Was geschah im April 1924

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Wetterstationen April 1924

1.4.1924, Dienstag

In Paris überreicht der deutsche Botschafter Leopold von Hoesch der Botschafterkonferenz eine Note zur Frage der Militärkontrolle. Darin bekundet die Reichsregierung ihren Willen zur Verständigung, aber auch ihre ablehnende Haltung gegenüber einer Fortsetzung der Kontrollmaßnahmen.

Im Hochverratsprozess vor dem Volksgericht München I werden die Urteile gesprochen. Als Hauptbeteiligte am Hitlerputsch vom November 1923 werden die Nationalsozialisten Adolf Hitler, Ernst Pöhner, Hermann Kriebel und Friedrich Weber zu je fünf Jahren Festungshaft (Mindeststrafe) und je 200 Goldmark Geldstrafe verurteilt.

Unter der Direktion Max Reinhardts wird das Theater in der Josefstadt in Wien neueröffnet. In der zeitentrückten Atmosphäre eines festlichen Hoftheaters wird Carlo Goldonis “Der Diener zweier Herren” mit Hermann Thimig als Diener gezeigt.

In Frankfurt am Main beginnt die Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG (SWR), der vierte Sender des öffentlichen deutschen Rundfunks, mit dem regelmäßigen Sendebetrieb. Die Zahl der angemeldeten Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich ist auf 8600 gestiegen.

Als erster europäischer Staat kehrt Schweden zur gesetzlichen Vorschrift über den Goldmünzfuß zurück.

Nach einer Einigung über die Neuregelung der Löhne nehmen die Londoner Verkehrsarbeiter, die am 22. März in Streik getreten waren, die Arbeit wieder auf.

Seit dem 1. Oktober 1923 sind insgesamt 396 838 Stellen von Beamten, Angestellten und Arbeitern in der deutschen Reichsverwaltung abgebaut worden. Massive Einsparungen, die u.a. mit dieser 24,9%igen Personalreduzierung erreicht werden, dienen dem Ausgleich des Reichshaushalts.

2.4.1924, Mittwoch

Bei der Aufstellung gemeinsamer Kandidatenlisten für die Reichstagswahlen am 4. Mai in Bayern geraten Zentrum und Bayerische Volkspartei in Streit. Die Zentrumsleitung beschließt daraufhin, eigene Kandidaten aufzustellen.

In Mexiko wird der britische Geheimagent Eugen Bailey verhaftet. Bailey soll an einem Komplott gegen die Regierung Alvaro Obregón beteiligt gewesen sein. Angeblich sollen dem Rebellengeneral Adolfo de la Huerta britische Waffen gegen Erdölkonzessionen im Falle seines Sieges in Aussicht gestellt worden sein.

Laut Pressemeldungen aus Stockholm haben schwedische Radio-Amateure Sendungen des neuen Rundfunksenders in Frankfurt empfangen können, der am 1. April den Betrieb aufgenommen hat. Dieser Sender sei sehr viel besser zu hören als das Berliner Voxhaus.

3.4.1924, Donnerstag

Reichsverkehrsminister Rudolf Oeser übernimmt zusätzlich das Amt des vorläufigen Generaldirektors der reorganisierten Deutschen Reichsbahn. Im Zusammenhang mit dem Dawesplan kommt es im August zu einer weiteren Neuordnung der Reichsbahn.

Mit einer Verordnung von Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) über Ausreisegebühren wird für die Deutschen das Reisen ins Ausland erschwert. Währungspolitische Gründe sprachen für den Erlass der Verordnung.

In Bulgarien wird aufgrund des Gesetzes zum Schutze des Staates die Kommunistische Partei aufgelöst. Das Eigentum der Partei wird beschlagnahmt. Nach dem gescheiterten Septemberaufstand der Kommunisten von 1923 war es immer wieder zu Unruhen im Land gekommen.

4.4.1924, Freitag

Karl Valentins Stegreifkomödie “Die Raubritter von München” wird in den Münchener Kammerspielen mit großem Erfolg uraufgeführt. Hermann Hesse hält es für “ein wunderbares Stück, eine außerordentliche Viecherei”.

Beim bayerischen Justizministerium ist ein Gesuch auf sofortigen Straf-Erlass der beim Hitlerprozess verurteilten Nationalsozialisten Adolf Hitler, Friedrich Weber, Hermann Kriebel und Ernst Pöhner eingegangen. Für diese Eingabe der Verteidigung wurden 24 000 Unterschriften gesammelt.

5.4.1924, Samstag

In Weimar wird der Parteitag der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) eröffnet.

Bis zum 15. Mai will die New Yorker Stadtverwaltung in allen größeren öffentlichen Parks Radio-Anlagen mit Lautsprechern installieren. Die Bevölkerung soll auch im Freien Rundfunksendungen hören können. Die für den Central Park vorgesehene Anlage ist auf 10 000 Hörer ausgelegt.

6.4.1924, Sonntag

Bei den Landtagswahlen in Bayern erleiden die Mitte-Rechts-Koalition und die SPD starke Verluste. Einen sensationellen Erfolg erzielt der rechtsradikale Völkische Block mit 23 Mandaten (17,1%). Wegen der französischen Besetzung werden im linksrheinischen Teil von Bayern (Rheinpfalz) erst am 4. Mai Wahlen abgehalten.

Sieger der italienischen Parlamentswahlen sind die Faschisten, was nicht zuletzt auf die Wahlbeeinflussung und den faschistischen Wahlterror zurückzuführen ist. Zusammen mit ihren rechtsliberalen Listenverbündeten erhalten die Faschisten 65% der Stimmen und 375 Mandate.

Mit überraschendem Erfolg wird Arnolt Bronnens expressionistisches Drama “Anarchie in Sillian” an der Jungen Bühne des Deutschen Theaters in Berlin uraufgeführt.

Erstmals findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, die bis zum 12. April dauert, eine Radio-Messe statt, die über Entwicklung und derzeitigen “Stand des Radio-Wesens” informiert.

Zu einem Weltrundflug starten vier Douglas-World-Cruiser-Flugzeuge der US-Armee in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wird ein derartiger Versuch unternommen.

7.4.1924, Montag

In einer Botschaft an das griechische Volk verurteilt der griechische Ex-König Georg II. die Proklamation der Republik am 25. März als “den anarchistischen Akt irregeleiteter Offiziere” und beansprucht weiterhin die Rechte und Pflichten des Königtums. Georg II. hält sich derzeit im rumänischen Exil (Braila) auf.

Im Rahmen ihrer Politik der Begrenzung weiterer Anleihen verfügt die Reichsbank, dass die Gesamtsumme der gegenwärtig laufenden Kredite nicht überschritten werden darf.

8.4.1924, Dienstag

Nach dem Rücktritt der württembergischen Minderheitsregierung aus Deutscher Demokratischer Partei und Zentrum unter Ministerpräsident Johannes von Hieber (DDP) übernimmt. E. Rau (parteilos) die Regierung. Rücktrittsgrund ist die Entscheidung des Landtags, den Vollzug einer Regierungsverordnung über die Aufteilung von sieben Oberämtern zu verschieben.

Bei der Tagung des Internationalen Arbeitsamtes in Genf geht es vorrangig um die allgemeine Durchsetzung des Achtstundentags.

In Wien werden Verhandlungen aufgenommen über einen deutsch-österreichischen Handelsvertrag.

Theaterregisseur Jürgen Fehling bringt in einer aufwendigen Inszenierung Christian Friedrich Hebbels Drama “Die Nibelungen” im Staatlichen Schauspielhaus Berlin auf die Bühne. Gleichzeitig wird die “Nibelungen”-Verfilmung von Fritz Lang (1. Teil uraufgeführt am 14. Februar) von der Kritik als ein “deutsches Ereignis” gefeiert.

9.4.1924, Mittwoch

Das Dawes-Komitee legt in Paris sein Gutachten zur Reparationsfrage vor. Dieser sog. Dawesplan regelt vorläufig die Zahlungen auf der Basis einer stabilen deutschen Währung. Vorgesehen ist u.a. die alliierte Kontrolle der Reichsbank und eine Anleihe als “Starthilfe” für das Deutsche Reich. Gesamtsumme und Zahlungsdauer werden nicht festgelegt.

Ein spanisches Wahlgesetz führt das Frauenstimmrecht ein. Allerdings haben danach nur unverheiratete, verwitwete oder gesetzlich geschiedene Frauen das Recht zu wählen. Das Wahlrecht einer verheirateten Frau nimmt deren Ehemann wahr.

10.4.1924, Donnerstag

In Bulgarien werden acht wegen Verschwörung und gesetzwidriger Aufstellung von Kampftrupps angeklagte Mitglieder des früheren Kabinetts Alexandar Stamboliski freigesprochen. Stamboliski war im Juni 1923 durch einen Staatsstreich gestürzt und wenig später ermordet worden.

Im Berliner Gewerkschaftshaus findet die Gründungsversammlung vom Arbeiter-Radio-Klub Deutschland statt. Bei den Deutschen herrscht eine regelrechte Rundfunk-Euphorie seit Einführung des neuen Massenmediums im Oktober 1923.

Im Alter von 54 Jahren stirbt der deutsche Industrielle Hugo Stinnes in Berlin. Stinnes war seit 1920 Reichstagsabgeordneter der Deutschen Volkspartei. Während der Nachkriegsinflation baute er ein Industrie-Imperium auf.

Das rumänische Königspaar wird bei einem Staatsbesuch in Paris von Staatspräsident Alexandre Millerand feierlich empfangen.

In Frankfurt am Main findet der 9. Parteitag der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) statt.

Reichsinnenminister Karl Jarres verbietet für die Dauer von zehn Tagen die “Deutsche Zeitung”. Das Verbot ist mit dem am Vortag in der Zeitung erschienenen Artikel “Wehrmacht und Politik” begründet. Darin wird die Ansicht vertreten, der Verfassungseid könne die Reichswehr im Falle eines politischen Umsturzes nicht an eigenmächtigem Handeln hindern.

11.4.1924, Freitag

Generalleutnant Freiherr Kreß von Kressenstein wird zum Landeskommandanten in Bayern und zum Kommandeur der in Bayern stationierten 7. Reichswehrdivision ernannt. Sein umstrittener Vorgänger General Otto von Lossow hatte, um die Beilegung des Konflikts zwischen Bayern und dem Deutschen Reich zu ermöglichen, am 18. Februar seinen Abschied genommen.

Die vorgezogenen Parlamentswahlen in Dänemark bringen einen Sieg der Sozialdemokraten, während die bisherigen Regierungsparteien Gemäßigte Linke und Konservative Verluste hinnehmen müssen. Mit Thorvald Stauning wird erstmals ein Sozialdemokrat Ministerpräsident in Dänemark.

12.4.1924, Samstag

In Kiel wird an der Mündung des Nord-Ostsee-Kanals ein neuer Freihafen eröffnet. Die bisher von der Kriegsmarine geprägte Stadt ist gezwungen, ihre Wirtschaft unter den Bedingungen des Versailler Friedensvertrags von 1919 umzustellen.

Durch ein sowjetisches Pressegesetz soll die Zensur verschärft werden. Ferner wird der “Zensurkommission” (Glavlit) die allgemeine Überwachung der Presse übertragen.

Nach Abschluss des Hitlerprozesses am 1. April hebt die Bayerische Regierung den Erlass über den Nichtvollzug des Republikschutzgesetzes vom 29. September 1923 auf. Damit tritt die Zuständigkeit des Staatsgerichtshofs zum Schutz der Republik in Leipzig für Bayern wieder in Kraft.

13.4.1924, Sonntag

In Griechenland bestätigt eine Volksabstimmung die Ausrufung der Republik am 25. März. Das bisherige Königreich heißt ab sofort Hellenische Republik.

14.4.1924, Montag

In ihrer Note an die Reparationskommission erklärt die Reichsregierung, dass sie in dem vom Dawes-Komitee erarbeiteten Gutachten (Dawesplan) eine “praktische Grundlage für die schnelle Lösung des Reparationsproblems” sehe. Am 17. April empfiehlt die Reparationskommission den beteiligten Regierungen die Annahme des Dawesplans.

Nach den Plänen von Ministerpräsident Wladyslaw Grabski wird in Polen eine Währungsreform durchgeführt. Die polnische Mark wird durch den Gold-Zloty ersetzt (Umtauschverhältnis: 1 Zloty = 1 800 000 polnische Mark). Mit der Währungsreform gelingt die Stabilisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Am 15. April wird die vom Staat weitgehend unabhängige Bank Polski gegründet.

In Düsseldorf einigen sich Vertreter des Bergbaulichen Vereins und der Interalliierten Kontrollkommission MICUM auf einer Verlängerung der im Vorjahr vereinbarten Kohlelieferungen.

Der US-amerikanische Architekt Louis Henry Sullivan stirbt im Alter von 67 Jahren in Chicago. Sullivan war Vertreter eines strengen Funktionalismus und Wegbereiter der modernen konstruktivistischen Bauweise.

Erstmals gelingt ein Horizontalflug über 350 m mit dem Hubschrauber. Etienne Oehmichen ist der erfolgreiche Pilot der Flugmaschine.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin wird mit dem Bau einer Funkstation begonnen, die zwei 46 m hohe Türme erhalten wird. Hauptfunktion dieser Station wird die Aufrechterhaltung eines drahtlosen Wetter- und Nachrichtendienstes zwischen dem Berliner Flughafen und anderen Flughäfen des In- und Auslandes sein.

In einer Radioansprache (Berliner Rundfunk) beantwortet Staatssekretär Hans Bredow Fragen von Rundfunkhörern an die Rundfunkverwaltung u.a. über die Gebühren, Antennen und Rückkopplungsempfänger.

15.4.1924, Dienstag

In seiner ersten offiziellen Stellungnahme zu dem am 9. April vorgelegten Gutachten zur Reparationsfrage (Dawesplan) äußert der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré Bedenken und unterstreicht die Absicht Frankreichs, an der Besetzung des Ruhrgebiets als Pfand für deutsche Reparationszahlungen festzuhalten.

Während eines Studentenkongresses im belgischen Löwen, an dem holländische und flämische Studenten teilnehmen, kommt es zu Zusammenstößen mit Wallonen, die “gegen Fremde, die die belgische Einheit zerstören wollen”, demonstrieren.

Spannungen zwischen Zentrum und Bayerischer Volkspartei führen zum Rücktritt von BVP-Reichsminister Erich Emminger (Justiz). Das Zentrum will bei der bevorstehenden Reichstagswahl am 4. Mai in Bayern eigene Kandidaten aufstellen.

16.4.1924, Mittwoch

Papst Pius XI. spendet eine halbe Million Lire zur Wiederherstellung der bei den Wahlen in Italien am 6. April zerstörten katholischen Wahllokale. Die Spendenaktion richtet sich demonstrativ gegen die Faschisten und führt zu Verstimmungen zwischen dem Papst und Ministerpräsident und Duce Benito Mussolini.

17.4.1924, Donnerstag

Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht übernimmt zusätzlich die Leitung der neuen Deutschen Golddiskontbank. Die Golddiskontbank steht in enger Verbindung mit der Reichsbank. Sie soll für die deutsche Industrie Kredite in ausländischer Währung aufnehmen.

18.4.1924, Freitag

In New York gibt das US-amerikanische “Committee for relief of German children” (Komitee für die deutsche Kinderhilfe) das bisherige Spendenaufkommen bekannt. Drei Millionen US-Dollar (etwa 12,6 Millionen Rentenmark) sind gespendet worden.

19.4.1924, Samstag

Nach Pressemeldungen befindet sich der türkische Ex-Kalif Abd Al Madschid II., der sich nach seiner Absetzung im März mit mehreren Prinzen und Prinzessinnen des Hauses Osman in der Schweiz aufhält, in erheblichen Geldschwierigkeiten. Wie verlautet, soll er in Frankreich um finanzielle Unterstützung nachgesucht haben.

20.4.1924, Sonntag

NSDAP-Führer Adolf Hitler, am 1. April wegen Hochverrats zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, erhält zum 35. Geburtstag Tausende von Glückwunschsendungen ins Gefängnis. Durch den Prozess ist Hitler über Bayern hinaus bekannt geworden. Von seinen Anhängern wird der NS-Führer als Märtyrer gefeiert.

Die türkische Nationalversammlung in Angora (Ankara) verabschiedet die Verfassung der Republik Türkei, die 1923 ausgerufen wurde. Obwohl Präsident Mustafa Kemal Pascha (Kemal Atatürk genannt) die Trennung von Staat und Religion energisch vorantreibt, bleibt der Islam vorerst Staatsreligion.

Das Fußball-Länderspiel Schweiz gegen Dänemark in Basel endet 2:0.

21.4.1924, Montag

Der Gründungstag Roms wird in Italien als “Fest der Arbeit” begangen. Im Vorjahr war dieser Feiertag anstelle der abgeschafften Erste-Mai-Feiern eingeführt worden.

Das holländisch-deutsche Fußball-Länderspiel in Amsterdam endet 0:1.

Die Transeuropa-Union (südlicher Junkers-Pool) nimmt auf der Strecke Genf- Zürich- München- Wien den Luftverkehrsbetrieb auf. Die Flugzeuge, meist vom Typ F 13, verkehren täglich.

In Pittsburgh im US-amerikanischen Bundesstaat Pennsylvania stirbt 65jährig die italienische Schauspielerin Eleonora Duse. Sie befand sich auf einer Gastspielreise.

22.4.1924, Dienstag

Im Zeichen des 200. Geburtstags des Philosophen Immanuel Kant steht die Generalversammlung der Kantgesellschaft in Königsberg. In einer Vielzahl von Feiern wird der Philosoph gewürdigt.

In Bremerhafen läuft die “Columbus”, das “derzeit schönste deutsche Schiff”, zu ihrer Jungfernfahrt aus.

23.4.1924, Mittwoch

Bei einem schweren Eisenbahnunglück in Bellinzona im Tessin (Schweiz) kommt u.a. Karl Helfferich ums Leben. Helfferich ist einer der prominentesten Politiker der deutschnationalen Reichstagsfraktion.

Erstmals in der dänischen Geschichte übernehmen die Sozialdemokraten die Regierung.

In London wird die Ausstellung des Britischen Empire eröffnet.

24.4.1924, Donnerstag

In Warschau unterzeichnen polnische und sowjetische Regierungsvertreter eine Konvention über den Eisenbahntransitverkehr.

25.4.1924, Freitag

Den Empfehlungen der Reparationskommission folgend, akzeptieren nach der deutschen auch die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens, Belgiens und Japans den Plan des Daweskomitees.

Nachdem Versuche gescheitert sind, eine Neuregelung der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland durch direkte Verhandlungen herbeizuführen, muss London gemäß Irlandvertrag von 1922 eine Grenzkommission einsetzen.

26.4.1924, Samstag

In ihrem Aufruf zu den Reichstagswahlen am 4. Mai warnt die Reichsregierung ìvor einer Bedrohung des Staates von rechts und links.

Der französische Flieger Pelletiers d’Oisy trifft, von Paris kommend, in Bagdad ein. Er hat die Strecke mit seinem Bréquet-Flugzeug in nur zweieinhalb Tagen bewältigt. Ziel des Franzosen ist Tokio.

27.4.1924, Sonntag

In ihrer Entschließung fordert die 53. Plenarversammlung des Deutschen Landwirtschaftsrats, die seit dem 25. April in Bremen tagt, u.a. die endgültige Lösung des Reparationsproblems.

Targa Florio: Mit durchschnittlich 65,160 km/h fährt der deutsche Rennfahrer Christian Werner auf Mercedes-Benz bei dem Langstreckenrennen in Sizilien einen Rekord. Werner triumphiert über die italienischen Konkurrenten Ascari und Masetti.

28.4.1924, Montag

In einem vom Hitlerprozess abgesonderten Verfahren werden 40 Mitglieder des “Stoßtrupps Hitler” wegen Beteiligung am Hitlerputsch vom 8./9. November 1923 verurteilt. Alle verurteilten Nationalsozialisten werden auf die Festung Landsberg gebracht.

29.4.1924, Dienstag

Um Ausschreitungen vorzubeugen, wie es heißt, verbietet das spanische Militärdirektorium die Erste-Mai-Feiern. Jedoch wird am 1. Mai überall die Arbeit eingestellt.

30.4.1924, Mittwoch

Im Ruhrbergbau läuft eine zwischen dem Zechenverband und den vier Bergarbeiterverbänden Ende 1923 vereinbarte Lohnordnung und das Abkommen über die Mehrarbeit (achte Stunde) ab. Die Gewerkschaften haben ihre Mitglieder aufgerufen, ab 1. Mai wieder die siebenstündige Schicht unter Tage zu verfahren.