Vorläufiger Frieden in Tschetschenien, andere Krisen bleiben bestehen

Vorläufiger Frieden in Tschetschenien, andere Krisen bleiben bestehen
1995: Tschetschenischer Kämpfer steht in der Nähe des zerstörten Regierungsgebäudes in Grosny. By Русский: Фото: Михаил ЕвстафьевEnglish: Photo: Mikhail Evstafiev (Mikhail Evstafiev) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1996:

An den Krisenherden dieser Welt stehen die Zeichen auf veränderlich: Im Bürgerkrieg in Tschetschenien muss Russland im August nach 20 Monaten Blutvergießen in einen Frieden einwilligen, der dem nach Autonomie strebenden Bergvolk im Kaukasus die Aussicht auf staatliche Unabhängigkeit offenlässt. Schon in sein 17. Jahr geht der Bürgerkrieg in Afghanistan, in dem die radikal-sunnitischen Talibanmilizen im September die Hauptstadt Kabul erobern, ohne dass damit der Konflikt beendet wird. In Zaire löst im Oktober der Versuch des todkranken Staatschefs Mobutu Sese-Seko, sich der aufsässigen Tutsi im Grenzgebiet zu Uganda, Ruanda und Burundi zu entledigen, einen Bürgerkrieg aus, der in nur sieben Monaten zum Sturz des Diktators führt. Auf das Eingreifen des irakischen Staatschefs Saddam Hussein in den bewaffneten Konflikt zwischen den beiden großen irakischen Kurdenparteien antworten die USA im September mit erneuten Luftangriffen, stehen jedoch – anders als beim Golfkrieg 1991 – diesmal fast ohne Verbündete da.