Aufnahme in den Völkerbund, Friedensnobelpreis für Briand und Stresemann

Aufnahme in den Völkerbund, Friedensnobelpreis für Briand und Stresemann
Gustav Stresemann auf der Generalversammlung des Völkerbundes. Bundesarchiv, Bild 102-08488 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1926:

Die beste politische Nachricht des Jahres kommt für Deutschland aus Genf, wo der Völkerbund die Aufnahme des Deutschen Reiches beschließt. Acht Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges tritt mit dieser feierlichen Krönung des Locarnopakts von 1925 so etwas wie eine Normalisierung der internationalen Beziehungen ein. Weil das lange geächtete Deutsche Reich im Vertrag von Locarno seine Westgrenzen gegenüber Frankreich garantierte und damit auf Elsass-Lothringen verzichtet, ist der Weg frei für Entspannung auch mit dem unversöhnlichsten der ehemaligen Kriegsgegner. Welche Hoffnungen und Erwartungen sich an den deutschen Völkerbundsbeitritt knüpfen, illustrieren die Worte des französischen Außenministers Aristide Briand, der die umjubelte Antrittsrede Gustav Stresemanns beantwortet: »Zu Ende ist die Serie der blutigen und schmerzlichen Zusammenstöße, von denen alle Blätter der Geschichte der Vergangenheit erfüllt sind, zu Ende ist der Krieg zwischen uns.« Wie zur Beschwörung dieser Überzeugung verleiht das Stockholmer Nobelkomitee den Außenministern Briand und Stresemann 1926 den Friedensnobelpreis.