Was geschah im Oktober 1955

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1.10.1955, Samstag

Sultan Mohammed Ben Arafa wird von der französischen Protektoratsmacht in Marokko abgesetzt und geht nach Tanger ins Exil. Die Absetzung löst eine neue Welle der nationalen Erhebung der eingeborenen Berberstämme gegen die französische Herrschaft aus.

Das Zentralkomitee der Rumänischen Arbeiterpartei wählt in Bukarest Ministerpräsident Gheorghe Gheorghiu-Dej zum Ersten Sekretär der Partei. Neuer Ministerpräsident wird Chivu Stoica.

In Tokio erzielt der japanische Schwimmer Masuru Furukawa zwei Weltrekorde. Er legt die 100 m Brust in 1:08,2 min und die 200-m-Brust-Strecke in 2:31,0 min zurück.

Das mit 60 000 t größte Kriegsschiff der Welt, der US-amerikanische Flugzeugträger “Forrestal”, wird in Newport (Bundesstaat Rhode Island) von der Kriegsmarine der Vereinigten Staaten in Dienst gestellt. Das über 330 m lange Schiff kann bis zu 100 Kampfflugzeuge und Hubschrauber an Bord nehmen.

In Schweden wird die seit 1914 bestehende Alkoholrationierung aufgehoben.

2.10.1955, Sonntag

Aus Protest gegen zu hohe Fleischpreise boykottieren die Berliner Hausfrauen für drei Tage die Fleischereien. Der Umsatzrückgang der Fleischereien wird auf mehrere hunderttausend DM geschätzt.

Nach zehntägiger Dauer schließt in Frankfurt am Main die 37. Internationale Automobilausstellung. Eine Rekordzahl von 750 000 Besuchern informierte sich über die neuesten Entwicklungen im Automobilbau.

Auf dem Düsseldorfer Jazzfestival ist mit dem Hans-Buchmann-Quintett aus Halle erstmals eine Jazz-Band aus der DDR in der Bundesrepublik Deutschland zu hören.

3.10.1955, Montag

Zum Abschluss seines viertägigen USA-Besuches erklärt Außenminister Heinrich von Brentano in Washington, eine Normalisierung der politischen Verhältnisse in Europa könne nur durch die Wiedervereinigung Deutschlands erreicht werden.

Bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen erhält der Kandidat der Sozialen Demokratischen Partei, Juscelino Kubitschek de Oliveira, die Mehrheit. Er soll sein Amt am 31. Januar 1956 antreten.

Beim Absturz eines peruanischen Verkehrsflugzeuges in den Anden bei der Hauptstadt Lima überlebt von 33 Insassen nur ein Passagier.

4.10.1955, Dienstag

Anlässlich der Eröffnung der neuen Legislaturperiode des dänischen Parlaments fordert der sozialdemokratische Ministerpräsident Hans Christian Svane Hansen in seiner Regierungserklärung in Kopenhagen eine engere Zusammenarbeit der NATO-Mitgliedstaaten.

Das Kölner Kulturzentrum Gürzenich, das im Krieg zerstört worden war, wird nach seinem Wiederaufbau mit einem Festakt eröffnet. Zu dem Komplex gehören u.a. Museumsbauten und ein großer Musiksaal.

24 neue Weltbestleistungen für Motorräder erzielt der Deutsche Wilhelm Noll auf der Autobahnstrecke München-Ingolstadt. Auf einer vollverkleideten 500-ccm-BMW-Maschine erreicht Noll u.a. 282 km/h über die Strecke von 1 km mit fliegendem Start.

5.10.1955, Mittwoch

Nachfolger des bisherigen französischen Botschafters in der Bundesrepublik, André François-Poncet, wird Christian de Margerie.

Der in Rom tagende Internationale Straßenkongress teilt mit, dass sich die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Welt seit 1938 auf 84 Mio. verdoppelt hat.

Zum Aufbau ihrer Streitkräfte erhält die österreichische Regierung kostenlose Waffenlieferungen der Großmächte, darunter 20 Panzer des Typs T-34 aus der Sowjetunion.

6.10.1955, Donnerstag

Das Bundeskabinett in Bonn bildet einen Verteidigungsrat, dem sieben Minister unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Adenauer (CDU) angehören.

Der am 20. September zwischen der UdSSR und der DDR abgeschlossene Vertrag über die Souveränität der DDR tritt nach der Ratifizierung durch beide Parlamente in Kraft.

In der DDR tritt eine Verfassungsänderung in Kraft, nach der entsprechend dem Warschauer Vertrag für die Bürger eine allgemeine Verteidigungspflicht gilt.

Nach dem Tod des griechischen Ministerpräsidenten Alexandros Papagos am 4. Oktober bildet Konstantinos Karamanlis (Griechische Sammlungsbewegung) eine neue Regierung, die am 12. Oktober vom Parlament die Mehrheit erhält.

Bei schweren Kämpfen zwischen französischen Truppen und Aufständischen Berbern in Marokko gelingt es Eliteeinheiten der französischen Fremdenlegion, die eingeschlossene Festung Aknoul freizukämpfen.

Auf der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Autobahnbrücke über die Elbe bei Magdeburg ist der Verkehr wieder einspurig möglich. Die Autobahn verbindet Berlin mit dem Bundesgebiet.

Ein viermotoriges Verkehrsflugzeug zerschellt auf dem Flug von Salt Lake City nach Denver in 3600 m Höhe an einem Berggipfel der Rocky Mountains (US-Bundesstaat Wyoming). Es ist mit 65 Toten das bisher größte Flugzeugunglück in den USA.

7.10.1955, Freitag

Die Uraufführung des DEFA-Films “Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse” in der Regie von Kurt Maetzig findet in Berlin (Ost) statt.

In Friedland bei Göttingen treffen die ersten Heimkehrer aus sowjetischen Kriegsgefangenenlagern nach dem Besuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer in Moskau ein. Die sowjetische Führung hatte Adenauer die Entlassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen zugesagt.

Anlässlich einer Kundgebung zum sechsten Jahrestag der Gründung der DDR auf dem Marx-Engels-Platz in Berlin (Ost) bezeichnet SED-Parteichef Walter Ulbricht die DDR als einzig rechtmäßigen deutschen Staat.

8.10.1955, Samstag

Zur Eröffnung der 7. Internationalen Frankfurter Buchmesse wird dem Schriftsteller Hermann Hesse der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen.

9.10.1955, Sonntag

Bei den Wahlen zur Bremer Bürgerschaft kann die regierende SPD ihre Stellung ausbauen. Mit 52 von 100 Mandaten gibt es jetzt eine absolute Mehrheit für die Sozialdemokraten.

Zum Abschluss des am 6. Oktober begonnenen Parteikongresses der britischen Konservativen in Bournemouth gibt Premierminister Anthony Eden bekannt, dass die britischen Streitkräfte bis 1958 um 100 000 Mann reduziert werden sollen.

Eine Meuterei französischer Soldaten in Rouen, die sich ihrem Einsatz in Nordafrika widersetzen, wird unter dem Einsatz von mehr als 1000 Polizisten niedergeschlagen. Über 1000 kommunistische Sympathisanten unterstützen die Meuterer.

Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw M. Molotow übt öffentliche Selbstkritik an einer Rede, die er vor acht Monaten gehalten hatte. Es sei theoretisch und politisch falsch gewesen, zu behaupten, in der UdSSR sei die Grundlage für die sozialistische Gesellschaft gelegt. Richtig sei, dass die Sowjetunion bereits eine sozialistische Gesellschaft habe und auf dem Weg zum Kommunismus sei.

Die am 25. September eröffnete 6. Deutsche Industrie-Ausstellung wird in Berlin (West) beendet. Rund 850 000 Besucher, davon über die Hälfte aus Berlin (Ost) und der DDR, besichtigten die Exponate von 1100 Unternehmen aus 26 Ländern.

Der dreijährige Hengst “Ribot” unter Jockey Emile Camici gewinnt in Paris den mit umgerechnet 300 000 DM dotierten “Prix de l’Arc de Triomphe”, das bedeutendste Galopprennen Frankreichs.

10.10.1955, Montag

Das Verwaltungsgebäude der Automobilfirma “Mercedes Benz Argentina” wird in Buenos Aires von der Polizei besetzt. Die argentinische Regierung verfügt die Übernahme der Treuhänderschaft des Konzernvermögens bis zur Klärung der Besitzverhältnisse.

Die spanische Hofreitschule kehrt nach zehnjährigem Exil in Wels an der Donau wieder in die Wiener Hofburg zurück. Die weltberühmte Pferdedressurgruppe mit 48 Lipizzanerhengsten war 1945 auf deutschen Befehl evakuiert worden.

11.10.1955, Dienstag

Die deutschen Werften erhalten von der Ölgesellschaft “British Petroleum” einen Großauftrag über den Bau von acht Tankern. Die Schiffe sollen über ein Fassungsvermögen zwischen 18 000 und 32 000 t verfügen.

In Belgrad gibt die jugoslawische Regierung einen Kurswechsel in ihrer Wirtschaftspolitik bekannt. Statt wie in den vergangenen Jahren die Schwerindustrie auszubauen, soll künftig vor allem die Konsumgüterindustrie gefördert werden.

Die iranische Regierung erklärt in Teheran den Beitritt des Landes zum Bagdadpakt, dem Großbritannien, der Irak, Pakistan und die Türkei angehören.

12.10.1955, Mittwoch

In Bonn verabschiedet der deutsche Bundestag gegen die Stimmen der SPD das Soldatengesetz. Darin wird die Rechtsstellung der Soldaten der neuen Streitkräfte in der Gesellschaft geregelt.

Die nationalchinesische Regierung in Taipeh (Taiwan) erklärt den Kriegszustand mit Deutschland für beendet.

13.10.1955, Donnerstag

Das Kuratorium Unteilbares Deutschland fordert in einem in Bonn veröffentlichten Schreiben die vier Großmächte auf, bei der Genfer Konferenz praktische Maßnahmen zur Überwindung der deutschen Teilung zu ergreifen.

Pan American World Airways bestellt als erste US-amerikanische Fluggesellschaft Düsenverkehrsflugzeuge für ihren Liniendienst. Es handelt sich um 20 Boeing 707 sowie 25 Douglas DC-8. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 269 Mio. US-Dollar (ca. 1,13 Mrd. DM).

Die Max-Planck-Gesellschaft gibt den Umzug des Instituts für Physik von Göttingen nach München bekannt. Der Präsident des Vereins zur Förderung der Wissenschaften, Otto Hahn, begründet die Verlegung mit der vom Land Bayern in Aussicht gestellten großzügigen finanziellen Unterstützung.

14.10.1955, Freitag

Die Vollversammlung der UNO in New York wählt Kuba und Australien als nichtständige Mitglieder in den Sicherheitsrat.

In Hanoi wird zwischen der französischen und der nordvietnamesischen Regierung ein Handelsabkommen unterzeichnet. Es ist der erste offizielle Regierungskontakt seit dem Sieg der Befreiungsarmee Nordvietnams über die französische Kolonialmacht im Jahre 1954.

Das im Krieg zerstörte und nun wiederhergestellte Wiener Burgtheater wird in einer festlichen Zeremonie der Öffentlichkeit übergeben. Zur Eröffnung wird Franz Grillparzers Schauspiel “König Ottokars Glück und Ende” aufgeführt.

15.10.1955, Samstag

Für den abgesetzten Sultan von Marokko, Mohammed Ben Arafa, benennt die französische Protektoratsmacht einen vierköpfigen Thronrat in Rabat, der die Bildung einer neuen Regierung vorbereiten soll.

In Hamburg wird mit einer Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper “Zauberflöte” die Staatsoper wiedereröffnet.

16.10.1955, Sonntag

Bei einem Leichtathletik-Länderkampf in Freiburg siegt die bundesdeutsche Mannschaft gegen Italien mit 127:74 Punkten.

Einen Leichtathletik-Dreiländerkampf in Jena gewinnt die Mannschaft der DDR vor Polen und Belgien.

Vor 100 000 Zuschauern im Budapester Volksstadion besiegt die ungarische Fußball-Nationalmannschaft Österreich mit 6:1.

Der in Kassel tagende Bundesparteitag des Gesamtdeutschen Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (GB/BHE) beschließt das Ausscheiden der Partei aus der Regierungskoalition.

In Bad Ems endet nach einwöchiger Dauer das “7. Internationale Filmtreffen”.

Durch einen Doppelsieg von Stirling Moss und Juan Manuel Fangio beim letzten Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft, der Targa Florio auf Sizilien, sichert sich Mercedes die Weltmeisterschaft vor Ferrari.

Eine Volksabstimmung in Schweden ergibt eine große Mehrheit für die Beibehaltung des Linksverkehrs auf den schwedischen Straßen.

17.10.1955, Montag

Die US-amerikanische Luftwaffe bestellt für 100 Mio. US-Dollar (ca. 420 Mio. DM) Düsenjagdflugzeuge des Typs Lockheed F-104 A “Starfighter”.

Die Hamburgische Staatsoper bringt Ernst Kreneks Oper “Pallas Athene weint” zur Uraufführung. Das Stück in drei Akten (Regie: Ludwig Rennert) wird vom Publikum mit Beifall aufgenommen.

18.10.1955, Dienstag

Der spanische Staatschef Generalissimus Francisco Franco Bahamonde verweigert der französischen Regierung jegliche Mithilfe bei der Unterdrückung des Aufstandes in Marokko. Franco bestreitet zudem, die Rebellen militärisch zu unterstützen.

In Hamburg kommt es bei einem Konzert des US-amerikanischen Jazztrompeters Louis Armstrong zu Ausschreitungen enttäuschter Besucher.

19.10.1955, Mittwoch

Erstmals hält der Deutsche Bundestag eine Plenarsitzung in Berlin (West) ab. Die Sitzungsperiode im Hörsaal der Technischen Universität dauert bis zum 21. Oktober.

In München wird der US-amerikanische Gewichtheber Tommy Kono zum “schönsten Athleten der Welt” gewählt.

20.10.1955, Donnerstag

Im Züricher Schauspielhaus wird das Schauspiel “Requiem für eine Nonne” des US-amerikanischen Dramatikers William Faulkner uraufgeführt. Damit kommt das Stück in deutscher Übersetzung früher als in der Originalfassung auf die Bühne.

Die Komödie “Josepha und der Millionär” von Fritz Peter Busch kommt im Staatstheater Karlsruhe zur Uraufführung.

In Leserbriefen an Ostberliner Zeitungen beschweren sich zahlreiche S-Bahn-Benutzer über die Schaukelei der Züge aufgrund der abgenutzten Gleisanlagen. Die Schlingerei führt bei vielen Reisenden zu seekrankheitsähnlicher Übelkeit.

Im Hafen von Alexandria trifft mit einem sowjetischen Frachter die erste Waffenlieferung für die ägyptische Armee aus der Tschechoslowakei ein.

21.10.1955, Freitag

In Bonn wird der bisherige Bundesminister für besondere Aufgaben, Franz Josef Strauß (CSU), zum Minister für das neugegründete Ressort für Atomfragen ernannt.

Die Regierungen Syriens und Ägyptens unterzeichnen in Damaskus einen militärischen Beistandspakt, der im Falle eines Angriffs ein gemeinsames Oberkommando vorsieht.

Der Karlsruher Stadtrat beschließt mit 43 gegen sechs Stimmen, den Bau des ersten Kernkraftwerkes der Bundesrepublik bei Karlsruhe zu genehmigen.

22.10.1955, Samstag

Prinz Norodom Sihanouk von Kambodscha übernimmt nach dem Wahlsieg der Sozialistischen Volksgemeinschaft das Amt des Ministerpräsidenten. In einer Rede in Phnom Penh propagiert er eine strikte Neutralität des Landes.

Am Deutschen Theater in Göttingen wird Herbert Asmodis Schauspiel “Jenseits vom Paradies” uraufgeführt.

Ein Verband der US-amerikanischen Marine hat nach offiziellen Angaben als erster Schiffskonvoi die amerikanische Nordwestpassage durchfahren.

Schwere Überschwemmungen, die seit Beginn des Monats Nordindien heimsuchen, haben nach offiziellen Angaben 663 Todesopfer gefordert.

23.10.1955, Sonntag

In Stuttgart gibt die Automobilfirma Mercedes-Benz ihren Rückzug vom Motorsport bekannt.

Die Volksabstimmung im Saarland über das Saarstatut, das die politische Autonomie und die wirtschaftliche Anbindung an Frankreich vorsieht, endet mit der Ablehnung des Antrags. Rund 67% der Bevölkerung sprechen sich dagegen aus.

Bei den in Barcelona stattfindenden Rollschuhkunstlauf-Weltmeisterschaften gehen alle vier Titel an Sportler aus der Bundesrepublik Deutschland.

24.10.1955, Montag

Die argentinische Übergangsregierung unter Präsident Eduardo Lonardi verfügt in Buenos Aires die Auflösung der peronistischen Partei.

Der Schah des Iran, Mohammed Resa Pahlawi, ratifiziert die Gesetzesvorlage, die Irans Beitritt zum Bagdad-Pakt beinhaltet.

In Warschau kündigt die polnische Regierung eine drastische Erhöhung der Preise für alkoholische Getränke an. Grund für diese Maßnahme sei, dass mehr als die Hälfte aller Gewaltverbrechen in Polen unter Alkohol-Einfluss begangen werden.

Die Technische Hochschule Aachen nimmt den größten Windkanal Europas in Betrieb. Mit der mit einem Kostenaufwand von rund 650 000 DM errichteten Anlage soll aerodynamische Grundlagenforschung betrieben werden.

25.10.1955, Dienstag

Die letzten Besatzungstruppen der alliierten Kriegskoalition, eine britische Einheit in Klagenfurt, verlassen Österreich.

Die Vollversammlung der UNO in New York genehmigt die Aufnahme der Bundesrepublik Deutschland in die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation ICAO.

Eine in Israel seit dem 18. Oktober durchgeführte Sammlung von Geldspenden für die militärische Rüstung ergab die Summe von 10 Mio. Schekel (23,5 Mio. DM).

Von einem Flugplatz in Südschweden startet der Prototyp des Düsenjagdflugzeuges Saab S-35 “Draken” zu einem ersten erfolgreichen Testflug. Das mit ungewöhnlich langgezogenen Deltaflügeln ausgestattete Überschallflugzeug soll in hoher Stückzahl das Rückgrat der schwedischen Luftwaffe bilden.

Anlässlich des 74. Geburtstages von Pablo Picasso wird in München eine Ausstellung mit 256 Arbeiten des spanischen Künstlers eröffnet. Die Werke sind bis zum 18. Dezember in der Pinakothek zu sehen.

26.10.1955, Mittwoch

Der österreichische Nationalrat in Wien verabschiedet das Bundesverfassungsgesetz, das die immerwährende Neutralität des Landes festschreibt.

In Essen wird Wolfgang Fortners “The Creation” für Bariton und großes Orchester uraufgeführt.

Der ehemalige Kommandeur der Leibstandarte SS “Adolf Hitler”, Generaloberst der Waffen-SS Sepp Dietrich, wird aus dem Gefängnis in Landsberg entlassen. Dietrich war 1946 wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der bisherige Staatschef Südvietnams, Bao Dai, der im Pariser Exil lebt, wird nach einer Volksabstimmung abgesetzt. Ministerpräsident Ngô Dinh Diêm erklärt als dessen Nachfolger Südvietnam zur Republik und wird erster Staatspräsident des Landes.

27.10.1955, Donnerstag

In Genf (Schweiz) beginnt die bis zum 16. November dauernde Außenministerkonferenz der Vier Mächte, auf der die deutsche Frage auf der Tagesordnung steht.

Die Regierungen Ägyptens und Saudi-Arabiens unterzeichnen in Kairo einen militärischen Beistandspakt.

Die US-Streitkräfte übergeben in Wien mit einem Festakt den 1945 beschlagnahmten Sonderzug des ehemaligen Wehrmachtsgenerals Wilhelm Keitel der österreichischen Bundesbahn.

28.10.1955, Freitag

Rund 3000 im Zweiten Weltkrieg in sowjetische Kriegsgefangenschaft geratene polnische Offiziere werden aus sowjetischen Lagern in ihre Heimat entlassen. Die sowjetische Regierung bezeichnet die lange Haftzeit als “einen Fehler” und erklärt sich bereit, den Freigelassenen Entschädigungen zu zahlen.

29.10.1955, Samstag

In Leningrad wird das Konzert für Violine und Orchester op. 99 von Dmitri D. Schostakowitsch uraufgeführt.

30.10.1955, Sonntag

In Essen wird die unabhängige Christliche Gewerkschaftsbewegung Deutschlands (CGB) gegründet. Die Delegierten wählen Johannes Even zum Vorsitzenden.

Nach Angaben des US-amerikanischen Vizepräsidenten Richard Nixon hat Präsident Dwight D. Eisenhower seinen am 25. September erlittenen Herzinfarkt überwunden und wird in den nächsten Tagen seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

Bei den Nationalratswahlen in der Schweiz wird die Sozialdemokratische Partei mit 53 Mandaten zur stärksten Fraktion im Berner Parlament.

31.10.1955, Montag

In der Städtischen Oper in Berlin (West) wird unter der Regie des Komponisten Gian Carlo Menottis Oper “Die Heiligen” uraufgeführt.