Die Kirch-Krise und die Folgen

Politik und Gesellschaft 2002:

Am 8. April muss die KirchMedia, das Herzstück der Münchener KirchGruppe, Insolvenz anmelden. Um Kirchs Erbe entbrennt ein heftiges Ringen zwischen verschiedenen Interessenten. Dabei geht es zum einen um die Sender selbst, zum anderen um die von Kirch gehaltenen Übertragungsrechte.

Die Übertragungsrechte an der Bundesliga 2002/03 gehen zunächst an die insolvente KirchMedia, die der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dem Dachverband der 36 Proficlubs, für zwei Spielzeiten jeweils 290 Mio. € zahlen will. Damit kann SAT.1 am 9. August in die elfte »ran«-Saison starten.

Am 8. Oktober übernimmt die Deutsche Bank für 667 Mio. € den 40%-Anteil von Kirch am Axel Springer Verlag, den das Kreditinstitut bisher schon als Sicherheit für einen Kredit von 735 Mio. € an Kirch verwahrte. Die Fernsehrechte an der Fußball-Bundesliga und der WM 2006 erwirbt zusammen mit seinen Geschäftspartnern zwei Tage später Ex-Nationalspieler Günter Netzer, der damit einer der mächtigsten Männer des deutschen Fußballs wird.

Marktführer RTL kauft im August dem Holtzbrinck-Verlag die Beteiligung am Nachrichtensender n-tv und einem Dutzend Radiosendern ab. Die RTL Group hält nun 47,3% an dem Berliner Nachrichtensender, der zu 49% dem US-Medienkonzern AOL Time Warner gehört.