25. Dezember 1989: Blutiger Umbruch in Rumänien

25. Dezember 1989: Blutiger Umbruch in Rumänien
16. Dezember 1989: Demonstration in Timișoara, Rumänien - FOTO:FORTEPAN / Urbán Tamás [CC BY-SA 3.0]

+++ VOR 31 JAHREN +++

Anders als in den übrigen Staaten des Warschauer Paktes fordert die Revolution einen hohen Blutzoll. Der gestürzte rumänische Staats- und Parteichef Nicolae Ceauşescu und seine Frau Elena werden von einem Militärgericht verurteilt und hingerichtet. Der Diktator hatte sich bis zuletzt an die Macht geklammert.

Mit der Revolution in Rumänien, die nur eine Woche gedauert hat, verschwindet das letzte stalinistische Regime Osteuropas von der Bildfläche. Ausgangspunkt der Proteste ist der unvorstellbare Terror der berüchtigten Geheimpolizei »Securitate« und die wachsende Verelendung des Volkes. Nachdem die Niederschlagung einer Kundgebung in Temesvar am 16. Dezember nach Berichten von Augenzeugen 5000 Todesopfer forderte, weitete sich der Protest auf die Hauptstadt aus. Eine Jubelveranstaltung für Ceauşescu am 22. Dezember schlägt in eine machtvolle Protestkundgebung um. Das Präsidentenpaar flieht per Hubschrauber, wird aber am folgenden Tag verhaftet.

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Zeitungen zum 25.12.1989

Ein Militärgericht macht sie verantwortlich für den Tod von 60 000 Menschen und befindet sie für schuldig, die Wirtschaft ruiniert und Devisen in Höhe von 1 Mrd. Dollar ins Ausland geschafft zu haben. Nach dem Urteilsspruch wird das Ehepaar sofort hingerichtet.

Am 26. Dezember wird eine provisorische Regierung gebildet, zum Präsidenten der frühere kommunistische Funktionär Ion Iliescu ernannt. Aus der Sozialistischen Republik wird die Republik Rumänien. Die politische und wirtschaftliche Lage des verelendeten Landes bleibt instabil, da vielfach Repräsentanten des alten Systems in Schlüsselpositionen verharren.