Schnörkellose Flugrouten

Verkehr 2001:

Weiter wachsende Verkehrsströme und die fast ungebremste Verlagerung vom öffentlichen zum Individualverkehr sowie beim Gütertransport von der Schiene auf die Straße kennzeichnen 2001 die Verkehrslage in Deutschland. Allerdings gibt es auch Veränderungen: In den ersten Monaten des Jahres veranlassen die stark gestiegenen Treibstoffpreise die Bundesbürger dazu, ihr Auto öfter stehen zu lassen. Wie die Mineralölwirtschaft mitteilt, sinkt der Verkauf von Ottokraftstoffen im ersten Quartal 2001 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 5,4%, der Diesel-Absatz geht um 1,6% zurück.

Die Terroranschläge in den USA vom 11. September haben zur Folge, dass viele Menschen auf Flugreisen verzichten. Etliche Airlines geraten dadurch in eine bedrohliche Lage.

Erst im April sind wegen des wachsenden Flugverkehrs in Deutschland im Rahmen der Neuordnung des europäischen Luftwegenetzes neue Flugrouten eingeführt worden, die für mehr Platz am Himmel sorgen. Die bereits 1993 beschlossene Reform der europäischen Flugrouten soll die Kapazität der Luftverkehrswege um 30% erhöhen. Grundlage ist eine Umstellung der Navigationstechnik: Bislang führten die Routen entlang sog. Flugfeuer, Funkanlagen am Boden, mit denen die Piloten ihre genaue Lage bestimmten. Deshalb waren die Maschinen häufig auf einem Zickzackkurs unterwegs. Künftig werden die Piloten durch Satelliten geleitet.

Geändert wird außerdem die vertikale Nutzung des Luftraums. Verkehr und Gegenverkehr sind nun vielfach auf derselben Flughöhe erlaubt, damit entstehen in der vertikalen Schichtung neue Kapazitäten. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung ist der Luftverkehr über Deutschland 2000 um 5,1% auf gut 2,6 Mio. Flüge gewachsen. Bis 2020 rechnet die DFS mit einer Verdoppelung. Auch auf der Erde nimmt der Verkehr weiter zu, insbesondere – trotz der kurzfristigen Delle infolge der hohen Benzinpreise – der im eigenen Pkw. »Die öffentlichen Verkehrsmittel sind eindeutig auf dem absteigenden Ast«, erklärt Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes, im April 2001 bei der Vorstellung der Ergebnisse des Mikrozensus vom Vorjahr. Demnach fahren die Deutschen immer häufiger mit dem Auto zur Arbeitsstelle – 2000 waren es 64% gegenüber 60% im Jahr 1996. Vor allem die Bewohner der neuen Bundesländer tragen zu dem erheblichen Anstieg bei. 1991 benutzte dort lediglich ein Drittel der Pendler das Auto für den Weg zur Arbeit, inzwischen sind es mit 61% beinahe so viele wie in Westdeutschland. Beträgt die Entfernung zum Arbeitsplatz mehr als 10 km, benutzen sogar über 80% der erwerbstätigen Bundesbürger den Pkw.

Unter Umweltgesichtspunkten ist dies der falsche Weg – wie eine Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) über die Umweltauswirkungen von Bus, Straßen- und U-Bahn im Vergleich zu denen des Pkw zeigt. Zwar werden Autos immer »sauberer«, doch liegt der Energieverbrauch beim Pkw durchschnittlich dreimal höher als im öffentlichen Nahverkehr. Der hat allerdings laut einer Studie des ADAC in Sachen Service noch einiges nachzuholen. Vor allem die Informationen zu Preisen und Verbindungen sind nach Angaben der Tester meist schwer zu durchschauen.