Was geschah im April 1922

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Wetterstationen April 1922

1.4.1922, Samstag

In den Vereinigten Staaten beginnen umfangreiche Streiks der Bergarbeiter und Eisenbahner. Zunächst treten 600 000 Bergarbeiter in den Ausstand. Sie fordern höhere Löhne und die Herabsetzung der Arbeitszeit.

Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) empfängt in Berlin Vertreter verschiedener Wohlfahrtsverbände, um eine Sammlung für notleidende alte Menschen anzuregen.

Karl I., der ehemalige Kaiser von Österreich und als Karl IV. König von Ungarn, stirbt auf der Insel Madeira, wo er mit seiner Frau und den Kindern in der Verbannung lebte.

Bad Pyrmont, ein vor dem Weltkrieg beim Hochadel beliebter Kurort, tritt offiziell in das Land Preußen ein.

Durch Eingemeindung wird Leipzig zur viertgrößten Stadt des Deutschen Reiches.

Für die am 10. April beginnende Wirtschaftskonferenz in Genua werden zusätzlich zwei Linien für den Telegrammverkehr eingerichtet.

Die Deutsche Reichsbahn erhöht die Gütertarife um 40%.

Für einen US-Dollar erhält man derzeit 304 Mark.

Im Deutschen Reich wird der am 21. März 1921 unterbrochene regelmäßige Luftpostverkehr wieder aufgenommen.

2.4.1922, Sonntag

Der Hugenberg-Konzern bringt die “Berliner Illustrierte Nachtausgabe” heraus. Gleichzeitig geht die “Berliner Abendpost” in die “Berliner Allgemeine Zeitung” über, außerdem wird die “Welt am Abend” gegründet. Letztere übernimmt später Willi Münzenberg und legt damit den Grundstein für einen kommunistischen Medienkonzern.

In Argentinien wird der bisherige Botschafter des Landes in Paris, Marcelo Torcuato de Alvear, zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Er tritt sein Amt am 12. Oktober an.

In Frankfurt am Main wird die bis zum 8. April dauernde Frühjahrsmesse feierlich eröffnet.

In New York findet die Uraufführung des Films “Zahltag” von Schauspieler und Regisseur Charlie Chaplin statt.

Der Vorjahressieger Graf Giulio Masetti gewinnt auf Mercedes das sizilianische Targa-Florio-Rennen.

3.4.1922, Montag

Auf Vorschlag von Wladimir I. Lenin wird in Moskau Josef W. Stalin zum Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Russlands (Bolschewiki) gewählt. Die Schaffung dieses Amts beschloss der XI. Parteitag, der vom 27. März bis 2. April hier in Moskau stattfand.

Eine sowjetische Regierungskommission befürwortet die Wiederzulassung von privaten Kraftfahrzeugen in Sowjetrussland.

4.4.1922, Dienstag

Bei einem Bombenattentat auf einen angesehenen Bürgerklub in der ungarischen Hauptstadt Budapest kommen sechs Menschen ums Leben. Wie sich später herausstellt, waren sie alle jüdischen Glaubens. Von den Tätern fehlt jede Spur, man nimmt jedoch an, dass der Anschlag politische Hintergründe hat.

Der deutsche Physiker Albert Einstein hält vor dem Collège de France in Paris eine Vorlesungsreihe über die Relativitätstheorie.

5.4.1922, Mittwoch

Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) gibt öffentlich bekannt, dass sich die deutsche Regierung beim Völkerbund in Genf in der umstrittenen Frage der Weichseldörfer weiterhin zugunsten eines Anschlusses an das Deutsche Reich einsetzen werde.

Eine am 2. April begonnene Exekutivkonferenz der sozialistischen und kommunistischen Internationalen endet in Berlin mit der Entschließung, einen gemeinsamen internationalen Kongress vorzubereiten.

Das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus genehmigt auf seiner Sitzung in Prag einen am 29. Mai 1920 mit dem Deutschen Reich geschlossenen Wirtschaftsvertrag.

Die erstmals herausgegebene Zeitschrift “Der Weg zum Osten” veröffentlicht einen Beitrag zum Eisenbahnverkehr in Sowjetrussland.

Auf ihrer Tagung in Potsdam bildet die astronomische Gesellschaft eine Kommission, die eine Expedition zur am 22. September stattfindenden Sonnenfinsternis im indischen Archipel vorbereiten soll.

6.4.1922, Donnerstag

Vor zahlreich erschienenem Publikum spricht der ehemalige Schachweltmeister Emanuel Lasker in Frankfurt am Main über übersinnliche Kräfte.

Zum zweiten Mal findet anlässlich der Frankfurter Messe im Haus der Bücher eine Buchmesse statt. Sie war erstmals im Herbst des vergangenen Jahres veranstaltet worden.

Der Reichstag genehmigt einen Gesetzentwurf, wonach künftig im Deutschen Reich auch Frauen als Schöffen oder Geschworene zugelassen sind.

In der ostsibirischen Hafenstadt Wladiwostok bilden bolschewistische Soldaten eine neue Regierung, nachdem die bisherige, den Japanern nahestehende russische Stadtverwaltung geflohen ist.

7.4.1922, Freitag

Reichstagspräsident Paul Löbe (MSPD) stellt vor dem Reichstag einen Antrag auf Abhilfe der Zeitungsnot.

In der “Breslauer Volkswacht” plädiert der Führer der bayerischen Sozialdemokraten, Erhard Auer, für eine Neugliederung des Deutschen Reiches. Er schlägt vor, das nach seiner Ansicht zu große Land Preußen in mehrere Bundesstaaten aufzuteilen, damit eine für alle Länder gleichberechtigte Politik möglich wird.

Auf Anfrage des Haushaltsausschusses diskutieren die Reichstagsabgeordneten die Frage, ob eine Beamtin mit einem unehelichen Kind für den Staatsdienst tauglich ist. Das Parlament kommt zu keiner Einigung.

In Essen und Duisburg geht ein Binnenschifffahrtskongress zu Ende. Als besonders interessant wurde von den Teilnehmern der Vorschlag einer Internationalisierung aller großen europäischen Ströme wie Rhein, Donau und Elbe aufgenommen.

Erstmals wird von einem Flugzeugzusammenstoß berichtet. Über Poix kollidieren eine DH 18 der Daimler Airways und ein Farman Goliath der Linie Grand Express.

8.4.1922, Samstag

In Leipzig beginnt eine internationale Studentenkonferenz (bis 10.4.). Es wird u.a. beschlossen, eine internationale Studentenkarte einzuführen.

Die Badische Anilin- und Sodafabrik spendet der Städtischen Straßenbahn von Mannheim 100 000 Mark, um die Aufrechterhaltung des Nahverkehrs zu gewährleisten.

In Berlin wird die Preusische Landesbühnen GmbH gegründet. Sie hat die Aufgabe, die gemeinnützige Theaterpflege in Preusen zusammenfassend zu organisieren und eine Neuregelung des Landestheaterwesens durchzuführen. Die Gründung kommt auf Anregung des Haushaltsausschusses im preußischen Abgeordnetenhaus zustande.

9.4.1922, Sonntag

Frankreichs Ministerpräsident Raymond Poincaré behauptet in einer offiziellen Stellungnahme, dass die bayerische Schutzpolizei eine über den im Versailler Vertrag festgelegten Rahmen hinausgehende militärische Ausbildung erhalte.

15 französische Soldaten kommen in der oberschlesischen Stadt Gleiwitz (Gliwice) bei einer Explosion ums Leben, als sie in einem Gebäude nach versteckten Waffen suchten.

10.4.1922, Montag

In Genua beginnt die internationale Wirtschafts- und Finanzkonferenz, an der Vertreter aus 28 Staaten teilnehmen, darunter Delegierte aus Moskau. Die USA lehnten die Teilnahme an der bis 19. Mai dauernden Tagung ab.

Bei den Landtagswahlen in der österreichischen Stadt Salzburg erhalten die in einer Wählergemeinschaft zusammengeschlossenen Parteien, Christlichsoziale, Bauernbund und Nationalsozialisten, die Mehrheit. Es folgen die Sozialdemokraten und Großdeutsche.

11.4.1922, Dienstag

Das in den Vereinigten Staaten verabschiedete Zollgesetz erteilt dem Präsidenten weitreichende Befugnisse. Er erhält das Recht, Zollraten zu verändern sowie die Einfuhr bestimmter Waren gänzlich zu verbieten.

Wegen Choleragefahr in der russischen Stadt Charkow ordnet die Sowjetregierung einen “Sauberkeitsmonat” an. Institutionen und Privatpersonen werden zu obligatorischen Sanitätsdiensten herangezogen.

Als erstes mit Kajüten ausgerüstetes Passagierschiff der Hamburg-Amerika-Linie nach dem Krieg verlässt die “Resolute” den Hamburger Hafen Richtung Atlantik. Einer der Passagiere ist der Berliner Theaterkritiker Alfred Kerr, der sich mehrere Wochen in den USA aufhalten wird.

12.4.1922, Mittwoch

In Kopenhagen enden die mehrmals unterbrochenen Verhandlungen zwischen Dänemark und dem Deutschen Reich, bei denen wirtschaftliche, finanzielle und territoriale Probleme geklärt wurden.

Am Städtischen Opern- und Schauspielhaus von Hannover wird “Christus” von August Strindberg uraufgeführt.

13.4.1922, Donnerstag

In der Mannheimer Kunsthalle wird eine graphische Ausstellung unter dem Titel “Das Gesicht der Zeit” eröffnet. Auf der von Gustav F. Hartlaub organisierten Ausstellung sind u.a. Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Emil Nolde, Felix Müller, Ernst Heckel, Oskar Kokoschka und Max Beckmann zu sehen.

14.4.1922, Freitag

Die französische Regierung verlangt von der sächsischen Landesregierung in Dresden eine Entschädigung in Höhe von 50 000 Mark für eine Ohrfeige, die der Sekretär des französischen Konsuls nachts auf einer Straße in Dresden erhielt. Der Konsul soll sich einer sächsischen Dame gegenüber ungebührlich betragen haben.

15.4.1922, Samstag

Ein plötzlicher Wetterumschwung, der Temperaturen bis zu 25 in Südwestdeutschland bringt, lässt ein phantastisches Osterwetter erwarten. Am Dienstag hatte es noch geschneit. Die Hoffnung auf eine dauerhafte Schönwetterzeit in Mitteleuropa erfüllt sich jedoch nicht.

In Berlin wird eine bis zum 30. April dauernde Sportausstellung eröffnet.

16.4.1922, Sonntag

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus in Washington genehmigt den neuen Marineetat; die Truppenstärke der Marine wird auf insgesamt 86 000 Mann festgelegt.

Korrespondenten aus Moskau berichten, dass die dortige Polizei angewiesen wurde, administrative Maßnahmen gegen Ausländer nach Möglichkeit zu vermeiden. Außerdem sind weitgehende Amnestien, z. B. für ehemalige weißgardistische Offiziere, angekündigt.

Die “Frankfurter Zeitung” beginnt mit dem Abdruck bisher unveröffentlichter Texte des russischen Schriftstellers Fjodor M. Dostojewski. Die Manuskripte waren erst nach dem Tod des Autors gefunden worden. Einen Teil der Schriftstücke hat die Redaktion für einen Abdruck erworben. u.a. befinden sich darunter noch nicht gedruckte Abschnitte aus dem Roman “Die Dämonen”.

Zu den Osterfeiertagen herrschen nach langer Kälte nun endlich mildere Temperaturen, so dass viele Großstädter Ausflüge unternehmen.

In Rapallo bei Genua schließen die sowjetische und die deutsche Konferenzdelegation einen Vertrag, der u.a. die gegenseitige völkerrechtliche Anerkennung beinhaltet.

17.4.1922, Montag

Wolfgang Kapp stellt sich den deutschen Behörden und wird von Schweden kommend in Saßnitz auf Rügen verhaftet.

In Dublin wird auf Michael Collins ein Mordanschlag verübt, wobei jedoch niemand verletzt wird. Es kommt daraufhin erneut zu verstärkten Unruhen in Irland.

18.4.1922, Dienstag

Zwei türkische Politiker, Bha Eddin Chakir und Djemal Azmy Bey, werden in Berlin von zwei Mitgliedern einer armenischen Geheimorganisation ermordet. Die Opfer des Attentats gehörten zur türkischen Kriegspartei, die von den Exilarmeniern für die Verfolgung ihres Volkes in der Türkei verantwortlich gemacht wird.

In der oberschlesischen Stadt Gleiwitz (Gliwice) erschießt ein unerkannt bleibender Mann einen Stadtverordneten und Führer der polnischen Partei Oberschlesiens. Über Gleiwitz und Umgebung wird daraufhin der Belagerungszustand verhängt.

Vertreter aus 28 Ländern nehmen an dem Esperanto-Kongress in Genf teil. Die internationale Sprache Esperanto wird im Deutschen Reich in 123 Städten an öffentlichen Schulen unterrichtet.

19.4.1922, Mittwoch

In Genua kommen der britische Premierminister David Lloyd George und die Leiter der deutschen Delegation, Kanzler Joseph Wirth (Zentrum) und Außenminister Walther Rathenau (DDP), erstmals nach dem Abschluss des Rapallo-Vertrages zu klärenden Gesprächen zusammen.

Abgeordnete der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) bemängeln in einer Anfrage an den Reichstag den hohen Anteil von Juden in der Delegation des Deutschen Reiches auf der gegenwärtig stattfindenden internationalen Wirtschaftskonferenz in Genua.

20.4.1922, Donnerstag

In Rom beginnt der zweite Kongress des internationalen Gewerkschaftsbundes auf dem 101 Delegierte Gewerkschaftsorganisationen aus 19 Ländern vertreten. Er dauert bis zum 22. April.

In Berlin erscheint das deutsche Weißbuch über die vom deutschen Reich geleisteten Reparationszahlungen und Sachleistungen seit dem Monat Mai des vergangenen Jahres.

21.4.1922, Freitag

Das Deutsche Reich und Finnland schließen in Helsingfors (Helsinki) ein vorläufiges Handelsabkommen.

Bei nur 3 über Null setzt am Vormittag in Berlin heftiges Schneetreiben ein und beendet das schöne Osterwetter.

22.4.1922, Samstag

Frankreichs Regierung kündigt in einem Brief an den italienischen Ministerpräsidenten Luigi Facta an, dass sie die Annullierung des Rapallo-Vertrages erwirken wolle.

Im Rahmen des vom Frankfurter Schauspielhaus veranstalteten “Zyklus moderner Dramen” wird Arnolt Bronnens “Vatermord” uraufgeführt.

In Paris werden die “Fünf Orchesterstücke” des Komponisten Arnold Schönberg zum ersten Mal in einem öffentlichen Konzert gespielt.

23.4.1922, Sonntag

In ihrem 6. Fußballländerspiel gegen Österreich kann die deutsche Nationalmannschaft erstmals einen Sieg erringen. Sie schlägt in Wien die Österreicher 2:0.

Nach den Landtagswahlen in Schaumburg-Lippe bilden die Sozialdemokraten die stärkste Fraktion im Parlament.

Die interalliierte Kommission in Oberschlesien verbietet bis auf weiteres das Erscheinen der “Oberschlesischen Grenzzeitung” sowie die Einfuhr einiger auswärtiger Publikationen, z. B. des “Berliner Tageblatts” und des “Simplicissimus”.

24.4.1922, Montag

In Angora (Ankara) schließen Italien und die Türkei ein Abkommen, wodurch es Italienern künftig möglich ist, Konzessionen in der Türkei zu erwerben.

Im Kurhaus von Wiesbaden beginnt der viertägige 34. Kongress der deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. An ihm nehmen 700 Ärzte aus dem In- und Ausland teil.

Die “Münchener Medizinische Wochenschrift” berichtet von einem Entschluss der Ärzte aus dem sächsischen Leisnig, wegen der ständig steigenden Preise künftig nur noch die gültigen Brotpreise als Berechnungsgrundlage für das Honorar zu nehmen.

Auf einer Tagung in Weimar beschließen die Intendanten der Staats- und städtischen Theater, sich zur “Vereinigung deutscher Theaterintendanten”” zusammenzuschließen.

In Moskau unterzieht sich Wladimir I. Lenin einer Operation, wobei ihm eine Kugel aus der Schulter entfernt wird. Die Kugel war nach einem Attentat auf Lenin vor einigen Jahren steckengeblieben. Nach offiziellen Verlautbarungen ist Lenins Gesundheitszustand gegenwärtig befriedigend.

25.4.1922, Dienstag

In seiner Rede auf einem Empfang der Kölner Gesangvereine betont Reichspräsident Friedrich Ebert (MSPD) die Zusammengehörigkeit des Rheingebiets mit den übrigen deutschen Staaten und wendet sich damit entschieden gegen separatistische Bestrebungen in diesem Gebiet.

Der thüringische Landtag beschließt gegen die Stimmen der bürgerlichen Parteien, den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag zu erklären.

Bei der Aufführung von “Le Cocu magnifique” (“Der gewaltige Hahnrei”) im Moskauer Popowa-Theater führt der auch in Westeuropa bekannte sowjetrussische Theaterregisseur Wsewolod E. Mejerchold erstmals seine neue Theatersprache der Öffentlichkeit vor.

26.4.1922, Mittwoch

Zum ersten Mal auf der Bühne zu sehen ist das von Friedrich Hölderlin übersetzte Stück “Ödipus Tyrann”” von Sophokles. Die Uraufführung findet unter großem Beifall am Hessischen Landestheater in Darmstadt statt.

Weite Teile des Münchener Tierparks in Hellabrunn müssen wegen finanzieller Not geschlossen werden.

Die Stadtverwaltung von Frankfurt am Main gibt bekannt, dass sie die von der Polytechnischen Gesellschaft geführte Kunstgewerbeschule übernommen hat und beabsichtigt, diese Schule mit der Städelschen Kunstschule zu einer gemeinsamen Akademie für freie und angewandte Kunst zu verbinden.

Der Verlag Hermann Reckendorf gründet in München eine neue Zeitschrift mit dem Titel “Die Form, Monatsschrift für gestaltende Arbeit”.

Wie der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, hat am 1. Mai grundsätzlich Schulunterricht stattzufinden, da dies kein gesetzlicher Feiertag in Preußen ist.

27.4.1922, Donnerstag

Die Parteien des Rheinlandes verabschieden in Königswinter eine Entschließung, worin sie sich entschieden gegen separatistische Bestrebungen wenden.

In der von Rudolf Breitscheid herausgegebenen Zeitschrift “Der Sozialist” äußern sich zwei ehemalige Mitglieder der linksorientierten Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) über eine schon länger anhaltende Krise in ihrer einstigen Partei.

Das seit März unabhängige ägyptische Königreich gibt die Einführung einer neuen Nationalflagge bekannt. Sie hat einen grünen Grund mit einem weißen Halbmond und weißen Sternen. In der islamischen Welt ist grün die Farbe des Kalifats.

In Berlin wird der von Regisseur Fritz Lang gedrehte Film “Dr. Mabuse” uraufgeführt.

28.4.1922, Freitag

In Würzburg treffen die Finanzminister aller deutschen Länder zu einer zweitägigen Konferenz über den Finanzausgleich zusammen. Die Sitzung muss ohne konkretes Ergebnis beendet werden.

Aus London wird bekannt, dass zum ersten Botschafter Sowjetrusslands im Deutschen Reich Leonid Krassin ernannt werden soll. Krassin, der Mitglied der sowjetischen Delegation in Genua ist, übt das Amt des Volkskommissars für Handel und Industrie aus und leitet gleichzeitig die sowjetische Handelsmission in London.

29.4.1922, Samstag

Auf einer Tagung des deutsch-osteuropäischen Wirtschaftsverbandes in Elberfeld (heute zu Wuppertal) begrüßen die Teilnehmer einmütig den Abschluss des deutsch-sowjetischen Rapallo-Vertrages.

30.4.1922, Sonntag

Der Aufstand der Bondelswarts, einer Bevölkerungsgruppe in Südwestafrika, wird von Truppen Südafrikas gewaltsam niedergeschlagen.