Was geschah im September 1984

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1.9.1984, Samstag

Bei einem von afghanischen Widerstandskämpfern verübten Anschlag auf den Flughafen von Kabul sterben 42 Menschen, darunter auch sowjetische Frauen und Kinder.

2.9.1984, Sonntag

In der sächsischen Metropole wird die Leipziger Herbstmesse eröffnet. An der siebentägigen Wirtschaftsschau nehmen insgesamt 6000 Aussteller teil, davon 550 aus der Bundesrepublik Deutschland.

Auf den Philippinen wütet der Taifun “Ike” und zerstört weite Gebiete des Inselstaates. Über 1400 Menschen werden Opfer des Unwetters.

3.9.1984, Montag

Kurz nach der Halbzeit seiner Legislaturperiode bildet der österreichische Bundeskanzler Fred Sinowatz (SPÖ) ein neues Kabinett. Anlass dafür ist u.a. eine Bestechungsaffäre, in die Finanzexperte Hannes Androsch von der SPÖ verwickelt ist. Finanzminister Herbert Salcher (SPÖ), der gegen ihn Anzeige erstattet hatte, muss ebenfalls gehen.

Die dritte Konferenz der “Gruppe 77” über wirtschaftliche Zusammenarbeit beginnt in der kolumbianischen Stadt Cartagena (bis 8. 9.). 250 Delegierte aus 100 Ländern der sog. dritten Welt beraten über Fragen des internationalen Handels, der Landwirtschaft, der Rohstoffe, des Energiewesens und der Finanzierungssysteme.

Bei Unruhen in von Schwarzen bewohnten Vororten der südafrikanischen Stadt Johannesburg werden mindestens 38 Menschen getötet. Die Demonstrationen stehen in Zusammenhang mit dem Inkrafttreten einer neuen Verfassung für Südafrika, nach der die Schwarzen nach wie vor von der politischen Macht ausgeschlossen bleiben.

4.9.1984, Dienstag

Der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, sagt einen für Ende September geplanten Besuch in der Bundesrepublik Deutschland ab.

In Bonn beginnt der türkische Ministerpräsident Turgut Özal einen zweitägigen Arbeitsbesuch in der Bundesrepublik. Thema der Gespräche mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und weiteren führenden Politikern ist u.a. das 1986 in Kraft tretende Assoziierungsabkommen der Türkei mit der Europäischen Gemeinschaft, das den Zuzug türkischer Gastarbeiter erleichtern wird.

Bei den Parlamentswahlen in Kanada kann die Progressiv-Konservative Partei unter Brian Mulroney die überragende Mehrheit erringen. Sie erhält 211 von 282 Parlamentssitzen und löst damit die seit 16 Jahren regierenden Liberalen ab.

5.9.1984, Mittwoch

Der Aufsichtsrat der Dresdner Bank stellt den Vorstandssprecher Hans Friderichs (FDP) auf dessen Ersuchen vorübergehend von seinem Amt frei. Friderichs erhält damit Gelegenheit, sich auf sein Gerichtsverfahren in der Parteispendenaffäre vorzubereiten.

Bei Demonstrationen zum zehnten “Nationalen Protesttag” in Chile kommt es wie schon bei den vorherigen Veranstaltungen zu Gewaltübergriffen des Militärs, wobei mindestens vier Menschen getötet werden. Die Kundgebungsteilnehmer fordern ein Ende der Militärdiktatur von Präsident Auguste Pinochet Ugarte.

Aufgrund der neuen Verfassung wird der bisherige Ministerpräsident Pieter Willem Botha zum ersten Exekutivpräsidenten Südafrikas gewählt. Zum ersten Mal in der Geschichte des südafrikanischen Staates gehören zu seiner neuen Regierung auch zwei Farbige.

Zum Auftakt der 34. Berliner Festwochen, die unter dem Motto “Berlin um 1900” stehen, gastiert die US-amerikanische Martha Gramm Dance Company an der Spree. Höhepunkt der bis 2. Oktober stattfindenden Festwochen ist das Gastspiel des Ensembles der französischen Theaterkünstlerin Ariane Mnouchkines mit mehreren Shakespeare-Stücken.

6.9.1984, Donnerstag

Zu einem als historisch bezeichneten Besuch trifft der südkoreanische Präsident Chun Doo Hwan in Japan ein. Die Begegnung mit Kaiser Hirohito und führenden japanischen Politikern soll die Aussöhnung zwischen den beiden Völkern dokumentieren.

Der Generalstabschef und stellvertretende Verteidigungsminister der UdSSR, Marschall Nikolai Ogarkow, wird seiner Posten enthoben und zum Leiter der Militärakademie in Moskau ernannt. Seine Nachfolge übernimmt Marschall Sergei Achromjew. Der Vorgang wird mit dem Abschuss eines südkoreanischen Jumbo-Jets durch sowjetische Kampfflugzeuge im September 1983 in Verbindung gebracht.

Zu Gesprächen mit Vertretern des Vatikans über einen sich zuspitzenden Konflikt zwischen der katholischen Kirche und der Regierung von Nicaragua trifft eine nicaraguanische Regierungsdelegation in Rom ein. Nach Beendigung der Konsultationen am 12. September schätzen die Vertreter beider Seiten das Treffen als sehr nützlich ein. Die Behörde in Rom hatte Priestern eine Mitarbeit in der Regierung von Nicaragua untersagt.

Das Arbeitsgericht Hamm bewilligt zwei Frauen Schadenersatz dafür, dass ihre Bewerbung um einen Arbeitsplatz aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt wurde.

7.9.1984, Freitag

Gespräche über Umweltpolitik und die deutsch-deutschen Beziehungen stehen im Mittelpunkt des zweitägigen Norwegen-Besuchs von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU).

Vor der vatikanischen Glaubenskongregation in Rom wird ein Prozess gegen den brasilianischen Franziskanerpater Leonardo Boff eröffnet. Boff verteidigt eine vor allem in Lateinamerika notwendig gewordene “politisierte” Theologie.

Die Filmfestspiele in Venedig gehen mit der Verleihung des Goldenen Löwen an den polnischen Regisseur Krzysztof Zanussi für seinen Film “Das Jahr der Sonne” zu Ende.

8.9.1984, Samstag

Gegen die Idee einiger NATO-Experten, ein Rohrsystem für flüssigen Sprengstoff entlang der Ostgrenzen der Bundesrepublik als Schutz vor möglichen Angriffen aus dem Osten anzulegen, wendet sich in Brüssel NATO-Oberbefehlshaber Bernard William Rogers.

9.9.1984, Sonntag

Die britische Premierministerin Margaret Thatcher gibt eine Umbildung ihres Kabinetts bekannt; u.a. wird nun das Nordirlandministerium von Douglas Hurd übernommen.

In Innsbruck nehmen etwa 35 000 Menschen an einem Festzug zum Andenken an den Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer (1767-1810) teil. Dabei werden auch Forderungen nach einer Wiedervereinigung Tirols mit dem zu Italien gehörenden Südtirol laut.

Mit dem Sieg des Österreichers Niki Lauda auf McLaren-Porsche geht in Monza das Rennen um den “Großen Preis von Italien” der Formel 1 zu Ende.

Ohne Angabe von Gründen teilt die bulgarische Staatsführung der Bonner Regierung mit, dass Staats- und Parteichef Todor Schiwkow seinen für Ende September vorgesehenen Besuch in der Bundesrepublik zunächst einmal aufschieben werde.

10.9.1984, Montag

Thema der ersten Zusammenkunft der CDU-Bundestagsfraktion nach der Sommerpause, die traditionsgemäß im Reichstagsgebäude in Berlin (West) stattfindet, ist die deutsche Frage und damit verbunden die Absage des Besuches von Erich Honecker am 4. September. Dabei stellt Bundeskanzler Helmut Kohl fest, dass es gegenwärtig mit der SPD keine Gemeinsamkeit in der Deutschlandpolitik gäbe, da diese reine “Beschwichtigungspolitik” betriebe.

Martina Navratilova und John McEnroe (beide USA) sind die Sieger im Damen- und Herreneinzel der diesjährigen offenen US-Tennismeisterschaften im New Yorker Flushing-Meadow-Park.

11.9.1984, Dienstag

DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker reist nach Äthiopien, um in der Hauptstadt Addis Abeba an den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Revolution teilzunehmen.

In La Valletta auf der Insel Malta beginnt die erste Außenministertagung der blockfreien Länder des Mittelmeerraumes. An ihr nehmen die Politiker aus neun Staaten sowie Beobachter der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und der Arabischen Liga teil.

12.9.1984, Mittwoch

Vor der Nürnberger Strafkammer beginnt der Prozess gegen Karl-Heinz Hoffmann. Er ist angeklagt, für die Ermordung des jüdischen Verlegers Shlomo Lewin und dessen Lebensgefährtin im Dezember 1980 verantwortlich zu sein.

Das Organisationskomitee der am 12. August beendeten Olympischen Sommerspiele in Los Angeles teilt mit, dass die Veranstaltung mit einem Gewinn von 150 Millionen US-Dollar abgeschlossen wurde.

Die erstmals von Franz Beckenbauer betreute deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert das Länderspiel gegen Argentinien in Düsseldorf 1:3.

Das französische Parlament verabschiedet ein Gesetz gegen Konzentrationen im Pressewesen.

Im Persischen Golf wird das deutsche Versorgungsschiff “Seetrans 21” während eines irakischen Raketenangriffs getroffen. Dabei kommen sechs Menschen ums Leben.

13.9.1984, Donnerstag

Italiens christdemokratischer Außenminister Giulio Andreotti spricht sich auf einem Pressefest der italienischen Kommunisten gegen die deutsche Wiedervereinigung und einen Pangermanismus aus.

In Jerusalem einigen sich Shimon Peres von der Arbeiterpartei und Yitzhak Schamir vom rechten Likud-Block auf eine Koalitionsregierung.

Die US-amerikanische Fluggesellschaft Pan American World Airways (PanAm) gibt bekannt, dass sie 28 Airbusse kaufen und Leasingverträge sowie Kaufoptionen für weitere 63 Flugzeuge abschließen werde.

14.9.1984, Freitag

In der nordspanischen Stadt Saragossa liefern sich Bewohner und Polizeieinheiten heftige Straßenschlachten, nachdem die Einwohner gegen die Errichtung von Wohnungen für Romas in ihrem Viertel protestiert hatten.

15.9.1984, Samstag

Am Theater in Bochum wird das Schauspiel “Sintflut” von dem bundesdeutschen Autor Herbert Achternbusch unter der Regie von Axel Manthey uraufgeführt.

Prinzessin Diana, Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, bringt im St. Mary’s Krankenhaus in London ihren zweiten Sohn, Henry Charles Albert David, zur Welt.

Zum ersten Mal seit 14 Jahren wird in dem US-amerikanischen Unternehmen von General Motors wieder gestreikt. 60 000 der insgesamt 350 000 bei General Motors organisierten Gewerkschaftsmitglieder folgen dem Aufruf der Gewerkschaften zu Schwerpunktstreiks für höhere Löhne in 13 Betrieben des Konzerns.

16.9.1984, Sonntag

Das Erste Programm der ARD beginnt mit der Ausstrahlung der elfteiligen Fernsehserie “Heimat” von Edgar Reitz.

In der Dortmunder Westfalenhalle kann der Halbschwergewichts-Europameister im Boxen, Alex Blanchard, seinen Titel durch einen K.-o.-Sieg über Manfred dassmann verteidigen.

Der sowjetische Eishockey-Nationaltrainer Viktor Tichonow entschuldigt sich im kanadischen Calgary bei den Bewohnern der Indianerreservate von Alberta für die Bemerkung, die Gegner im Kampf um den Canada-Cup hätten sich “aufgeführt wie Indianer auf der Jagd nach Skalps”.

17.9.1984, Montag

Vertreter der Außenministerien in Paris und Tripolis geben bekannt, dass sich Frankreich und Libyen über den vollständigen Abzug ihrer Truppen aus dem Tschad geeinigt hätten. Die Aktion soll am 25. September beginnen.

In New York wird die 39. Generalversammlung der Vereinten Nationen eröffnet, die Präsidentschaft übernimmt Paul John Firmino Lusaka aus Sambia.

18.9.1984, Dienstag

Im Krankenhaus von San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) bringt eine 23-Jährige Frau, der vor vier Jahren das Herz eines Mannes eingepflanzt worden war, ein gesundes Mädchen zur Welt.

Nach einem 84stündigem Ballonflug über den Atlantik landet der US-Amerikaner Joe Kittinger in der italienischen Stadt Savona, in der Nähe von Genua. Der ehemalige Luftwaffenpilot überquerte den Ozean damit erstmals im Ballon-Alleinflug.

In Luxemburg geht die 53. Vollversammlung der internationalen Polizeiorganisation “Interpol” zu Ende, an der 400 Delegierte aus 133 Mitgliedsländern teilnahmen. Neu aufgenommen wurden die Malediven, Brunai und die Volksrepublik China.

19.9.1984, Mittwoch

Nach monatelangen Diskussionen verabschiedet das Bundeskabinett in Bonn einen Maßnahmenkatalog zur Einführung umweltfreundlicher Autos mit Katalysatoren. Danach dürfen ab 1. Januar 1989 in der Bundesrepublik nur noch Neuwagen zugelassen werden, deren Abgaswerte den strengen US-amerikanischen Normen entsprechen.

Im Beisein des sowjetischen Botschafters in der Bundesrepublik, Wladimir Semjonow, wird in den Staatlichen Antikensammlungen München die Ausstellung “Gold der Skythen” eröffnet. Gezeigt werden bis zum 9. Dezember Prunkstücke aus der Leningrader (heute: Petersburger) Eremitage.

20.9.1984, Donnerstag

Durch einen Bombenanschlag auf die US-amerikanische Botschaft im Osten der libanesischen Hauptstadt Beirut werden sechs Menschen getötet.

Im von Patrice Chéreau geleiteten Théatre des Amendiers in Nanterre führt der deutsche Regisseur Hans Jürgen Syberberg an zwei Tagen sein neuestes Projekt “Die Nacht” vor. Die Schauspielerin Edith Klever spricht einen fünfstündigen Monolog zum Thema “Nacht” aus Texten von Platon bis Friedrich Nietzsche, ein “Abgesang auf die zu Ende gehende Kultur Europas”.

21.9.1984, Freitag

Mit einem Kurs von 3,17 DM erreicht der US-Dollar den höchsten Stand seit elfeinhalb Jahren.

Der Bundestag in Bonn billigt mit den Stimmen der Regierungskoalition eine Änderung des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Nach Aussage von Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) stellt es ein Mittel zur Verbesserung des Arbeits- und Ausbildungsmarktes für Jugendliche dar. Künftig dürfen Arbeitgeber Auszubildende um 6 Uhr (bisher 7 Uhr) und im Bäckergewerbe um 4 Uhr statt bisher 5 Uhr beginnen lassen.

22.9.1984, Samstag

Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und der französische Staatspräsident François Mitterrand gedenken bei Verdun der Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Dabei kommt es zu einer international vielbeachteten Szene: Während die Nationalhymnen erklingen, stehen beide Politiker minutenlang Hand in Hand nebeneinander und demonstrieren so die Verbundenheit beider Völker.

23.9.1984, Sonntag

Die Mehrheit der Schweizer spricht sich in einer Volksabstimmung für den weiteren Ausbau der Atomenergie aus.

In Panama beginnt die vierte Konferenz des im Oktober 1975 in Kanada gegründeten Weltrats der Ureinwohner. An ihr nehmen Delegierte aus 26 Ländern Nord- und Südamerikas sowie Nordeuropas teil. In einer am 30. September verabschiedeten Grundsatzerklärung werden die Ureinwohner der ganzen Welt dazu aufgefordert, sich im Kampf um ihre Selbstbestimmungsrechte zusammenzuschließen.

Daniel Ortega, Sandinistenführer und sozialistischer Präsidentschaftskandidat in Nicaragua erklärt sein Einverständnis mit allen Punkten des Friedensplans der Contadora-Gruppe für Mittelamerika.

24.9.1984, Montag

In Bonn legt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einen neuen Bericht über die Lage auf dem Lehrerarbeitsmarkt vor. Danach ist inzwischen jeder zehnte ausgebildete Lehrer arbeitslos. Nach Prognosen der GEW wird die Zahl der arbeitslosen Lehrer in der Bundesrepublik von gegenwärtig 60 000 auf 120 000 anwachsen.

25.9.1984, Dienstag

Die jordanische Regierung beschließt die Wiederaufnahme der 1975 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Ägypten.

Die Menschenrechtsorganisation “amnesty international” veröffentlicht einen Bericht über eine im August eingeleitete Hinrichtungswelle in der Volksrepublik China.

Die seit zehn Jahren angekündigte neue Oper des italienischen Komponisten Luigi Nono wird als “Hör-Tragödie” in Venedig unter dem Titel “Prometeo” uraufgeführt.

26.9.1984, Mittwoch

Regierungsvertreter der Volksrepublik China und Großbritanniens paraphieren in Peking ein Abkommen über die Zukunft der britischen Kronkolonie Hongkong.

Eine Umgestaltung der Programmstruktur und eine damit verbundene Vorverlegung der ARD-Nachrichtensendung “Tagesschau” scheitert. Auf ihrer Arbeitstagung in Köln konnten die Intendanten der einzelnen ARD-Sender hierüber keine Einigung erzielen.

27.9.1984, Donnerstag

Am traditionsreichen Deutschen Theater in Berlin (Ost) finden die Premieren eines Doppelprojektes statt: “Herzog Theodor von Gothland” von Christian Dietrich Grabbe und “Iphigenie auf Tauris” von Johann Wolfgang von Goethe in der Regie von Alexander Lang.

Den in den USA lebenden Stiefkindern des sowjetischen Atomphysikers und Nobelpreisträgers Andrei Sacharow verweigern die sowjetischen Behörden die Einreise in die Sowjetunion und damit den Besuch ihrer Mutter Jelena Bonner.

28.9.1984, Freitag

US-Präsident Ronald Reagan empfängt den sowjetischen Außenminister Andrei A. Gromyko zu einem mehrstündigen Gespräch im Weißen Haus in Washington. Gromyko weilt anlässlich der UN-Generalversammlung in den USA. Da beide Seiten keinen Wandel in ihren Auffassungen zu bilateralen Problemen, insbesondere in der Abrüstungsfrage, erkennen lassen, endet die Unterredung ohne bedeutende Ergebnisse.

In San José (Costa Rica) beginnt eine erste gemeinsame Tagung der Außenminister der EG, Spaniens und Portugals, der mittelamerikanischen Länder sowie der vier Contadora-Staaten (Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Panama). Ziel des Treffens sind wirtschaftliche und soziale Verbesserungen in Zentralamerika, um so Voraussetzungen für eine Demokratisierung der mittelamerikanischen Region zu schaffen.

Die neue Transsibirische Eisenbahn, die sog. Baikal-Amur-Magistrale (BAM) zwischen Ust-Kut am Nordufer des Baikalsees und Komsomolsk am Pazifik wird nach zehnjähriger Bauzeit früher als geplant fertiggestellt.

29.9.1984, Samstag

Zum Abschluss der diesjährigen Aktionswoche der Friedensbewegung im Manövergebiet um Fulda demonstrieren etwa 30 000 Kriegsgegner in der Bischofsstadt gegen die Militärpolitik in Ost und West.

In Berlin (Ost) beginnen die XVIII. Berliner Festtage mit mehr als 420 Veranstaltungen, 33 Ensembles und 28 Solisten aus 22 Ländern. Diese Veranstaltung wurde einst in Konkurrenz zu den Berliner Festtagen in Berlin (West) ins Leben gerufen.

30.9.1984, Sonntag

Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen können die Grünen Stimmengewinne erzielen.

Laut Angabe der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg sind Ende September 58 717 Jugendliche in der Bundesrepublik ohne Lehrstelle.

Im Rahmen der ersten Gemeinschaftsaktion nach der Teilung Koreas im Jahr 1953 liefert Nordkorea Hilfsgüter für die Opfer einer Überschwemmungskatastrophe nach Südkorea.