Was geschah im Juni 1960

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1.6.1960, Mittwoch

Der vierfache Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin, Jesse Owens (USA), erhält vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK) der Bundesrepublik zum zweiten Mal seine Medaillen. Die Originale waren bei einer Ausstellung in den USA abhanden gekommen.

Patrice Lumumba, der Vorsitzende der kongolesischen Nationalbewegung, erklärt in Leopoldville seine Absicht, nach der Unabhängigkeit des Landes am 30. Juni die Regierungsgewalt zu übernehmen. Seine Partei hat bei den Wahlen vom 10. bis 25. Mai mit 41 Sitzen die meisten Parlamentsmandate erhalten.

Der britische Jockey Lester Piggott gewinnt auf “Saint Paddy” das englische Derby in Epsom. Das höchstdotierte Pferderennen der Welt wurde von über 250 000 Zuschauern verfolgt.

2.6.1960, Donnerstag

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD, Herbert Wehner, antwortet auf einen Zehn-Fragen-Katalog zur Außenpolitik, den Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) am Vortag an seine Partei gerichtet hat. Wehner erklärt, die SPD befürworte keine einseitige militärische Schwächung der Bundesrepublik.

Nach einem Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg steht den gegenwärtig 22 000 Lehrstellenanwärtern ein Angebot von 261 000 Ausbildungsplätzen gegenüber. Der Jahrgang der Schulentlassenen des Jahres 1959/60 ist der bisher schwächste seit Kriegsende.

Die bis zum 17. Juli dauernden 14. Ruhrfestspiele in Recklinghausen werden eröffnet.

Der am 30. Mai gestorbene sowjetische Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger von 1958, Boris L. Pasternak, wird in der UdSSR ohne offizielles Zeremoniell beerdigt.

3.6.1960, Freitag

Auf der elften Hauptversammlung des Deutschen Städtetages in Augsburg wird der Regierende Bürgermeister von Berlin (West), Willy Brandt (SPD), von den Delegierten einstimmig als Präsident wiedergewählt.

Nikita S. Chruschtschow unterbreitet den Westmächten auf einer Pressekonferenz in Moskau einen Abrüstungsplan. Der sowjetische Ministerpräsident richtet scharfe Angriffe gegen den Präsidenten der USA, Dwight D. Eisenhower, und bezeichnet ihn als “Leiter eines Kinderheims”.

4.6.1960, Samstag

Die zu Formosa (Taiwan) gehörende nationalchinesische Insel Quemoy wird von der Volksrepublik China mit Granaten beschossen. Auf Quemoy befindet sich ein strategisch wichtiger Militärstützpunkt Formosas, der von US-amerikanischen Beratern betreut wird.

Der Fernschnellzug von Basel nach Dortmund entgleist vor der Einfahrt in den Bahnhof von Ingelheim. Das Unglück fordert 2 Todesopfer und 37 Verletzte.

5.6.1960, Sonntag

Auf dem Luftstützpunkt der US-Marine in Glynco (Georgia) wird der bisher größte Forschungsballon gestartet. Der Ballon mit einem Gewicht von 2,5 t soll in der Stratosphäre in einer Höhe von über 35 000 m kosmische Strahlen messen.

Eine Volksabstimmung in Kambodscha (Kampuchea) ergibt eine überwältigende Mehrheit für Prinz Norodom Sihanouk als neuen Staatschef.

Etwa 350 000 Sudetendeutsche versammeln sich in München zu ihrem traditionellen Heimattreffen. Auch in anderen Städten finden Kundgebungen der Vertriebenenverbände statt.

6.6.1960, Montag

In der fränkischen Stadt Windsheim endet ein Pfingsttreffen von 1300 ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS. Trotz zahlreicher Beschwerden der Bevölkerung griff die Polizei nicht gegen das lautstarke Absingen von nationalsozialistischen Liedern durch die Teilnehmer ein, weil sie die Texte nicht in der Liste verbotener Lieder fand.

Das auf das Pfingstwochenende befristete erste Tempolimit in der Geschichte der Bundesrepublik endet mit einer positiven Bilanz.

7.6.1960, Dienstag

Die am 29. April unterbrochenen Abrüstungsverhandlungen der Zehn-Mächte-Konferenz im schweizerischen Genf werden wieder aufgenommen. Die Delegation aus der Sowjetunion fordert die Auflösung aller ausländischen Militärstützpunkte.

Die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Nürnberg gibt bekannt, dass die Arbeitslosenzahl mit 153 161 erwerbslosen Personen auf den tiefsten Stand seit 1945 gesunken ist. Die Zahl der offenen Stellen beträgt 487 746.

8.6.1960, Mittwoch

Überraschend gibt das Rote Kreuz der Sowjetunion bekannt, dass der im Juli 1952 unter spektakulären Umständen von DDR-Agenten aus Berlin (West) entführte Rechtsanwalt Walter Linse in der UdSSR gestorben ist. Diese Meldung wird am 11. September dementiert.

9.6.1960, Donnerstag

Die argentinische Regierung protestiert in scharfer Form gegen die am 23. Mai bekanntgewordene Entführung Adolf Eichmanns aus Buenos Aires durch den israelischen Geheimdienst. Israels Ministerpräsident David Ben Gurion lehnt eine Auslieferung Eichmanns mit dem Hinweis ab, dass dieser sich freiwillig zur Abreise nach Israel bereit erklärt habe.

In Tibet versuchen Rebellen mit Waffengewalt, die Besatzungstruppen aus der Volksrepublik China zum Rückzug zu zwingen.

Sieger im Giro d’Italia der Radprofis wird der französische Vorjahreszweite Jacques Anquetil.

10.6.1960, Freitag

Die Regierung der DDR protestiert in einer Note an die Westmächte gegen die angebliche Anwerbung von Rekruten für die Bundeswehr in Berlin (West). Die Bundesregierung erklärt, dass das Wehrpflichtgesetz für die Stadt keine Gültigkeit habe, Westberliner Bürger jedoch in die Bundeswehr aufgenommen würden, wenn sie sich freiwillig meldeten.

Die 100 000 Einwohner der chilenischen Stadt Valdívia werden evakuiert, weil sie in der Folge des Erdbebens vom 22. Mai von einer Überschwemmung bedroht sind. Das Bundeskabinett in Bonn bewilligt 10 Mio. DM für eine Unterstützung der Erdbebenopfer in Chile.

Bundespostminister Richard Stücklen (CSU) beklagt in Bonn einen gravierenden Arbeitskräftemangel bei der Bundespost. Er teilt mit, dass in Stuttgart und München Polizeibeamte für die Zustellung von Paketen eingesetzt wurden.

In New York endet ein einwöchiger Streik von 1100 Broadway-Schauspielern mit einer Anhebung der wöchentlichen Mindestgagen um bis zu 15 US-Dollar (62,55 DM) und der Einführung einer Pensionskasse für die Theater-Schauspieler.

11.6.1960, Samstag

Der kubanische Ministerpräsident Fidel Castro verfügt die Verstaatlichung ausländischer Hotels in der Hauptstadt Havanna und kündigt die Beschlagnahmung der US-amerikanischen und britischen Ölfirmen an.

Nach einem Streik von 1500 Brauereiarbeiterinnen in Kopenhagen wird in Dänemark das Bier rationiert. Die Streikenden in den großen Abfüllbetrieben des Landes fordern den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen.

Benjamin Brittens Oper “Ein Sommernachtstraum” nach der Komödie von William Shakespeare wird in der englischen Stadt Aldeburgh uraufgeführt.

Eine Erhebung des Zentralverbandes zoologischer Fachgeschäfte ergibt, dass jeder sechste Bundesbürger einen Vogel und jeder fünfte einen Fisch als Haustier besitzt. Hunde und Katzen rangieren gemeinsam erst an dritter Stelle der beliebtesten Heimtiere.

12.6.1960, Sonntag

Die sowjetische Parteizeitung “Prawda” äußert in einem Artikel, dass eine friedliche Koexistenz mit dem Westen möglich sei. Sie widerspricht damit der chinesischen Auffassung, nach der ein Krieg zwischen den beiden Machtblöcken unausweichlich ist.

In der Tschechoslowakei werden Wahlen zur Nationalversammlung durchgeführt. Die sozialistischen Kandidaten der Nationalen Front erhalten mehr als 99% der Stimmen.

Die türkische Übergangsregierung unter General Cemal Gürsel, der am 27. Mai das Regime von Adnan Menderes gestürzt hat, verkündet eine neue, provisorische Verfassung. Sie stattet das Regierungskomitee mit weitgehenden Vollmachten aus.

Auf einem Sonderparteitag der schleswig-holsteinischen CDU wird der Ministerpräsident des Landes, Kai Uwe von Hassel, in seinem Amt als Landesvorsitzender der Partei bestätigt.

13.6.1960, Montag

Nach Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) ist der im Vorjahr mit Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) entbrannte Streit um die Kanzlernachfolge beigelegt.

Nach seinem Sieg bei der Volksabstimmung am 5. Juni wird der frühere König Norodom Sihanouk zum kambodschanischen Staatspräsidenten ohne Königstitel ernannt.

21 Menschen, unter ihnen 18 Schulkinder, ertrinken, nachdem ein mit Ausflüglern besetztes Boot auf dem polnischen Fluss Dunajec kenterte.

14.6.1960, Dienstag

Die Bundesregierung in Bonn gibt bekannt, dass sie an die argentinische Regierung ein Auslieferungsersuchen für den früheren Chefarzt im Konzentrationslager Auschwitz, Josef Mengele, gestellt hat. Mengele, dem eine Beteiligung an der Ermordung von mehr als 200 000 Juden vorgeworfen wird, soll sich in Argentinien aufhalten.

Die Gesellschaft für Konsumforschung veröffentlicht die Ergebnisse einer Umfrage, in der die Bundesbürger zu ihren Zukunftswünschen befragt wurden. Die Mehrzahl der Testpersonen gab an, dass sie weniger arbeiten, mehr schlafen und gesünder essen wolle.

15.6.1960, Mittwoch

Dem Berliner Regierenden Bürgermeister Willy Brandt (SPD) wird in Oslo von König Olaf V. in Anerkennung seines Wirkens für Demokratie und Freiheit die bedeutendste norwegische Auszeichnung, das Großkreuz des Sankt-Olaf-Ordens, verliehen.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entscheidet in letzter Instanz, dass heimlich angefertigte Tonbandaufnahmen in einem Strafprozess nicht gegen den Angeklagten verwendet werden dürfen.

16.6.1960, Donnerstag

Der japanische Ministerpräsident Nobosuke Kischi sagt den für den 19. Juni geplanten Japanbesuch von US-Präsident Dwight D. Eisenhower wegen bürgerkriegsähnlicher Unruhen ab.

17.6.1960, Freitag

Bundespräsident Heinrich Lübke (CDU) fordert anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 17. Juni 1953 auf dem Hohen Meißner bei Eschwege nahe der Grenze zur DDR das Selbstbestimmungsrecht und die Einheit des deutschen Volkes.

In Leopoldville (Kinshasa) tritt erstmals das neugewählte Parlament des Kongo (Zaire) zusammen. Der afrikanische Staat wird am 30. Juni von der belgischen Kolonialmacht in die Unabhängigkeit entlassen.

18.6.1960, Samstag

Die britische Regierung gibt in London bekannt, dass sie wegen der Überproduktion von Kohle ihr Kernenergieprogramm wesentlich reduzieren wird.

Trotz eines Einspruchs des Senates der Stadt wird in Berlin (West) das erste staatliche Reisebüro der Sowjetunion eröffnet.

In Berlin (West) wird vom ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss (FDP) das neue Gebäude der Akademie der Künste eingeweiht. Der Neubau wird wegen seiner ungewöhnlichen Dachform ironisch als “Gewächshaus” bezeichnet.

In der Bundesrepublik erhöhen sich die Preise für Frühkartoffeln im Vergleich zu 1959 um das Doppelte.

19.6.1960, Sonntag

Eduard Heilingsetzer (ÖVP) wird in Wien zum Finanzminister Österreichs ernannt. Sein Vorgänger Reinhard Kamitz (ÖVP) übernimmt das Amt des Präsidenten der Österreichischen Nationalbank.

Auf den Autobahnen der Bundesrepublik herrscht eine bisher nicht gekannte Verkehrsdichte mit zahlreichen Stauungen und Unfällen. Wegen der vorausgegangenen Feiertage, 17. Juni und Fronleichnam, war die nach Pfingsten zweite Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 km/h angeordnet worden.

20.6.1960, Montag

Die westafrikanische Föderation Mali wird unabhängig. Der Staat besteht aus den ehemaligen französischen Kolonien Senegal und West-Sudan. Nach der Abspaltung des Senegal zerbricht die Republik bereits am 20. August.

Der Leiter der algerischen Exilregierung in Tunis, Ferhat Abbas, erklärt, dass er ein Verhandlungsangebot des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle über die Beendigung des seit fünf Jahren andauernden Algerienkrieges annimmt.

Gamal Abd an Nasser, der ägyptische Staatspräsident, beendet einen siebentägigen Staatsbesuch in Jugoslawien. Nasser und der jugoslawische Regierungschef Josip Tito fordern in Brioni eine Beendigung des kalten Krieges und ein stärkeres Mitspracherecht der neutralen Länder in der Weltpolitik.

Floyd Patterson (USA) kann sich als erster Boxer den Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen den Schweden Ingemar Johansson zurückholen.

21.6.1960, Dienstag

Der polnische Regierungschef Wladyslaw Gomulka kritisiert in Warschau die ungenügende wirtschaftliche Zusammenarbeit der Ostblockländer und fordert wirksamere Investitionen durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW; COMECON).

Der deutsche Sprinter Armin Hary läuft bei einem internationalen Leichtathletiksportfest in Zürich die 100 m in 10,0 sec und verbessert den bisherigen Weltrekord um eine Zehntelsekunde.

In den Industriebezirken Cottbus, Frankfurt an der Oder, Halle und Dresden werden mehr als die Hälfte der örtlichen SED-Funktionäre abgelöst.

22.6.1960, Mittwoch

Das japanische Parlament in Tokio verabschiedet den von der Opposition heftig angegriffenen US-amerikanisch-japanischen Sicherheitsvertrag. Zuvor hatte Ministerpräsident Nobosuke Kischi wegen der Massendemonstration gegen ihn und das Abkommen seinen Rücktritt angekündigt.

In Berlin (West) endet nach sechstägiger Dauer der “Kongress für kulturelle Freiheit”. 250 renommierte Intellektuelle und Wissenschaftler aus allen Teilen der Welt diskutierten über aktuelle politische Fragen.

Von dem US-amerikanischen Raketenstützpunkt Kap Canaveral starten erstmals zwei Satelliten gleichzeitig mit einer einzigen Trägerrakete vom Typ “Thor-Able-Star”. Es handelt sich um einen Navigationssatelliten und einen Weltraumkörper zur Messung kosmischer Strahlungen und Geräusche.

Der am 20. Mai in Cannes mit der “Goldenen Palme” ausgezeichnete Film “Das süße Leben” (“La dolce vita”) des italienischen Regisseurs Federico Fellini erlebt in München seine deutsche Erstaufführung.

Die österreichische Fußballnationalmannschaft gewinnt in Oslo gegen Norwegen 2:1.

23.6.1960, Donnerstag

James Krüss erhält den vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main gestifteten Deutschen Jugendbuchpreis.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) nimmt eine argentinische Resolution an, in der die Entführung des ehemaligen SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann durch den israelischen Geheimdienst am 11. Mai als Verletzung der Souveränität Argentiniens verurteilt wird.

Die Kommunistische Partei Chinas widerspricht der These des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita S. Chruschtschow von der Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz mit den kapitalistischen Staaten und fordert eine Politik der Stärke gegenüber den Westmächten.

Karl Carstens (CDU) übernimmt in Bonn das Amt eines zweiten Staatssekretärs im Außenministerium.

Nach den Landtagswahlen vom 15. Mai bleibt Kurt Georg Kiesinger (CDU) Ministerpräsident von Baden Württemberg.

24.6.1960, Freitag

Eine Novelle zum Wehrpflichtgesetz stattet die Bundesregierung in Bonn mit Sondervollmachten für Krisensituationen aus.

Der ehemalige Generalsekretär der Liga für Menschenrechte, Wolfram von Hanstein, erhält vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe wegen Spionage für den Staatssicherheitsdienst der DDR eine sechsjährige Gefängnisstrafe.

Beim Landeanflug auf den Flughafen von Rio de Janeiro stürzt ein zweimotoriges brasilianisches Verkehrsflugzeug bei dichtem Nebel ab. Alle 48 Passagiere und die dreiköpfige Besatzung kommen dabei ums Leben.

Die Mensa der Technischen Hochschule in Aachen wird von den Studenten wegen unzureichender Qualität und Quantität der Mahlzeiten bestreikt.

25.6.1960, Samstag

In Bukarest enden siebentägige Beratungen von Vertretern kommunistischer Parteien aus Anlass des dritten Parteitages der Rumänischen Arbeiterpartei. Die chinesische Delegation widerspricht der Auffassung des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita S. Chruschtschow, dass ein friedlicher Weg zum Sozialismus möglich sei.

Im Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft besiegt der Hamburger SV im Frankfurter Waldstadion den 1. FC Köln 3:2.

Das Duell der beiden Wiener Mannschaften um den österreichischen Fußballpokal gewinnt in der Landeshauptstadt Austria mit 4:2 gegen Rapid.

26.6.1960, Sonntag

Bernhard Wickis Film “Die Brücke” wird mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

Hermann Schridde auf “Flagrant” gewinnt in Köln die Deutsche Meisterschaft im Springreiten. Zweiter wird Hans Günter Winkler auf “Halla”.

In Madagaskar wird unter Ministerpräsident Philibert Tsiranana das erste Kabinett gebildet. Der ostafrikanische Inselstaat erhält am 30. Juli seine Unabhängigkeit von Frankreich.

27.6.1960, Montag

Die erst am 7. Juni wiederaufgenommene Genfer Abrüstungskonferenz scheitert, nachdem die Delegationen der Ostblockländer die Tagung verlassen. Sie werfen den Westmächten vor, die sowjetischen Abrüstungsvorschläge zu ignorieren.

28.6.1960, Dienstag

Der Bundestagsabgeordnete und beurlaubte Generalsekretär der CSU, Friedrich Zimmermann, wird in München wegen fahrlässigen Meineides zu vier Monaten Gefängnis mit Bewährung verurteilt.

Bei einer Grubenexplosion nahe der walisischen Stadt Abertillery kommen 45 Bergleute ums Leben.

Das Institut für Plasmaphysik der Max-Planck-Gesellschaft bei München wird eröffnet.

29.6.1960, Mittwoch

Nach ihrer Weigerung, sowjetisches Öl zu verarbeiten, werden die US-amerikanischen Ölraffinerien Texaco und Esso sowie die britische Gesellschaft Shell von der kubanischen Regierung in Havanna verstaatlicht.

Die Regierung Nepals gibt bekannt, dass chinesische Truppen in ihr Gebiet eingedrungen sind und einen nepalesischen Offizier getötet haben. Der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai entschuldigt sich für den Vorfall.

30.6.1960, Donnerstag

Herbert Wehner (SPD) gibt vor dem Bundestag in Bonn bekannt, dass sich seine Partei rückhaltlos zur westlichen Verteidigungsallianz (NATO) bekennt.

Das ehemalige Belgisch-Kongo wird als Republik Kongo (Léopoldville) in die Unabhängigkeit entlassen und gerät unmittelbar nach der Staatsgründung in eine schwere politische Krise, in deren Verlauf auch Truppen der Vereinten Nationen (UNO) zum Einsatz kommen.