»Gastarbeiter« leben auf der Schattenseite

Arbeit und Soziales 1971:

Ausländische Arbeitnehmer sind in der Bundesrepublik nach wie vor sehr gefragt. Gegenüber dem Vorjahr steigt 1971 die Zahl der sog. Gastarbeiter um 17,8% auf rund 2 128 000 und erreicht damit einen neuen Höchststand.

Die »Gastarbeiter« leben mit ihren Familien weit unter dem Niveau ihrer deutschen Kollegen. Skrupellose Vermieter nutzen die Hilflosigkeit aus, die auf Verständigungsschwierigkeiten und Unwissenheit zurückzuführen ist. Kontrollen der Behörden ergeben, dass teilweise für menschenunwürdige Unterkünfte horrende Mieten gezahlt werden müssen.

Die Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften treibt auch die illegale Arbeitsvermittlung in die Höhe. Viele Ausländer geraten deshalb – häufig ahnungslos – mit dem Gesetz in Konflikt.

Der größte Teil der »Gastarbeiter« kommt aus Jugoslawien (21,7%), der Türkei (19,6%), Italien (18,7%), und Griechenland (12,1%).