Die Rechte macht gemeinsam Front – die Linke zerfällt weiter

Die Rechte macht gemeinsam Front – die Linke zerfällt weiter
Die grossen Mai-Unruhen in Berlin (1. Mai 1929): Barrikade herangeschleppt wurden, werden von der Polizei beseitigt. Bundesarchiv, Bild 102-07707 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1929:

Die Rechtsparteien, die von Alfred Hugenberg geführten Deutschnationalen und Hitlers Nationalsozialisten, nutzen die Schwäche der Regierung zu einer gemeinsamen Kampagne gegen die »Versklavung des deutschen Volkes« durch den Young-Plan. Der von der Rechten initiierte Volksentscheid findet zwar keine Mehrheit, die NDSAP ist aber durch das Zusammengehen mit Hugenberg »hoffähig«, d. h. wählbar geworden. In einigen Länderregierungen, wie in Thüringen und Sachsen, nehmen die Nationalsozialisten Schlüsselpositionen ein, im Stadtrat von Coburg verfügen sie zuerst über die absolute Mehrheit.

Während die Rechte einig ist, driftet die Linke auseinander. Als die Polizei der sozialdemokratisch regierten Reichshauptstadt Berlin im sozialdemokratisch geführten Preußen bei einer – verbotenen – Demonstration der KPD am 1. Mai (»Berliner Blutmai«) vom Schießbefehl so ausgiebig Gebrauch macht, dass mehr als 30 Menschen sterben, sieht die KPD ihre These bestätigt, die Sozialdemokratie sei der Hauptfeind in der Auseinandersetzung der Klassen. Bei vielen SPD-Anhängern verschwimmt der Unterschied zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten.