Anpassung oder modernes Design

Werbung 1937:

Unter dem Einfluss der Hochkonjunktur kann auch die Werbewirtschaft im Deutschen Reich 1937 höhere Umsätze verzeichnen. Die Werbeunternehmen werden von den nationalsozialistischen Macht-habern kaum reglementiert. Sie haben sich dem im Deutschen Reich herrschenden Geist fast unbemerkt und vorsichtig angepasst.

Im Oktober 1937 liegt die Werbetätigkeit im Deutschen Reich um 4,3% höher als im gleichen Monat des Jahres 1936. Besonders groß ist die Zunahme bei der Anzeigenwerbung in den deutschen Zeitungen und Zeitschriften.

Im Vergleich zum Ausland zeichnet sich die deutsche Zeitungswerbung durch ein eher konservatives Design aus, das häufig mit der Fotografie und der naturalistisch-romantischen Zeichnung in Pastelltönen arbeitet, während beispielsweise in Frankreich auch Werbegraphiker zum Zuge kommen, die sich – wie der 36-jährige Franzose A. M. Cassandre (eigentl. Adolphe Mouron) – an modernen künstlerischen Formen orientieren.

Beeinflusst wird die Werbung im Deutschen Reich von der nationalsozialistischen Weltanschauung (Rolle der Frau, Rassismus, Nationalismus, Bild von der deutschen Jugend, Prüderie), aber auch von den Autarkiebestrebungen der Reichsregierung. So werden deutsche Produkte gern im Vergleich mit ausländischen Produkten aufgewertet oder die deutsche Herkunft eines Produktes besonders betont.