Was geschah im August 1952

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1.8.1952, Freitag

Das britische Unterhaus billigt die Ratifizierung des Deutschlandvertrages sowie den Vertrag zwischen Großbritannien und der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft.

Vertreter Frankreichs und der Bundesrepublik Deutschland nehmen in Paris Verhandlungen über die Zukunft des Saarlandes auf. Zur Diskussion steht eine Gebietsabtretung Frankreichs zugunsten eines neu zu bildenden europäisierten Saargebiets.

Zwei US-amerikanische “Sikorsky”-Hubschrauber überqueren erstmals in der Geschichte der Luftfahrt den Atlantik. Sie landen, nach ihrem Etappenflug über 5280 km vom Startpunkt Westover über Massachusetts und Neufundland, in der schottischen Stadt Prestwick.

Der Oberbefehlshaber der ägyptischen Armee, Ali Muhammad Nagib, verkündet, die Armee werde innerhalb der Regierung, der Parteien und anderer Organisationen eine durchgreifende Säuberung vornehmen. Korruption und Misswirtschaft des am 26. Juli gestürzten Königs Faruk I. und der Wafd-Partei haben das Vertrauen der Armee in die Staatsführung untergraben.

Die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmte Villa Hügel in Essen wird in den Familienbesitz der Firma Krupp zurückgegeben.

2.8.1952, Samstag

Der US-amerikanische Präsident Harry S. Truman ratifiziert den Deutschlandvertrag und das Garantie-Zusatzprotokoll zum Atlantikpakt (NATO). Damit erkennen die Vereinigten Staaten die Bundesrepublik als einen souveränen Staat an.

Das Landesgesundheitsamt in Nordrhein-Westfalen teilt mit, dass die Zahl der Kinderlähmungsfälle dramatisch zunimmt. Bislang wurden allein in Nordrhein-Westfalen 1000 Krankheitsfälle registriert.

Die Sommerspiele der XV. Olympiade in Helsinki gehen zu Ende (seit 19. Juli). Insgesamt beteiligten sich rund 7000 Sportler aus 69 Ländern an dem internationalen Sportereignis.

3.8.1952, Sonntag

Die iranische Abgeordnetenkammer ermächtigt Ministerpräsident Mohammad Mossadegh, sechs Monate als Alleinherrscher das Land zu regieren. Damit wird Mossadegh ein Ultimatum für die Verwirklichung seines Reformprogramms im Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswesen gestellt.

Italiens Formel-1-Rennfahrer Alberto Ascari gewinnt den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Nach vorausgegangenen Siegen bei drei weiteren Großen Preisen sichert sich Ascari damit den Titel des Automobilweltmeisters.

4.8.1952, Montag

Der Rat der Stadt Essen billigt einen Kaufvertrag mit der Firma Krupp über den Erwerb von 433 000 m² Gelände der ehemaligen Gussstahlfabrik durch die Stadt Essen.

Um dem im Rahmen der Verwaltungsneugliederung gestiegenen Raumbedarf für Behörden gerecht werden zu können, beschlagnahmt die DDR-Regierung Wohnungen in Chemnitz, Erfurt, Neustrelitz, Jena, Wittenberg, Görlitz und Rostock. Die Bewohner werden in Baracken und in wiederum beschlagnahmten Wohnungen untergebracht.

Der Bund der Auslandsdeutschen wird in Berlin (West) neu gegründet. Die Organisation will die Verbundenheit mit im Ausland lebenden Deutschen pflegen und sich für die kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder einsetzen.

5.8.1952, Dienstag

In einer abschließenden Bilanz stellt der Leiter des Bundes-Notaufnahmeverfahrens in Berlin (West) fest, dass im Monat Juli in Berlin 9100 Aufnahmeanträge von Flüchtlingen aus der DDR gestellt wurden. In diesem Zusammenhang gibt der West-Berliner Senator für Verkehr bekannt, dass Flugsonderdienste nach Hannover und Frankfurt am Main für die Flüchtlinge eingerichtet werden, um ihnen so eine schnelle Möglichkeit für die Weiterreise ins Bundesgebiet zu verschaffen.

Sabor”, der erste nach Radarprinzip ferngesteuerte Roboter, den die Schweizer Ingenieure August Huber und Peter Steuer konstruiert haben, wird auf einer Pressekonferenz im Hamburger Tagungshaus vorgeführt. Der 2,55 m große Roboter kann sich 15 km weit ohne menschliche Begleitung fortbewegen.

6.8.1952, Mittwoch

Die Arabische Liga protestiert gegen die am 21. März zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel aufgenommenen Wiedergutmachungsverhandlungen in Luxemburg. Die arabischen Staaten befürchten, dass eine Abfindungssumme der Bundesrepublik Deutschland in Milliardenhöhe das materielle Kräfteverhältnis in Nahost einseitig zugunsten Israels verändere.

Die ägyptische Regierung beschlagnahmt das gesamte im Land befindliche Vermögen des am 26. Juli gestürzten Königs Faruk I.

7.8.1952, Donnerstag

Das Rote Kreuz in den USA ruft alle Krankenschwestern auf, sich an einem Dienst zu beteiligen, der eine weitere Ausbreitung von Kinderlähmung verhindern soll. Nach Angaben des Roten Kreuzes ist seit 1949 die Krankheit in den USA nie so verbreitet gewesen.

Der im Auftrag der US-Armee arbeitende Physiker Noel Scott überrascht die Öffentlichkeit mit einer neuen Erklärung für unbekannte Flugobjekte (UFOs).

In China wird Deng Xiaoping vom zentralen Volksregierungsrat zum stellvertretenden Ministerpräsidenten gewählt.

Der Nationalkonvent der Republikanischen Partei in Chicago wählt Dwight D. Eisenhower zum Präsidentschaftskandidaten. Er setzt sich im ersten Wahlgang gegen Senator Robert A. Taft durch. Richard M. Nixon, Senator des Bundesstaates Kalifornien, wird als Kandidat der Partei für die Vizepräsidentschaft nominiert.

8.8.1952, Freitag

Die seit 28. Februar tagende Londoner Schuldenkonferenz endet mit einem Kompromiss. Die Bundesrepublik übernimmt unter günstigen Konditionen die Auslandsschulden des Deutschen Reiches fast in voller Höhe von sechs Mrd. DM.

Die griechische Regierung in Athen weist die nationalen Streitkräfte an, eine Landung bulgarischer Truppen auf der Insel Gamma notfalls mit Gewalt zu verhindern. Zwischen Bulgarien und Griechenland herrschen seit Ende Juli Streitigkeiten über die territoriale Zugehörigkeit der Insel.

Nach einer einjährigen Probephase wird der Schülerlotsen-Dienst im Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeführt.

Das Strandbad Wannsee in Berlin (West), 2 km von einem US-amerikanischen Militärschießplatz entfernt, darf nur noch an den Nachmittagen öffnen.

9.8.1952, Samstag

In seiner Eröffnungsrede zur Hundertjahrfeier des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg erklärt Bundespräsident Theodor Heuss, die Stadt müsse vom Ruf ihrer Vergangenheit befreit und ihr geistiges und künstlerisches Leben neu zur Darstellung gebracht werden. In Nürnberg fanden ab 1933 die Reichsparteitage der Nationalsozialisten statt.

10.8.1952, Sonntag

Die am 26. Juli verstorbene argentinische Politikerin und Nationalheldin Eva Perón wird in Buenos Aires im Hauptquartier der Gewerkschaften beigesetzt.

Die Hohe Behörde, das oberste Verwaltungsorgan der Montanunion, tritt im Luxemburger Rathaus zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Präsident der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ist der Franzose Jean Monnet.

11.8.1952, Montag

König Talal von Jordanien wird auf Empfehlung der Regierung durch einen Beschluss des Parlaments abgesetzt. Zum Nachfolger des erkrankten Talal wird sein 17-Jähriger Sohn Hussein II. ernannt.

Das fünfte internationale Seifenkistenrennen in Akron (US-Bundesstaat Ohio) gewinnt der 11-Jährige Joe Lunn (USA). Der Deutsche Meister Peter Kalinowski aus Berlin schied bereits im ersten Vorlauf aus.

12.8.1952, Dienstag

Der iranische Ministerpräsident Mohammad Mossadegh hebt den Ausnahmezustand in der Hauptstadt Teheran auf, der aufgrund von Unruhen durch die “Nationale Front” am 30. März verhängt worden war.

13.8.1952, Mittwoch

DDR-Bürger, deren Ehepartner in der Bundesrepublik oder in Berlin (West) leben, werden von den DDR-Behörden gedrängt, sich scheiden zu lassen. Andernfalls drohen den in der DDR lebenden Kindern erhebliche Nachteile. So soll u.a. die Zulassung zum Studium von der Scheidung der Eltern abhängig gemacht werden.

14.8.1952, Donnerstag

Das am 16. Mai vom Bundestag verabschiedete Lastenausgleichsgesetz tritt in Kraft. Es regelt die Entschädigungsansprüche von Heimatvertriebenen, Flüchtlingen und Bombengeschädigten.

Die Bundesrepublik Deutschland tritt dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bei.

Bei den Salzburger Festspielen wird die Oper “Die Liebe der Danae” von Richard Strauss uraufgeführt. Ursprünglich war die Premiere bei den Salzburger Festspielen 1944 geplant. Joseph Goebbels, Propagandaminister und seit Juli 1944 zum “Reichsbevollmächtigten für den totalen Kriegsdienst an der Heimatfront” ernannt, sagte die Festspiele angesichts der Kriegslage ab.

15.8.1952, Freitag

Der 26-Jährige Brite Victor Birchett und der 27-Jährige ägyptische Journalist Abdel Monem durchschwimmen in 16 Stunden den Ärmelkanal. Elf Schwimmer waren bei den Startpunkten Kape Nez Gris und Dover angetreten.

Norwegens Regierung weigert sich, die Militärdienstzeit entsprechend dem NATO-Abkommen vom 25. Februar auf zwei Jahre zu erhöhen. Die Dienstzeit bei den norwegischen Luftstreitkräften und der Marine beträgt 18 Monate, bei der Armee ein Jahr.

16.8.1952, Samstag

Die UdSSR lehnt den von den Westmächten vorgelegten Entwurf eines Vertrages mit Österreich, der einen sofortigen Abzug der sowjetischen Besatzungstruppen zur Folge hätte, ab. Die Moskauer Regierung erklärt sich jedoch bereit, die am 15. Dezember 1950 abgebrochenen Verhandlungen über einen Staatsvertrag mit Österreich fortsetzen.

Um vorsorglich der Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Kinderlähmung vorzubeugen, verlängert das nordrhein-westfälische Kultusministerium die diesjährigen Schulferien um 14 Tage bis zum 15. September.

Der 45-Jährige ehemalige Leiter des bayerischen Landesentschädigungsamtes, Philipp Auerbach, begeht Selbstmord. Auerbach war zwei Tage zuvor zu zweieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden.

17.8.1952, Sonntag

Die Bundesregierung der Schweiz teilt auf Anfrage Bonns mit, dass der Visumzwang zwischen beiden Ländern nicht aufgehoben werde. Zunächst müsse erst der Generalvertrag in Kraft treten, und ferner sei der Visumzwang “im Hinblick auf gewisse politisch unerwünschte Elemente und mit Rücksicht auf unseren Arbeitsmarkt” geboten.

Bundespräsident Theodor Heuss weiht den Soldatenfriedhof von Hürtgen, den größten Gefallenenfriedhof der Bundesrepublik Deutschland, ein.

18.8.1952, Montag

In Frankreich wird erstmals ein Hubschrauber zur Verkehrsüberwachung eingesetzt. Im Raum Paris koordiniert er über eine Funkverbindung mit der Polizei den Rückreiseansturm der Franzosen nach dem Ferienende.

Bei seinem Versuch, von der Insel Sylt nach Amrum zu schwimmen, ertrinkt der Dauerschwimmer Otto Kemmerich. Die Leiche des 66-Jährigen Marathonschwimmers wird im Meer bei Wyk auf Föhr geborgen.

19.8.1952, Dienstag

Nach Beilegung der Stahlarbeiterstreiks durch Lohn- und Gehaltserhöhungen am 24. Juli erhöht die US-amerikanische Regierung die Preise für Stahl.

Der 75. Katholikentag wird in Berlin (West) eröffnet. Während der sechstägigen Veranstaltung erwarten die Organisatoren über 100 000 Besucher, darunter viele Teilnehmer aus der DDR.

20.8.1952, Mittwoch

Josef W. Stalin, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der UdSSR, beruft einen Parteitag für den 5. Oktober in Moskau ein. Es ist der erste Parteitag nach dem Zweiten Weltkrieg.

Kurt Schumacher, Vorsitzender der SPD, stirbt im Alter von 56 Jahren in Bonn. Schumacher prägte maßgeblich die Politik der Sozialdemokraten nach 1945.

21.8.1952, Donnerstag

Der iranische Ministerpräsident Mohammad Mossadegh ordnet die Bildung einer Regierungskommission an, die bis Februar 1953 alle rückständigen Steuern der Staatskasse zuführen soll.

22.8.1952, Freitag

Nach zweitägigen Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der Hohen Behörde der Montanunion, Jean Monnet, und der britischen Regierung erklären sich Vertreter der britischen Delegation bereit, in der Gemeinschaft der Montanunion mitzuarbeiten. Der Brite Cecil Weir wird ermächtigt, die Vertretung Großbritanniens in Luxemburg, dem Sitz der Hohen Behörde für Kohle-, Stahl- und Eisenindustrien Europas, zu führen.

Das Verteidigungsministerium in Bonn teilt in einer Pressekonferenz mit, dass Piloten und anderes Flugpersonal der zukünftigen bundesdeutschen Luftstreitkräfte von der britischen Luftwaffe ausgebildet werden. Erste Anwerbestellen existieren bereits.

Die Ordentliche Delegiertenkonferenz des Verbandes Deutscher Studentenschaften geht in Oberammergau zu Ende. In einer Resolution plädieren die studentischen Vertreter für eine zügige Reform des Hochschulbetriebs. u.a. wird das Fehlen von Professorenstellen im Bereich der Politikwissenschaften für Vorlesungen über historischen und dialektischen Materialismus kritisiert.

23.8.1952, Samstag

Die Sowjetunion erneuert in einer Note an die Westmächte ihr Angebot einer Viermächte-Konferenz zur Klärung des Status Deutschlands und gesamtdeutscher Wahlen.

Der Film “Quax, der Bruchpilot” mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle wird nach siebenjährigem Verbot der Alliierten in der Bundesrepublik Deutschland freigegeben.

24.8.1952, Sonntag

Straßenweltmeister der Radprofis wird in Luxemburg der Deutsche Heinz Müller aus der Bundesrepublik. Der Erfolg des bisherigen Außenseiters wird in der Sportwelt als Sensation aufgenommen.

Die Anhänger der Freikörperkultur veranstalten ihre eigenen Olympischen Spiele am Neunburger See in der Schweiz. Sie missbilligen die offizielle Olympiade als eine “Maskerade”, die dem antiken Vorbild widerspreche. Aus allen Teilen Europas beteiligen sich die Anhänger des Nudistenkultes an dem sportlichen Ereignis.

25.8.1952, Montag

Nationalchinesische Freischärler führen ein erfolgreiches Landemanöver auf dem chinesischen Festland nahe der Hafenstadt King Chen Wei durch. Sie nehmen 125 Gefangene und kehren nach Formosa (Taiwan) zurück.

Die Bundesregierung entschließt sich zum Rückkauf von 16 Schwimmdocks, die 1945 von Großbritannien beschlagnahmt wurden. Der Preis für die in Hamburg ankernden Docks beträgt 15,02 Mio. DM.

26.8.1952, Dienstag

William Jones, Präsident der US-amerikanischen Ölgesellschaft “Cities Services” inspiziert iranische Ölförderungsanlagen, um festzustellen, welche Maßnahmen für eine Wiederaufnahme der iranischen Ölförderung nötig sind. Der Iran hatte die US-amerikanische und die britische Regierung um finanzielle Unterstützung ihrer Ölförderung gebeten.

27.8.1952, Mittwoch

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen enden im Luxemburger Stadthaus die Verhandlungen über die deutschen Wiedergutmachungszahlungen an Israel. Der Termin für die Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens wird auf den 10. September festgelegt. Das Verhandlungsergebnis sichert dem Staat Israel insgesamt 3 Mrd. DM als Entschädigung für die Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu.

Auf der Londoner Rundfunk- und Fernsehausstellung werden u.a. das erste Bildtelefon und ein Unterwasserfernseher vorgestellt.

Der “Deutsche Evangelische Kirchentag” in Stuttgart wird eröffnet. Die Veranstaltung steht unter dem Motto “Wählt das Leben”. Gläubigen aus der DDR ist von seiten der DDR-Regierung der Besuch der Veranstaltung verboten.

28.8.1952, Donnerstag

Das japanische Parlament wird durch Verfügung Kaiser Hirohitos aufgelöst. Neuwahlen werden für den 1. Oktober festgesetzt. Hirohito folgt damit der Forderung der Oppositionsparteien, die aus Protest gegen den Friedensvertrag zwischen Japan und den USA eine Regierungsneubildung wünschen.

Die sterblichen Überreste der Preußenkönige Friedrich des Großen und Friedrich Wilhelm I. werden auf das Stammschloss des Geschlechts bei Hechingen in Südwürttemberg überführt. Während des Zweiten Weltkrieges waren die Sarkophage von US-amerikanischen Truppen aus einem Thüringer Bergwerk, wo sie aus Sicherheitsgründen untergebracht waren, nach Marburg an der Lahn transportiert worden.

29.8.1952, Freitag

Der am 9. April durch einen blutigen Putsch an die Macht gekommenen bolivianischen Regierung gelingt es in La Paz, einen terroristischen Plan zum Sturz von Präsident Victor Paz Estenssoro zu vereiteln. Mitglieder der “Sozialistischen Falange Boliviens” werden festgenommen.

Die Bundesregierung in Bonn verabschiedet das Gesetz zur Tabaksteuerreform. Zukünftig kostet eine Zigarette nicht mehr zehn, sondern nur acht Pfennig, und der Preis für Feinschnitt-Tabak fällt von 32 auf 30 DM pro kg.

In Frankfurt am Main findet eine öffentliche Diskussion namhafter Juristen zum Thema “Todesstrafe” statt. Hintergrund der Diskussion sind die im Bundestag eingebrachten Anträge auf Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Deutsche Partei und die Föderalistische Union.

30.8.1952, Samstag

Das philosophische Hauptwerk des Franzosen Jean-Paul Sartre, “Das Sein und das Nichts”, erscheint in deutscher Sprache. In Frankreich ist das Werk bereits seit zehn Jahren im Handel.

Eine neuartige Kehrmaschine wird von dem Automobilkonzern Daimler-Benz AG in Stuttgart-Untertürkheim vorgestellt. Das Fahrzeug kann mit seiner Rechtslenkung ganz dicht an die Bordsteine heranfahren und dadurch den Straßenschmutz besser aus der Rinne saugen.

31.8.1952, Sonntag

Irans Ministerpräsident Mohammad Mossadegh lehnt den Vorschlag Großbritanniens und der USA ab, den Weltgerichtshof über die Rechtmäßigkeit der Verstaatlichung anglo-amerikanischer Ölfirmen im Iran entscheiden zu lassen.

Der Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland, Franz Blücher (FDP), eröffnet die neunte Internationale Frankfurter Herbstmesse.

Bei einem Autorennen auf dem Grenzlandring bei Wegberg im Rheinland verliert der West-Berliner Helmut Niedermeyer die Gewalt über sein Fahrzeug und fährt in die Zuschauerränge. Dabei kommen neun Menschen ums Leben, 50 Zuschauer werden z.T. schwer verletzt.

Die Britischen Flugzeugwerke stellen den mit vier Strahltriebwerken ausgestatteten Bomber “Avro 698” vor.