30. April 2009: Chrysler insolvent – anschließender Einstieg von Fiat

30. April 2009: Chrysler insolvent – anschließender Einstieg von Fiat
Chrysler und Fiat - SurfAst [CC BY-SA 3.0 or GFDL], from Wikimedia Commons

+++ VOR 10 JAHREN +++

Nach der Insolvenz des maroden US-Automobilkonzerns Chrysler ist die Sanierung durch den Einstieg von Fiat geplant.

Es ist die Rettung in buchstäblich letzter Sekunde: Erst war eine Beteiligung von Fiat bei Opel im Gespräch, jetzt steigt der italienische Autobauer beim insolventen US-Konzern Chrysler ein, Fiat sichert zu, seine Technologie einzubringen und neue Fahrzeuge zu entwickeln. Chrysler hat wie die Opel-Mutter General Motors enorme Liquiditätsprobleme. Bislang erhielt das Unternehmen vier Milliarden Dollar an Staatshilfen. Die US-Regierung hatte weitere Hilfen an einen funktionierenden Sanierungsplan geknüpft. Präsident Obama hatte jede weitere Unterstützung für Chrysler ausdrücklich von einer Partnerschaft mit Fiat abhängig gemacht, da Chrysler alleine nicht überlebensfähig sei.

Vor der Bekanntgabe der Allianz hatte die US-Regierung angekündigt, dass Chrysler Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts beantragen wird. Dieses geordnete Insolvenzverfahren ermöglicht es dem Unternehmen, seinen Betrieb zunächst aufrecht zu erhalten und zu sanieren, ohne die Forderungen der Gläubiger bedienen zu müssen.

.

Zeitungen zum 30.04.2009

Hintergrund: Autoindustrie in der Krise Kaum eine Branche trifft die Rezession so stark wie die Autobauer. Fallende Absätze, geringere Produktion, weniger Arbeit – das sind die Tatsachen, womit sie konfrontiert werden. Vor allem in den USA droht den »Big Three« – General Motors, Ford und Chrysler – die Insolvenz. Für letzteren kommt das Angebot von Fiat als Rettung in letzter Sekunde. Hunderttausende von Arbeitsplätzen sind in Gefahr. Aber auch in Deutschland sieht die Situation alles andere als gut aus. Immer mehr Autobauer und Zulieferer schicken ihre Mitarbeiter in die Kurzarbeit, verzichten auf Leiharbeiter und drosseln die Produktion.

Ungewiss ist dabei besonders das Schicksal von Opel. Das Unternehmen benötigt Staatshilfen, die allerdings an zukunftsweisende Pläne geknüpft sind. Eine Ablösung vom Mutterkonzern GM wird angestrebt, ein Überleben allerdings ist nur mit einem Investor möglich.