Östliche Bündnispartner wenden sich vom geschwächten Reich ab

Politik und Gesellschaft 1944:

Etwa zur gleichen Zeit wird auch an der Ostfront die Reichsgrenze überschritten. Nach drei Großoffensiven im Januar, März und Juni 1944 und dem rasanten Vormarsch der sowjetischen Truppen steht die Rote Armee im Herbst vor Ostpreußen und überschreitet am 16. Oktober die Grenze. Obwohl der sowjetische Vormarsch noch einmal kurzzeitig gestoppt werden kann, führt das vielerorts brutale Vorgehen der Rotarmisten gegen die deutsche Zivilbevölkerung dazu, dass die Ersten ihre Habseligkeiten zusammenpacken und sich auf den großen Treck nach Westen begeben.

Stalin schickt seine Truppen jedoch nicht nur gezielt ins Deutsche Reich, sondern lässt sie auf breiter Front von Finnland bis nach Bulgarien Richtung Westen vorrücken. Im August 1944 überschreiten sie die Grenze nach Rumänien und dringen bald darauf in Bulgarien und Ungarn ein; alle drei Staaten fallen von ihrem bisherigen Bündnispartner, dem Deutschen Reich, ab. Die Wende in Ungarn hatte Hitler noch zu verhindern versucht, indem er das Land am 19. März des Jahres besetzen ließ; dies bedeutete auch für viele Tausend ungarische Juden die Deportation nach Auschwitz. Doch am 31. Dezember stellt sich auch Ungarn – nach Bildung einer Gegenregierung – auf die Seite der Sowjetunion. Auch Finnland schließt am 19. September einen Waffenstillstand mit der UdSSR, über den bereits seit Beginn des Jahres verhandelt wurde.