Fedra/Phaedra 1820 und 2007

Oper und Operette 2008:

Natürlich gibt es auch im Jahr 2008 wieder solche Fundstücke, beispielsweise die Oper »Fedra« des aus Bayern stammenden Komponisten Simon Mayr, der einen Großteil seines Lebens in Bergamo verbrachte und als Vater der italienischen Oper des 19. Jahrhunderts gilt. »Die Komponisten unserer Tage sollen die Opern unseres Papa Mayr studieren, und sie werden darin alles finden, was sie suchen und was ihnen von Nutzen ist«, schrieb kein Geringerer als Gioacchino Rossini. Premiere feierte das Stück 1820 an der Mailänder Skala, seine deutsche Erstaufführung erlebt es nun Ende März in Braunschweig.

Den Stoff hat das antike Drama um die Frau des Athener Königs Theseus, deren Liebe zu ihrem Stiefsohn Hippolytos unerwidert bleibt, mit der jüngsten Oper von Hans Werner Henze gemeinsam. Dessen »Phaedra« wird im September 2007 in der Berliner Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt. Eine »Konzertoper« nennt der Komponist das Stück, möglicherweise deshalb, weil der seinerzeit 77-Jährige bei der Premiere von »L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe« 2003 in Salzburg verkündet hatte, nun werde er keine weitere Oper mehr schreiben. Henze, der gern mythologische Stoffe für seine musikdramatischen Werke nutzt, gelingt jedenfalls eine überzeugende Umsetzung: In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift »Opernwelt« wird seine »Phaedra« zur Uraufführung des Jahres bestimmt.