Krieg in Bosnien geht weiter – Jelzin schickt Truppen nach Tschetschenien

Krieg in Bosnien geht weiter – Jelzin schickt Truppen nach Tschetschenien
Tschetschenische Kämpfer mit einem zur Notlandung gezwungenen russischen Mil Mi-8. By Русский: Фото: Михаил Евстафьев{{energije P|Photo: Mikhail }} (Mikhail Evstafiev) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1994:

Der Bürgerkrieg in Bosnien geht 1994 mit unverminderter Heftigkeit weiter. Die Friedensbemühungen der Europäer bleiben vergeblich. Wiederholte Luftangriffe der NATO zum Schutz der von den Serben bedrohten muslimischen Enklaven bewirken für die Zivilbevölkerung nur eine kurze Atempause. Der Friedensvorschlag der sog. Bosnien-Kontaktgruppe, der eine Teilung des Landes im Verhältnis von 51:49 zwischen der kroatisch-muslimischen Föderation und den bosnischen Serben vorsieht, scheitert im August am Einspruch der bosnischen Serben. Erst an Heiligabend sorgt eine vom früheren US-Präsidenten Jimmy Carter vermittelte Feuerpause, die zu Neujahr in einen viermonatigen Waffenstillstand übergeht, für eine Beruhigung.

Die innenpolitische Lage in Russland bleibt instabil. Weil die wirtschaftlichen Reformen für die Masse der Bevölkerung gleichbedeutend sind mit Geldentwertung und Arbeitslosigkeit, sorgt im Oktober der galoppierende Wertverlust des russischen Rubel für Unruhe. Um die abtrünnige Kaukasusrepublik Tschetschenien unter seine Kontrolle zu bringen, lässt der russische Präsident Boris Jelzin dort am 11. Dezember Truppen einrücken. Der Tschetschenienkonflikt droht zu einem langwierigen Partisanenkrieg zu werden, der das internationale Renommee Jelzins beschädigt und auch innerhalb Russlands auf Kritik stößt.