US-Republikaner profitieren vom Völkerbund auf ihre Art

US-Republikaner profitieren vom Völkerbund auf ihre Art
Woodrow Wilson (1919), By Harris & Ewing [Public domain], via Wikimedia Commons

Politik und Gesellschaft 1920:

Trotz aller Kriege und Krisen ist weltweit auch eine Sehnsucht nach Frieden spürbar. Große Erwartungen werden in den Völkerbund gesetzt, der Mitte November in Genf als übernationale Organisation zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt.

Die Gründung des Völkerbunds geht u. a. auf das Engagement des US-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson zurück, der damit allerdings in seinem eigenen Land auf zunehmenden Widerstand stößt. Die Abneigung vieler US-Amerikaner gegen feste außenpolitische Verpflichtungen in anderen Teilen der Welt führt bei den Präsidentschaftswahlen Anfang November in Washington zu einer Wachablösung: Mit dem erdrutschartigen Sieg von Warren G. Harding beginnt eine zwölfjährige Herrschaft der Republikaner in den USA und damit die Phase ihres sog. Isolationismus.

In Großbritannien eskaliert nach Einbringung des Irland-Gesetzes in das Londoner Parlament der Kampf um die Unabhängigkeit Irlands. Dabei setzt die britische Regierung u. a. die wegen ihrer brutalen Methoden berüchtigte Polizeispezialeinheit »black and tans« gegen die irische Unabhängigkeitsbewegung ein, die nicht nur mit militanten Aktionen, sondern auch mit Formen zivilen Ungehorsams und Hungerstreiks für ein freies Irland kämpft.