Politisches Aufbegehren in der DDR, Polen und Ungarn

Politik und Gesellschaft 1988:

In der DDR verschärft das SED-Regime die Repressionen gegen innenpolitische Gegner. Nach den Verhaftungen am Rande der Rosa-Luxemburg-Demonstration im Januar 1988 in Berlin (Ost) werden zahlreiche Regimegegner zu Gefängnisstrafen verurteilt und anschließend in den Westen abgeschoben. Vor dem Hintergrund einer sich rapide verschlechternden Wirtschaftslage – 1988 steht die DDR kurz vor dem finanziellen Ruin – zeigt sich die Staats- und Parteiführung unfähig, dringend notwendige Reformen in die Wege zu leiten. In der Bevölkerung wächst der Unmut über Versorgungsmängel und politische Unterdrückung.

Östlich der Oder bringen die polnischen Arbeiter 1988 ihren Protest gegen das kommunistische Regime in ausgedehnten Streikaktionen zum Ausdruck. In Ungarn bahnen sich mit der Ablösung des langjährigen Parteichefs Jánós Kadar grundlegende Änderungen im politischen System an. Reformkommunistische Politiker gewinnen in Partei und Staat deutlich an Einfluss und leiten eine tiefgreifende Liberalisierung ein.