Was geschah im April 1944

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1.4.1944, Samstag

Die schweizerische Stadt Schaffhausen wird irrtümlich von rund 30 US-Flugzeugen bombardiert. Bei diesem schwersten Bombenangriff des Krieges auf die Schweiz sterben 40 Menschen.

In Ungarn werden nach der deutschen Besetzung des Landes am 19. März strenge Rassengesetze eingeführt, die alle Juden aus dem gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Leben ausschließen.

Durch einen Sabotageakt wird in der Nähe der französischen Stadt Lille ein deutscher Militärzug zum Entgleisen gebracht. Als Vergeltung erschießen SS-Angehörige kurz darauf 86 Zivilisten, darunter auch Kinder.

Das erste brasilianische Expeditionskorps, das aus 12 000 Soldaten zusammengesetzt ist, tritt offiziell seinen Dienst an. Der Truppenverband soll demnächst Brasilien verlassen und an der Seite der Alliierten in Übersee zum Kampf gegen die Achsenmächte antreten.

Der Gauleiter der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei von Berlin, Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, wird zum Stadtpräsidenten von Berlin ernannt.

2.4.1944, Sonntag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt den “Operationsbefehl Nr. 7”: “Die russische Offensive im Süden der Ostfront hat ihren Höhepunkt überschritten … Es ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, das russische Vorgehen endgültig zum Stehen zu bringen.”

Die Rote Armee dringt nach Rumänien ein. Gleichzeitig erklärt die Sowjetregierung, sie beabsichtige nicht, “sich irgendein Teilgebiet des rumänischen Territoriums anzueignen oder die bestehende Gesellschaftsordnung Rumäniens zu verändern”.

Der ungarische Ministerpräsident Döme Sztojay bekräftigt in einer Grundsatzrede die Bündnistreue seines Landes zum Deutschen Reich.

Die sowjetische Regierung warnt die nationalchinesischen Truppen davor, in die Äußere Mongolei einzudringen.

In der Nacht vom 2. auf den 3. April werden im Deutschen Reich die Uhren auf Sommerzeit umgestellt.

3.4.1944, Montag

Im Zuge eines Großangriffs der US-Luftwaffe auf Budapest werden mehrere hundert Tonnen Sprengstoff vor allem auf Eisenbahnanlagen abgeworfen. Die ungarische Hauptstadt ist praktisch von der Außenwelt abgeschlossen.

In den Vereinigten Staaten tritt ein Gesetz in Kraft, das US-Bürgern in allen Teilen der Welt ermöglicht, ihre Stimme zur Wahl des US-Präsidenten, Vizepräsidenten und der Kongressmitglieder abzugeben. Damit ist eine kontrovers geführte Debatte beendet, die sich vor allem an dem Wahlrecht der in Ostasien und Europa kämpfenden US-amerikanischen Soldaten entzündet hatte.

Ein Sprecher der tschechoslowakischen Exilregierung fordert seine Landsleute über Radio London zur Sabotage gegen das deutsche Besatzungsregime auf und gibt detaillierte Hinweise für die Herstellung und Handhabung von Minen, Handgranaten und Zündschnüren.

Das in Norwegen liegende größte deutsche Schlachtschiff “Tirpitz” wird bei einem Angriff der britischen Luftwaffe stark beschädigt.

4.4.1944, Dienstag

In Algier wird das französische Befreiungskomitee umgebildet; zwei Kommunisten werden in den Ausschuss berufen. Fernand Grenier übernimmt das Luftfahrtministerium; François Billou wird zu einem der vier Staatskommissare ernannt.

Die Behörden in Budapest sperren alle Ausgänge der ungarischen Hauptstadt. Mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass die Bevölkerung die Stadt nach den schweren Bombenangriffen der letzten Tage fluchtartig verläßt.

Aus einer in Großbritannien veröffentlichten amtlichen Statistik geht hervor, dass seit Beginn des Zweiten Weltkrieges rund 50 000 Zivilisten bei Bombenangriffen der deutschen Luftwaffe auf Südengland ums Leben gekommen sind.

Als Folge des mehrwöchigen Bergarbeiterstreiks in Großbritannien sieht sich die Regierung gezwungen, die staatlich festgelegten Elektrizitäts- und Gasquoten für Industriebetriebe und Privathaushalte um 25% bzw. 10% herabzusetzen.

5.4.1944, Mittwoch

Die Alliierten beginnen von Italien aus mit einer Luftoffensive gegen das rumänische Erdölgebiet Ploiesti und die deutschen Nachschub- und Verkehrslinien in Rumänien.

Das schwedische Rote Kreuz setzt drei weitere Schiffe ein, um die notleidende griechische Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. Die monatlichen Hilfssendungen sollen von 24 000 t auf 31 200 t erhöht werden.

6.4.1944, Donnerstag

Ein 60-Jähriger Mann aus Otterskirch wird vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt, weil er über ein Jahr lang ausländische Radiosender (“Feindsender”) gehört hatte. Das Urteil wird sofort vollstreckt.

Der deutsche Kriminalfilm “Der Verteidiger hat das Wort” mit Heinrich George, Rudolf Fernau, Carla Rust u.a. wird in Berlin uraufgeführt.

Im britischen Unterhaus in London wird über die Ursachen und Folgen der Hungersnot im britischen Vizekönigreich Indien debattiert. Allein 1943, so lauten die offiziellen Angaben, sind über eine halbe Million Inder direkt oder indirekt an Unterernährung gestorben.

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ernennt Herbert Backe zum neuen Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Backe, seit 1933 Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft, hatte sein neues Amt bereits 1942 kommissarisch übernommen.

7.4.1944, Freitag

Sowjetische Truppen beginnen eine Großoffensive zur Befreiung der von deutschen Verbänden besetzten Krim. Zuerst stoßen sie in Richtung auf Simferopol, die Hauptstadt der Halbinsel, vor.

Der deutsche SS-Führer Klaus Barbie, der als Leiter der Geheimen Staatspolizei von Lyon auf unmenschliche Weise Jagd auf französische Partisanen macht und als “Schlächter von Lyon” in die Geschichte eingeht, meldet seiner vorgesetzten Dienststelle, dass er die Liquidierung eines jüdischen Kinderheims soeben erfolgreich beendet habe.

Der in Bergen (Norwegen) ankernde deutsche Dampfer “Bärenfels” (7569 Bruttoregistertonnen) wird von einem britischen U-Boot versenkt.

8.4.1944, Samstag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler erlässt eine Verordnung, wonach der Reichsarbeitsdienst für die weibliche Jugend um ein halbes auf anderthalb Jahre verlängert wird.

9.4.1944, Sonntag

Der deutsche Reichsfinanzminister Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk antwortet in einer Rundfunkrede auf die Frage, wie der Krieg finanziert wird: “Durch unsere Arbeit, durch unsere Disziplin, durch unsere Steuern, durch unser Sparen.”

In einer Rundfunkansprache wendet sich US-Außenminister Cordell Hull an die neutralen Staaten und fordert sie auf, endgültig alle politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu den Achsenmächten abzubrechen.

Der Chef des französischen Befreiungskomitees mit Sitz in Algier, General Charles de Gaulle, wird zusätzlich noch zum Oberbefehlshaber der “Streitkräfte des kämpfenden Frankreichs” ernannt.

Da die Einwohnerzahl von Rom in den letzten Monaten auf das Doppelte (2,7 Millionen) gestiegen ist und die Stadt den Problemen der Übervölkerung nicht mehr gewachsen ist, verweigern die Behörden – besonders über die Osterfeiertage – jedem Besucher den Zutritt.

10.4.1944, Montag

Aus Argentinien werden ausgedehnte Überschwemmungen gemeldet, die sich auf die gesamte Provinz Buenos Aires erstrecken. Zahlreiche Dörfer sind von der Außenwelt abgeschnitten und müssen aus der Luft versorgt werden.

Die 6. deutsche Armee räumt die Stadt Odessa in der Ukraine. Konstanza wird der neue Nachschubhafen für die von jeder Landverbindung abgeschnittene 17. deutsch-rumänische Armee, die auf der Krim stationiert ist.

11.4.1944, Dienstag

Angesichts der schlechten Ernährungslage im Deutschen Reich erlässt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Herbert Backe, eine Anordnung, die eine Einschränkung der Kleintierhaltung vorschreibt. Ausgenommen sind Tierbesitzer, die über Viehfutter aus eigener Erzeugung verfügen.

Die Schweiz erhält von den USA einen Scheck über eine Million US-Dollar als erste Beitragszahlung für die Wiedergutmachung der durch die Bombardierung von Schaffhausen am 1. April entstandenen Schäden.

12.4.1944, Mittwoch

Die Sowjetunion übergibt Rumänien die “Minimalbedingungen” für einen Waffenstillstand zwischen beiden Ländern.

Der italienische König Viktor Emanuel III. kündigt an, dass er am Tage des Einmarsches der Alliierten in Rom zugunsten des Kronprinzen Humbert II. abdanken werde.

Bei einem heftigen Unwetter, das von Überschwemmungen begleitet wird, kommen in den US-Bundesstaaten Kansas, Oklahoma, Colorado und Texas 30 Menschen ums Leben.

13.4.1944, Donnerstag

Die japanischen Truppen gehen in Nordbirma zur Offensive über. Sie bedrängen die anglo-indischen Verbände und rücken bis auf vier Kilometer an Imphal im indischen Staat Manipur heran.

Die Sowjetunion und Neuseeland nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Die USA und Großbritannien fordern Schweden auf, seine Kugellagerlieferungen an das Deutsche Reich einzustellen.

Trotz eines gegenteiligen Beschlusses des Obersten Gerichtshofes der USA will die Verwaltung des US-Bundesstaates South Carolina farbigen Wählern das Stimmrecht verweigern.

14.4.1944, Freitag

Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, äußert sich über die Gesamtlage des Arbeitsdienstes im Deutschen Reich. Dabei hebt er insbesondere die Leistung der Frauen hervor und geht auf die Probleme beim Einsatz von Zwangsarbeitern ein.

Nach Angaben des US-amerikanischen Informationsbüros für Kriegsfragen kommen bei Arbeitsunfällen in kriegsindustriellen Betrieben der Vereinigten Staaten mehr Menschen zu Tode als bei direkten Kampfhandlungen. Die Vergleichszahlen seit Anfang 1942: Rund 140 000 US-Soldaten sind im Krieg gefallen oder wurden verwundet; rund 190 000 Personen starben bei Arbeitsunfällen in der Industrie.

Im Hafengebiet der indischen Stadt Bombay ereignet sich nach einem Feuer eine schwere Explosion, bei der 700 Menschen ums Leben kommen.

15.4.1944, Samstag

Der italienische Philosoph und Antifaschist Benedetto Croce wird in das Kabinett Pietro Badoglio als Minister ohne Geschäftsbereich aufgenommen. Einen weiteren Posten ohne Portefeuille übernimmt der aus der Emigration zurückgekehrte liberale Politiker Carlo Graf Sforza.

Der italienische Philosoph und faschistische Politiker Giovanni Gentile – ein Gegenspieler von Benedetto Croce – wird in Florenz von italienischen Widerstandskämpfern ermordet.

Angesichts eines sich verschärfenden Textilmangels in Dänemark beschließt das Handelsministerium Maßnahmen zur Einschränkung der Herstellung von “luxusbetonten” Bekleidungsartikeln. Dazu gehören u.a. Strand- und Bademoden, Gesellschaftskleider sowie Röcke und Mäntel mit großem Stoffverbrauch.

30 deutsche Fußball-Gaumeister eröffnen mit ihren Ausscheidungsspielen die Deutsche Fußballmeisterschaft 1944.

17.4.1944, Montag

Großbritannien beschließt Reisebeschränkungen für alle Diplomaten außer denen der USA und der UdSSR. Ferner dürfen keine kodierten Telegramme mehr aufgegeben werden.

Ein US-amerikanischer Fliegeroffizier teilt in einem amtlichen Bericht mit, dass er bei einem Erkundungsflug in Westchina einen etwa 10 000 m hohen Berg entdeckt habe – der damit höher wäre als der Mount Everest im Himalaya (8848 m). Fachleute halten es für durchaus möglich, dass die Angaben zutreffen.

18.4.1944, Dienstag

Die britische Regierung beschließt drakonische Maßnahmen gegen die seit Anfang März in immer neuen Schüben streikenden Arbeiter. Künftig soll die Aufforderung zum Ausstand mit fünf Jahren Zuchthaus und 500 Pfund Buße bestraft werden.

Im Metropolitan Opera House in New York wird das Ballett “Fancy Free” (Musik: Leonard Bernstein; Libretto und Choreographie: Jerome Robbins) uraufgeführt. “Fancy Free” bildet die Grundlage für das am 28. Dezember ebenfalls in New York uraufgeführte Musical “On the Town”.

19.4.1944, Mittwoch

Ernst Rudin, Professor für Psychiatrie an der Universität München, erhält für seine Verdienste als “Pfadfinder auf dem Felde der Erbgesundheit” den Adlerschild des Deutschen Reiches verliehen.

Die britische Admiralität teilt mit, dass sie im Seekrieg verstärkt “lebende Torpedos” einsetzen werde. Dieses Unterwasserkampfgerät – zwei Taucher sitzen rittlings auf einem Torpedo und transportieren eine Sprengladung zum Angriffsziel – hatte sich schon im Januar 1943 im Hafen von Palermo bewährt.

125 deutsche Flugzeuge greifen die britische Hauptstadt London an. Es ist der letzte Grosangriff, den die deutsche Luftwaffe auf das Gebiet Großbritanniens durchführt.

20.4.1944, Donnerstag

Auf dem “Berghof” nimmt der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Glückwünsche der Wehrmacht, der Waffen-SS und Prominenter aus Partei und Regierung zu seinem 55. Geburtstag entgegen. Die Zahl der ausländischen Gäste und Gratulanten wird von Jahr zu Jahr geringer.

Die Geheime Staatspolizei verhaftet in Dänemark etwa 100 Personen mit der Begründung, es seien drakonische Strafmaßnahmen notwendig, um den “politischen Gangstern” zu zeigen, dass sie nicht ungestraft “Terror ausüben dürfen”.

In Philadelphia (USA) beginnt eine dreiwöchige Vollkonferenz des Internationalen Arbeitsamtes, an der Delegierte aus 40 Ländern teilnehmen.

Die provisorische jugoslawische Regierung unter Marschall Josip Tito und die radikale griechische Untergrundbewegung “Nationale Befreiungsfront” nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die britische Regierung reagiert überrascht, da sie zwar bereit ist, die Volksfront Titos anzuerkennen, der “Nationalen Befreiungsfront” jedoch eher ablehnend gegenübersteht.

21.4.1944, Freitag

Auf Druck der Alliierten stellt die Türkei die Lieferung von Chrom und Erz an das Deutsche Reich ein.

In Ungarn werden sämtliche jüdische Geschäfte geschlossen, das Eigentum der vermögenden Juden wird beschlagnahmt.

In der norwegischen Hafenstadt Bergen kommt es zu einer schweren Explosionskatastrophe, als ein Sprengsatz an Bord eines im Hafen liegenden Schiffes detoniert. Bei dem Unglück – es wird ein Sabotageakt vermutet – kommen 61 Menschen ums Leben. Zahlreiche historische Häuser werden durch Feuer zerstört.

Prinzessin Elisabeth von England feiert ihren 18. Geburtstag und wird damit volljährig. Die britische Presse würdigt das Ereignis mit großen Bildberichten über die zukünftige Königin.

22.4.1944, Samstag

Der erste große alliierte Bombenangriff auf Hamm fordert 234 Todesopfer.

US-Truppen landen ohne nennenswerten japanischen Widerstand an einer 250 km langen Küstenfront bei Hollandia (Djajapura) auf Neuguinea.

23.4.1944, Sonntag

Die sowjetische Regierung und die Exilregierung Dänemarks nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Wegen Plünderung wird in Wien ein 40-Jähriger Mann von einem Sondergericht zum Tode verurteilt. Er hatte nach einem Fliegerangriff aus einem beschädigten Fleischerladen vier Würste entwendet.

Bei den 25. Deutschen Meisterschaften der Amateurboxer, die in Breslau in acht Gewichtsklassen ausgetragen werden, gewinnt der Gau Hamburg vier Titel.

Die deutsche Schwimmerin Gisela Graß verbessert in Leipzig ihren Hallen-Weltrekord über 100 m Brust auf 1:19,4 min.

24.4.1944, Montag

Der faschistische italienische Ministerpräsident Benito Mussolini beendet einen zweitägigen Besuch beim deutschen Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in dessen Hauptquartier “Wolfsschanze”.: In einem Kommuniqué bezeichnet Mussolini die von ihm am 12. September 1943 gegründete Republik von Saló als die einzige rechtmäßige Vertretung des italienischen Volkes.

Die US-Luftwaffe verzeichnet einen ungewöhnlichen Rekord: Innerhalb von zwei Stunden landen 14 US-Bomber auf Flughäfen der Schweiz. Die Flieger begeben sich lieber in Internierungslager, als weiterhin an den gefährlichen Feindflügen teilzunehmen.

25.4.1944, Dienstag

Der deutsche Führer und Reichskanzler Adolf Hitler unterzeichnet einen “Erlass über die Wehrpflicht und Reichsarbeitsdienstpflicht: von “Staatenlosen”; diese sollen nun ebenso wie deutsche Staatsangehörige einberufen werden.

In Dänemark leitet die deutsche Besatzungsmacht eine “Säuberungsaktion” ein, um den verstärkten Sabotagetätigkeiten dänischer Patrioten entgegenzutreten. Die Geheime Staatspolizei führt Razzien durch und verhaftet rund 200 Personen als Geiseln.

26.4.1944, Mittwoch

Panzergeneral Werner Kreipe, Oberbefehlshaber der deutschen Truppen auf Kreta, wird auf der Insel von britischen Kommandotruppen im Handstreich gefangengenommen.

27.4.1944, Donnerstag

In der Nacht vom 27. auf den 28. April wirft die britische Luftwaffe mehr als 1000 t Bomben über Friedrichshafen am Bodensee ab. Vor allem die Flugzeugwerke und andere große Industrieanlagen sind Ziel des Angriffs.

Aus Stockholm wird mitgeteilt, dass der gesamte Schiffsverkehr zwischen dem Deutschen Reich und Schweden unterbrochen werden muss da, alliierte Flieger die Ostsee vollständig vermint haben. Auch der Fahrverkehr zwischen Schweden und Dänemark wird eingestellt.

Die griechische Exilregierung in London berichtet über großangelegte Zwangsrekrutierungen griechischer Männer für den deutschen Militärdienst.

28.4.1944, Freitag

Im Vernichtungslager Auschwitz trifft der erste Transport ungarischer Juden ein. Mit ihrer Deportation war am 19. März begonnen worden, nachdem deutsche:Streitkräfte Ungarn besetzt hatten.

Der US-amerikanische Wirtschafts- und Börsenfachmann Bernard Mannes Baruch stiftet 1,1 Millionen US-Dollar für die medizinische Forschung in den Vereinigten Staaten. Ein Schwerpunkt soll nach seinem Willen in der Hilfe für Kriegsverwundete liegen.

29.4.1944, Samstag

Ein deutsches Jagdflugzeug vom Typ “Me 110” landet irrtümlich auf dem Flugplatz Dübendorf bei Zürich. Die Maschine wird am 19. Mai zerstört, da die schweizerischen Behörden einer Rückgabe nicht zustimmen wollen.

30.4.1944, Sonntag

Josip Tito, Präsident des jugoslawischen “Antifaschistischen Rates der nationalen Befreiung” fordert von den Alliierten die Anerkennung als jugoslawischer Regierungschef.

2200 t Sprengstoffe und Brandbomben werden von US-Fliegern über Berlin abgeworfen. Es ist das größte Tagesbombardement, das bisher in der Luftschlacht um Berlin durchgeführt wurde.

Deutsche U-Boote haben im Atlantik, im Mittelmeer und im Indischen Ozean seit dem 1. März des Jahres 27 alliierte Handelsschiffe versenkt.

Die Luftstreitkräfte Großbritanniens und der USA haben bei ihren Angriffen gegen deutsches Reichsgebiet im April 1944 1392 Flugzeuge verloren.