Weiter unsichere Lage auf dem Balkan

Weiter unsichere Lage auf dem Balkan
Grbavica, Stadtteil von Sarajevo in Bosnien und Herzegowina.By LT. STACEY WYZKOWSKI (www.dodmedia.osd.mil) [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1996:

Der Friede in Bosnien-Herzegowina, erst im November 1995 nach dreieinhalb Jahren Bürgerkrieg durch militärische Gewalt der USA und anderer NATO-Staaten erzwungen, bedarf weiterhin des Engagements der internationalen Gemeinschaft. Nur auf Druck der USA und der Europäischen Union kommt es im September zu allgemeinen Wahlen in Bosnien-Herzegowina, ohne dass damit die Konflikte zwischen Muslimen, Kroaten und Serben schon überwunden wären. Einer der mächtigsten Politiker auf dem Balkan, der serbische Staatschef Slobodan Miloševic, sieht sich nach der Annullierung der Oppositionserfolge bei den Kommunalwahlen im November mit einer ständig anwachsenden Protestbewegung konfrontiert und muss deshalb im Februar 1997 einige Konzessionen machen. Er profitiert aber davon, dass seine unter der Bezeichnung »Zajedno« (Gemeinsam) antretenden Gegner ihrem Namen wenig Ehre machen und nach wenigen Monaten im Streit auseinandergehen.