschen Volkes” ins Leben. Werke zeitgenössischer deutscher Künstler sollen erworben und jenen Ländern geschenkt werden, die Deutschland in der Nachkriegszeit unterstützt haben.

28.11.1951, Mittwoch

In Geheimbesprechungen zwischen Großbritannien und Ägypten wird ein Übereinkommen über die Ordnung am Suezkanal erzielt: Britische Soldaten dürfen u.a. die Städte Ismailia, Port Said und Suez nur noch aus dienstlichen Gründen betreten.

Der britische Innenminister Maxwell Fyfe erklärt in Straßburg, dass sein Land keine Souveränitätsrechte abgeben und sich somit nicht an einer Europaarmee beteiligen werde. Er begründet die Haltung mit den besonderen Verpflichtungen, die Großbritannien im politischen Schnittkreis von Nordamerika, Commonwealth und Westeuropa zu erfüllen habe.

Die Chemischen Werke in Hüls nehmen als erstes westdeutsches Industrieunternehmen die Produktion von Buna (= synthetischer Kautschuk) wieder auf. Der monatliche Buna-Ausstoß der Chemischen Werke beträgt 500 t.

29.11.1951, Donnerstag

Wenige Stunden nach ihrer Bildung wird die syrische, als sowjetfreundlich geltende Regierung vom Militär unter der Führung von Oberst Adib Schischekly gestürzt. Ministerpräsident Maruf Dawalibi war auch Verteidigungsminister, obwohl das Militär stets darauf bestand, dass ein Offizier das Amt übernehmen müsse.

In Siam annulliert eine Gruppe von Militärs unter Führung von Ministerpräsident Pibul Songgram in einem unblutigen Staatsstreich die Verfassung von 1949, setzt die Regierung ab, löst das Parlament auf und stellt die Verfassung von 1932 wieder her.

Eine Paketbombe tötet den Chefredakteur der “Bremer Nachrichten”, Adolf Wolfard. Eine weitere Bombe explodiert auf dem Postamt in Eystrup in der Nähe von Verden und fordert ein Todesopfer und fünf Schwerverletzte. Zwei Verdächtige werden bereits am folgenden Tag festgenommen.

30.11.1951, Freitag

In New York wird der 76-Jährige deutsche Schriftsteller Thomas Mann auf Lebenszeit in die “Academy of Arts and Letters” aufgenommen.

Chroniknet